Erlangen
Comic-Salon Erlangen

Jet Plastic ist ein neuer Comic-Held aus Franken

"Wie Godzilla - nur cooler": Mit Hochdruck arbeitet Ralph Meidl mit seinem Team in Nürnberg an einem neuen Comic-Helden: "Jet Plastic". Der fränkische Comicheld ist auch auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen dabei.
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So hat Ralph Meidl seinen Comic-Helden "Jet Plastic" gezeichnet. Künstler aus aller Welt sollen eigene Episoden des coolen Monsters kreieren. Foto: Ralph Meidl
So hat Ralph Meidl seinen Comic-Helden "Jet Plastic" gezeichnet. Künstler aus aller Welt sollen eigene Episoden des coolen Monsters kreieren. Foto: Ralph Meidl
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Eine neue Comic-Kultfigur ist das Ziel. Mit Hochdruck arbeitet Ralph Meidl mit seinem Team in Nürnberg an einem neuen Comic-Helden: "Jet Plastic". Gemeinsam mit Künstlern aus aller Welt will der 29-jährige Mediengestalter einen neuen Superhelden der Popkultur zum Leben erwecken.

Beim Internationalen Comic-Salon in Erlangen will Meidl mit seinen Kollegen das Projekt zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen. Ende des Jahres soll dann der erste "Jet Plastic"-Band offiziell erscheinen. Wir haben mit Meidl über gefährliche Monster aus Japan und große Träume in der Welt des Comics gesprochen.

inFranken.de: Wer ist "Jet Plastic"?
Ralph Meidl: Jet Plastic ist einerseits der Name unserer Anthologie andererseits auch der Hauptcharakter unser geplantes Comic-Projekts. Jet Plastic ist ein riesiges, gelbes Monster, das Städte mit den Füßen zermalmen kann.


Die Kunstfigur erinnert an Godzilla? Das ist kein Zufall, oder?
Der Charakter ist vom japanischen Kaiju-Monster inspiriert. Der japanische Begriff steht für "seltsame Bestien". Godzilla gehört auch in diese Kategorie. Genauso wie Gamera oder Mothra. Unser seltsames Monster ist aber viel entspannter.

Warum raucht "Jet Plastic" die ganze Zeit?
Das ist so eine Marotte von ihm. Das passt einfach zu seinem Typ. Wir haben bei unserem Monster viel an Jim Jarmusch und Godzilla gedacht. Jarmusch lässt in seinen Filmen gerne die Leute rauchen und Godzilla hat ja bekanntlich eine Schwäche für Zerstörung.

Und warum hat Jet Plastic keine Augen? Habt ihr Euch dabei von dem "blinden Samurai" von Takeshi Kitano inspirieren lassen?
Nein, das stimmt nicht ganz. Unser Comic-Held hat schon Augen. Allerdings sind die die ganze Zeit zugekniffen.

Wie erklärt sich das? Medizinisch oder comictechnisch?

Im Grunde wieder charaktertechnisch. Wir wollten einfach diesen coolen, lässigen Typen haben, und da passt dieses Merkmal gut dazu. Er kann zwar sehen, aber eigentlich chillt er lieber.

Und weil er die Augen meistens zu hat, trampelt er aus Versehen ganze Städte platt?
Das liegt nicht nur an den Augen. Er ist einfach recht unbekümmert und läuft dahin, wo es ihm Spaß macht. Er zerstört also quasi ohne böse Absicht die ganze Gegend. Das ist ziemlich komisch.

Jetzt zeichnet und malt und textet ihr nicht nur in Nürnberg an der neuen Comic-Figur: Ihr arbeitet mit Künstlern weltweit an dem Projekt: Welche Idee steckt dahinter?
Gemeinsam mit Fabian Hübner, Marco Croner und Felix Meyer habe ich die Idee zu dieser neuen Figur gehabt. Aber wir wollten einen internationalen Charakter erschaffen. Deshalb haben wir Comic-Zeichner auf der ganzen Welt eingeladen, an "Jet Plastic" mitzuarbeiten. Wir haben nur einen kleinen Rahmen vorgegeben. Das Motto lautet: Anything goes.

Kommt am Ende also ein Episoden-Comic dabei heraus?
Genau. Wir wollen keine einheitliche Story machen, sondern jeder Künstler soll eine Geschichte über Jet Plastic im eigenen Stil erzählen. Am Ende soll eine Mischung aus Kunst- und Comic-Buch entstehen.

Beim Comic-Salon in Erlangen erblickt Jet Plastic das Licht der Öffentlichkeit. Was erhoffst Du Dir von diesem "Geburtstermin"?
Wir hoffen, dass die Idee und die Figur beim internationalen Publikum und den eingefleischten Comic-Fans gut ankommt. Wir hoffen auch, dass wir neue Kontakte zu neuen Zeichnern knüpfen können, die auch noch Teil des Projekts werden sollen. Das Ziel ist, eine neue Figur der Popkultur zu kreieren. Das ist kein kleiner Anspruch. Aber ansonsten hätten wir es auch nicht machen wollen.

Das Gespräch führte Nikolas Pelke
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