Förtschwind

Jeder Vogel singt anders: Ein Kennenlernen rund um Förtschwind

In Förtschwind lernen Teilnehmer, Vögel aufgrund ihres Gesangs zu unterscheiden.
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Durch den Wald und an Weihern vorbei führte der Weg der Vogelstimmenwanderung in Förtschwind, die Richard Niestroj (rechts) leitete. Gut beraten war, wer ein Fernglas dabei hatte.  Foto: Waltraud Enkert
Durch den Wald und an Weihern vorbei führte der Weg der Vogelstimmenwanderung in Förtschwind, die Richard Niestroj (rechts) leitete. Gut beraten war, wer ein Fernglas dabei hatte. Foto: Waltraud Enkert

Treffpunkt: 6 Uhr früh am Feuerwehrhaus in Förtschwind. Es ist schon hell, allerdings noch ziemlich nebelig. Rund 50 Teilnehmer sind gekommen zur Vogelstimmenwanderung. Erfahrene sind mit einem Fernglas ausgestattet. Denn es gibt nicht nur Interessantes zu hören, sondern auch zu sehen. Stefan Arneth ist der Vorsitzende des Singvogelschutzvereins. Er heißt die Gäste willkommen, die sich gleich anschließend in zwei Gruppen aufteilen. Der Höchstadter Biologe Hans Krautblatter führt die eine, die andere Richard Niestroj, Fischer, Jäger und Gästeführer aus Neuhaus.

Unterwegs: "Vor 25 Jahren habe ich noch 40 Singvögel gehört, jetzt sind es vielleicht noch acht. Der Rest ist weg." Da ruft der Kuckuck. Niestroj erklärt, dass der seine Eier ja bekanntlich in fremde Nester legt. Meistens 20 bis 25 Stück. Doch die anderen Vögel erkennen das und werfen die Eier in der Regel aus dem Nest. Anders der Schilfrohrsänger. Seine Eier sind ähnlich, und so zieht er oft die Jungen des Kuckucks groß. Allerdings, so Niestroj, gibt es nicht mehr viele von den Schilfrohrsängern, weil er inzwischen zu viele natürliche Feinde hat: Graureiher, Silberreiher, Eichelhäher und auch Elster lassen kaum mehr Vögel hochkommen.

Was war früher anders? Zum Beispiel, dass die Vögel auf den Teller kamen. Eine Teilnehmerin erzählt, dass ihre Schwiegermutter aus der Not heraus noch gebratene Elstern gegessen hat. Und übrigens: Wenn der Kuckuck falsch singt, sich verhaspelt, dann ist er erregt - möglicherweise durch ein Weibchen, weiß Niestroj.

"Dididididididi" - das ist die Goldammer. Kurz danach hört man den Zilpzalp. Genau so singt er auch: "Zilp zalp, zilp zalp". Die Grasmücke, die gar keine Mücke, sondern ein Vogel ist, fängt zwitschernd an und geht dann ins Flöten über. Der Grünspecht ist zu hören, und die Ringeltaube mit ihrem "Huhu huhu hu huhu".

Es ist 7 Uhr. Der Nebel hat sich verzogen, die Sonne wärmt die Natur langsam auf. Zu den Stimmen von Amsel, Buchfink und Kuckuck gesellen sich die Kirchenglocken von St. Leonhard in Zentbechhofen. An Weihern vorbei führt der Weg. Schwan, Ente und der Haubentaucher sind da. Nebenbei berichtet Niestroj Interessantes vom Fasan: "Die Population ist 1:6 - ein Männchen, sechs Weibchen. Sonst wird das nichts mit dem Nachwuchs." Das Männchen sei sehr liebesbedürftig, will immer "schmusen". "Wenn ein Weibchen brüten will, lässt der Fasan ihm keine Ruhe."

Singdrossel am Abend

Inzwischen ist es 8 Uhr. Jetzt hört man Schwalben und Möwen. "Den Anfang am Morgen machen Hausrotschwanz und Amsel", sagt Niestroj. Und am Abend vor dem Sonnenuntergang ist die Zeit für Singdrossel und Rotkehlchen.

Ausklang: Gut zweieinhalb Stunden sind vorbei. Zurück am Ausgangspunkt. Jetzt kommt der gemütliche Teil. Die Feuerwehr hat im Feuerwehrhaus Brotzeit vorbereitet. Zeit zu reflektieren. Christian Kaller, selbst Gästeführer in Höchstadt, fasst zusammen: "Wenn du dir heute nur einen Vogel und seine Stimme merkst, kommt mit den Jahren auch ein schönes Wissen zusammen." Christina und Ernst Knoll aus Röttenbach waren heute zum ersten Mal dabei - sie wollen den Rat ihres Tischnachbarn annehmen und wiederkommen.

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