Uehlfeld
Neujahrsempfang

"Jeder kann einen Beitrag leisten"

Die Überzeugung, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam zu bewältigen sind, bestimmte die Veranstaltung in Uehlfeld.
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Die Heimatmedaille in Gold überreichte Bürgermeister Werner Stöcker an Paul Kappler.Yannick Hupfer
Die Heimatmedaille in Gold überreichte Bürgermeister Werner Stöcker an Paul Kappler.Yannick Hupfer
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Wenn Astronaut Alexander Gerst in den vergangenen Monaten aus dem Weltall hinab auf die Erde sah, muss ihn ein beklemmendes Gefühl erhascht haben. In einer Videobotschaft an seine noch ungeborenen Enkel entschuldigte er sich dafür, dass seine Generation den Planeten Erde in schlechtem Zustand weitergegeben hat. Mit dabei auf der ISS war auch das Kinderbuch "Der kleine Major Tom" von Bernd Flessner. Der Autor, ein Uehlfelder, erforscht seit Mitte der 1980er Jahre, was die Zukunft an Problemen und Herausforderungen bringen wird.

Dabei kommen Flessner und seine Kollegen der Uni Erlangen immer wieder zu der Auffassung, dass die Politik über die falschen Themen rede. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Uehlfeld erklärte der Forscher jetzt aber auch: "Jeder kann mit einem kleinen Beitrag etwas leisten."

Für ein friedlches Miteinander

Auch der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) war vor Ort, der die Entwicklung im Dorf positiv sieht: "Danke, dass sich in Uehlfeld etwas tut." Auch in der Zusammenarbeit mit der Partnergemeinde aus Polen, denn Schmidt appellierte für ein friedliches Miteinander in Europa. Ein Kernthema seiner Rede, in der er mitunter sehr laut wurde: Ein "aufgescheuchter Hühnerhaufen" in Großbritannien wisse nicht genau, was er tue. Außerdem sagte er: "Hüten Sie sich vor denen, die falsche Versprechungen machen und denken, wir schaffen es alleine!"

Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) wandte sich mit ähnlichen Worten an das Publikum in der Veit-vom-Berg-Halle: "Wir dürfen den Populisten nicht das Feld überlassen!" Aber auch die Behinderung und Anfeindung von Feuerwehr und Rettungsdiensten werde immer schlimmer, so der Bürgermeister. Positiv sei aber der First Responder, den die Feuerwehr Uehlfeld seit Neuestem besitzt. "Das ist der beste Bürgerservice, den man haben kann", stellt Stöcker fest. Denn das Fahrzeug sei bei einem Unfall sieben bis zehn Minuten schneller vor Ort als der Krankenwagen und könne damit schneller erste Hilfe leisten.

Heimatmedaille für Kappler

So auch im vergangenen Winter. Die Aisch war teilweise zugefroren, es herrschten Temperaturen um null Grad, als plötzlich eine Frau Schreie hörte. Schnell holte sie ihren Sohn, Paul Kappler, der an die Aisch ging und jemanden hilflos im Fluss entdeckte. Kappler handelte sofort und zog die Person an ihrem Rucksack aus dem Wasser. Wenige Minuten später traf der First Responder ein, die Rettungstat war geglückt. Doch Kappler sagt bescheiden: "In so einer Situation hätte das jeder gemacht." Für sein Engagement wurde er mit der Heimatmedaille in Gold vom Bürgermeister ausgezeichnet.

Außerdem wurden Simon Zöller und sein Trainer Gerd Buchhold geehrt. Zöller ist Amateurfunk-Peilsportler und belegte im vergangenen Jahr den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Südkorea. Bei der Sportart müssen fünf Peilsender in einem Wald mithilfe eines Peilempfängers gefunden werden. Derjenige, der am schnellsten alle Sender gefunden hat und wieder am Startpunkt angelangt ist, gewinnt. Der zur WM erst 17 Jahre alte Zöller freute sich am Freitag sichtlich über die Anerkennung, denn dieser Sport findet normalerweise wenig Beachtung, wie Trainer Buchhold erklärt: "Bei dieser Sportart macht man alles im Verborgenen."

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