Herzogenaurach
Geschäftswelt

Innenstadt Herzogenaurach: "Basti" sucht einen Nachfolger

Manfred Weigand, der Betreiber des Bastelladens in der Fußgängerzone, hört im Februar auf. Er wünscht sich jemand, der das Sortiment übernimmt.
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"Basti" Manfred Weigand mit Tanja Freitag, einer seiner drei Teilzeitmitarbeiterinnen  Fotos: Bernhard Panzer
"Basti" Manfred Weigand mit Tanja Freitag, einer seiner drei Teilzeitmitarbeiterinnen Fotos: Bernhard Panzer
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Der Mietvertrag endet im Februar, und zu diesem Zeitpunkt will sich Manfred Weigand, besser bekannt als "Basti", aus Herzogenaurach zurückziehen. Der 60-jährige Unternehmer will sich fortan intensiver um die Geschäfte in seiner Heimat im Spessart kümmern. Aufgeben möchte er das hiesige Sortiment aber keineswegs, betreibt er doch den einzigen Bastelladen in der Herzogenaurach Innenstadt. Deshalb sucht Weigand einen Nachfolger, der das Fachgeschäft in der Fußgängerzone weiter führen möchte.

Freilich seien die Zeiten schwieriger geworden, berichtet Weigand. So setze der Internethandel der Branche zu. Die Hälfte aller Bastelgeschäfte in Deutschland habe schon zugemacht, weiß er. In der Herzogenauracher Hauptstraße habe es auch mal drei Bastelgeschäfte gegeben, allerdings nicht lange. Übriggeblieben sei allein er.

Langer Atem

Und auch die Märkte in den Klingenwiesen, als Beispiel nennt er Rossmann und das E-Center, haben seiner Aussage zufolge die Frequenz im Stadtkern sinken lassen. Und das sei wohl in der gesamten Innenstadt so, meint Weigand. Und orakelt: "Die einen geben das zu, andere weniger". Nichtsdestotrotz könne sich ein Bastelladen in dieser Größenordnung sicherlich halten, sagt er weiter. Wo finde man sonst ein Geschäft, "wo man die Holzkugeln einzeln kaufen kann", wirbt der Basti. Man brauche halt ein zeitgemäßes Konzept.

Und deshalb sollte der Laden mit einem weiteren Standbein verknüpft werden. Auch da hat Weigand schon eine Idee. Denn der Unterfranke hat Zugang zu einem Kundenverzeichnis eines Vertriebs für Kindergarten-Material. 500 solcher Adressen seien aktiv und könnten sofort angeschrieben werden. Dieses Verzeichnis stamme von einem Branchenkollegen, der seinen in Nürnberg beheimateten Vertrieb im September aufgeben musste. "Seine Familie hat davon leben können", berichtet Weigand.

Platz sei in den Räumlichkeiten in der Hauptstraße 4 bis 6 in Herzogenaurach genügend. So könnte man diesen Geschäftszweig in den Kellerräumen einrichten und von dort aus die Kunden beliefern. Auch einen Katalog hat Weigand parat, da gebe es von Papier über Stifte und Farben bis zur Martinslaterne alles, was ein Kindergarten so zum Basteln braucht. Der Neue könnte sofort anfangen, meint Weigand.

Lange Suche

Seit einem Jahr sucht der Händler einen Nachfolger. Interessenten habe es schon gegeben, sagt er. Aber die Übergabe sei an verschiedenen Faktoren gescheitert, manche hatten schlicht andere Vorstellungen. "Man kann nicht einfach hergehen und ein Geschäft aufmachen", sagt der "Basti". Denn "da steckt etwas mehr dahinter." Deshalb brauche es auch mindestens ein weiteres Standbein. Ein Laden allein sei zu wenig.

Lange Strecke

Manfred Weigand hat deren noch vier. Aber es sei zunehmend anstrengend gewesen, die Strecken zwischen den Standorten zurückzulegen. Schließlich seien das doch immer an die 150 Kilometer. Deshalb will er sich jetzt auf die Heimat konzentrieren, und dort modernisieren. Weigand ist als "Basti" mit seinem Bastelladen seit 18 Jahren in Herzogenaurach. Begonnen hat der Diplom-Betriebswirt 2000 im ehemaligen Denkler-Anwesen, bevor er zwei Jahre später in die Sünderhaft-Räume zog. Seit 2005 ist der Unterfranke "Basti" nun in der östlichen Hauptstraße zu finden. In seiner Heimat betreibt Weigand seit 20 Jahren noch drei weitere Filialen.



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