Höchstadt a. d. Aisch
Wahlabend

In Höchstadt sind 170 Wahlhelfer im Einsatz

Am Sonntagabend um 18 Uhr hieß es für die Teams in den Höchstadter Wahllokalen: Kreuzchen zählen. Wohl fast bis Mitternacht sollte die Arbeit dauern.
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Josef Peßler (etwas verdeckt) und Matthias Bangert kippen den Inhalt der Urne aus. Weiter von links Roman Lorz, Gerlinde Heinzmann, Sigrid Kaiser, Ursula Hubert, Ruth Bechstein.  Foto: Evi Seeger
Josef Peßler (etwas verdeckt) und Matthias Bangert kippen den Inhalt der Urne aus. Weiter von links Roman Lorz, Gerlinde Heinzmann, Sigrid Kaiser, Ursula Hubert, Ruth Bechstein. Foto: Evi Seeger
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Wahlhelferin Ursula Hubert schaut auf die Uhr ihres Handys: 17.59 Uhr - ein wenig Spannung ist zu spüren ganz oben unterm Dach des Rathauses. Zur gleichen Zeit öffnet Gerhard Leicht noch einmal den Briefkasten. Es könnte ja noch ein Wahlbrief drin liegen. Schlag 18 Uhr und unter dem Läuten der Glocken der nahen Sankt-Georg-Kirche hieven Josef Peßler und Matthias Bangert die erste Wahlurne hoch und kippen den Inhalt auf den Tisch. Die beiden anderen Urnen bleiben erst einmal unbeachtet: "Die Landtagswahl hat absolute Priorität", sagt Sigrid Kaiser. Zwei Wahlhelfer mit Brieföffnern sind allein mit dem Aufschneiden der Wahlbriefe beschäftigt. Die übrigen sortieren: jeweils ein Häufchen für die Erst- und die Zweitstimmen. Dann erst werden ungültige Stimmzettel aussortiert und Häufchen nach Parteien geschichtet.

Insgesamt sind in den 17 Höchstadter Wahllokalen gut 170 Wahlhelfer eingesetzt. 36 sind im Rathaus allein mit dem Auszählen der Briefwahl beschäftigt. Auf fünf Räume verteilt hatte Gerhard Leicht mit 500 Briefwählern pro Helferteam gerechnet. "Es sind etwas mehr geworden", sagt er. Insgesamt nämlich entschieden sich 2625 Höchstadter Wahlberechtigte (2008 waren es 1694) für diese Art der Stimmabgabe.

Heide Stark weiß das ganz genau, denn über ihren Schreibtisch liefen die Anträge auf Briefwahl und sie stellte die Wahlunterlagen aus. Bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren waren es noch knapp tausend Briefwähler weniger. Alle Wahlunterlagen wurden mit der Post verschickt. "Für den Amtsboten wäre das unmöglich gewesen", sagt sie.

Wie im Rathaus geht es zur gleichen Zeit in den 17 Stimmbezirken zu. Bis alle Stimmzettel ausgezählt sind, wird es bald Mitternacht sein. Aber die Stimmung ist gut. Die meisten Wahlhelfer sind nicht das erste Mal dabei und haben Routine. Die Helferteams für die Briefwahl sind sogar schon um 15 Uhr angetreten. Sie mussten prüfen, ob die Wahlbriefe zugelassen werden können und die Briefe dann auf die drei Urnen für die Landtags-, Bezirkstagswahl und Volksentscheid verteilen.

Im Erdgeschoss wartet etwa 30 Minuten nach Schließung der Wahllokale die siebenköpfige "Wahlzentrale" auf die ersten Anrufe aus den Stimmbezirken. Die "Schnellmeldungen" werden telefonisch durchgegeben und wenn alle da sind zusammengestellt und ans Landratsamt gemeldet. "Dann ist erst mal Pause", sagt Gerhard Leicht. Später werden dann die Niederschriften aus den Wahllokalen ins Rathaus gebracht und müssen auf ihre Richtigkeit geprüft werden.

Bei Konrad Biermann klingelt um 18.40 Uhr das Telefon. Der erste Stimmbezirk gibt sein Ergebnis durch und Biermann überträgt die Zahlen auf ein Formblatt. Die Frage, wie oft er schon bei Wahlen dabei war, kann er nicht beantworten. Seit Jahrzehnten im Rathaus beschäftigt, kommt da eine ganze Stange zusammen. Auch wenn man's ihm nicht anmerkt: "Ein bisschen aufgeregt ist man immer", meint er. Das lege sich aber nach den ersten Anrufen schnell.

Ergebnisse der Direktkandidaten und Parteien in den fränkischen Stimmkreisen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Direktkandidaten finden Sie auf dieser Seite.

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