Herzogenaurach
Diskussionen

In Erlangen geht's doch auch: Pro und kontra Fußgängerzone in Herzogenaurach

Der Vorschlag von Georgios Halkias für eine erweiterte Fußgängerzone wird konträr diskutiert. Vor allem sollte die City attraktiver gestaltet werden, meinen manche Kommentatoren auf Facebook. "Wo soll man hin? Es fehlt ein Café!"
Artikel drucken Artikel einbetten
2006 fuhren noch Autos durch die östliche Hauptstraße. Das hatte dann ein Ende, hier wurde eine Fußgängerzone eingerichtet. Warum sollte man diese nicht großflächig erweitern, fragte kürzlich der Grüne Georgios Halkias in die Runde. Und bekam eine Menge Antworten.  Foto: Archiv
2006 fuhren noch Autos durch die östliche Hauptstraße. Das hatte dann ein Ende, hier wurde eine Fußgängerzone eingerichtet. Warum sollte man diese nicht großflächig erweitern, fragte kürzlich der Grüne Georgios Halkias in die Runde. Und bekam eine Menge Antworten. Foto: Archiv

Lange Zeit ist das Thema "Größere Fußgängerzone" nicht weiter diskutiert worden. Bis jetzt, denn kürzlich hat Georgios Halkias seine Gedanken hierzu in den Ring geworfen (der FT berichtete ausführlich). Nicht der Verkehr, sondern eine Beruhigung schafft Belebung - davon ist der Bürgermeisterkandidat der Grünen überzeugt. Und hat damit sowohl in der Stadt als auch auf Facebook eine lange und konträre Diskussion ausgelöst.

Der Ruf nach einer Fußgängerzone sorgte schon in früheren Zeiten für Wahlkampfstoff. Fußgängerzone kontra verkehrsberuhigter Bereich - das waren die Streitpunkte damals. Durchgesetzt hat sich letztlich beides: Die westliche Hauptstraße blieb verkehrsberuhigt und ist es, ebenso wie die Straße entlang des Marktplatzes, auch heute noch. Und die östliche Hauptstraße wurde zur Fußgängerzone.

Halkias regt nun eine erweiterte Fußgängerzone an. Diese könnte er sich kreuzförmig vorstellen, sie würde also die Badgasse und deren Verlängerung bis zur Hinteren Gasse umfassen, und ebenso die Hauptstraße von der alten Bäckerei Lang bis zur Hypo-Vereinsbank. "Damit wäre das Verkehrsproblem gelöst und es entstünden daraus gleich etliche neue Möglichkeiten für die Wiederbelebung der Innenstadt", schrieb er in seiner Stellungnahme. Und fügte hinzu, dass man eine solche Maßnahme freilich begleiten müsse. Die Innenstadt müsse attraktiver werden.

Der FT-Bericht auf infranken.de ("Halkias für größere Fußgängerzone: Innenstadt braucht Sauerstoff") findet auf Facebook nun Zustimmung und Kritik gleichermaßen.

Meinungen auf Facebook

"Das klingt vernünftig und vor allem relevant", schreibt Sven L. zum FT-Artikel. Claudia H. erkennt, dass in der bestehenden Fußgängerzone durchaus was los sei. Was man ab der Sparkasse Richtung "Bäckerei Lang" nicht sagen könne. Es werde ständig über Parkplätze in der Innenstadt geschrieben. Aber man sehe doch: "In der Fußgängerzone geht es doch ohne Auto (die nicht weit weg geparkt worden sind). Warum also so ein Aufschrei?" Und: "In Erlangen und Nürnberg geht's auch, also warum nicht in verkleinerter Form auch bei uns?"

Auch Stefan H. findet die Idee gut: "Es muss sich was ändern". Denn erst durch die Politik der letzten Jahre sei die Stadt doch erst leer geworden. Also: "Fußgängerzone erweitern, den Stadtbus gut anbinden und dann kleine Lädchen, Boutiquen, Cafés, Kneipen... eine Chance geben!" Das meint auch Melanie W.: "Aber wo soll man hin? Es fehlt ein Café."

Die fehlende Attraktivität ist ein Punkt, den mehrere Kommentatoren ansprechen. Caro C. schrieb, dass sie auf dem Weihnachtsmarkt von Touristen gefragt worden sei, ob es in der Innenstadt denn kein Café gäbe, das keine Bäckereifiliale ist. Claudia H. ist der Meinung, dass Geschäftsmieten attraktiv gemacht werden müssten. Denn "die Auswahl der Läden, um alles attraktiv zu machen, ist nicht gegeben, um mehr Leute in die Innenstadt zu bringen". Auch sollte die Stadt die Gebühren für die Außenbestuhlung verringern.

"Fast keine Leute in der Stadt"

Allerdings gibt es auch Ansichten, die nichts von einer vergrößerten Fußgängerzone halten. "Ob das die Innenstadt belebt, glaub' ich kaum", schreibt Romy B. Auch sie verweist darauf, dass es zu wenig Geschäfte in der Innenstadt gebe, außer Brillenläden oder Apotheken. Die Hauptgeschäfte seien alle außerhalb des Stadtkerns. Für ältere Leute sei es außerdem schwierig ohne Auto. Die würden dann auch dahin fahren, wo man vor der Tür parken kann. Und wer eine größere Auswahl haben will, fährt nach Erlangen .

Eine eigene Sichtweise zum Thema Belebung hat Susi H. "Noch beruhigter kann unsere Innenstadt nicht werden", meint sie. Und auch Brigitte H. sieht das so. "Ich fahre fast jeden Tag mit dem Fahrrad zum Einkaufen in die Stadt. An manchen Tage in der Woche sind fast keine Leute in der Stadt anzutreffen."

In der kommenden Woche bittet die CSU-Fraktion zu einem Pressegespräch auf dem Marktplatz. Die Diskussion über die Innenstadt geht also weiter.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren