Sambach
Stuckdecke

In der Sambacher Kirche kommt das Beste von oben

Die farbige Stuckdecke ist das Prunkstück im Sambacher Gotteshaus, das über ein Jahr lang von Grund auf saniert und teilweise neu gestaltet wurde. Am Tag des offenen Denkmals sollen die Besucher nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren auf ihre Kosten kommen.
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Der Innenraum der Sambacher Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Fotos: Evi Seeger
Der Innenraum der Sambacher Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Fotos: Evi Seeger
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Der Aha-Effekt ist gewiss: Besucher, die am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 14. September, die Sambacher Kirche Sankt Antonius Abbas betreten, werden überrascht sein von der Schönheit dieses Kleinods. Schon von außen ist das Gotteshaus in seinem kräftig barocken Gelb zusammen mit dem schön gestalteten Vorplatz das Herzstück des Dorfes. Wesentlich älter als das Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Langhaus ist der Chorturm, der noch aus spätgotischer Zeit stammt.

Beim Eintritt in den prächtig ausgeschmückten Kirchenraum fällt die heitere Farbigkeit der Ausstattung ins Auge, die nach mehr als einjähriger Innensanierung in neuem Glanz erstrahlt. Was besonders deutlich wird, wenn die Sonne durch die Fenster der südlichen Front das Kircheninnere fast überirdisch erscheinen lässt.
Scheint die Sonne nicht, kann auf eine Lichtkonzeption zurückgegriffen werden, die die Kunstschätze festlich beleuchtet.

Bevor der Blick zur Decke wandert, ziehen Altar, Ambo und Taufstein die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Streng und modern in schwarzem Granit gehalten, schaffen die sakralen Elemente ein Spannungsfeld zur leichten Farbigkeit von Chor und Kirchenschiff. Schwarz findet sich im reich geschmückten Kirchenraum nur noch bei den Lichtobjekten, die einen zeitgemäßen Akzent zur Stuckdecke setzen.

Altar, Ambo und Taufstein hat der Diözesanarchitekt Stefan Bergmann auf der Linie eines "gedachten" Dreiecks "in den Raum gelegt". Sie drücken die Mitte des Glaubens aus: Verkündigung, Eucharistie und Lebensquell. Das Dreieck steht in der christlichen Ikonographie für die Dreifaltigkeit und ist in unzähligen Darstellungen als "Auge Gottes" bekannt.

Besonders faszinieren wird den Besucher die reich verzierte, mit viel graziösem "Bandelwerk" von Johann Jakob Vogel um 1730 gestaltete Stuckdecke. In Rosa, Grün-Blau und Gelb leuchtend, sticht sie mit viel Symbolik ins Auge.

In ihre Mitte hat der Meister aus der Bamberger Stukkatorenfamilie Vogel mit IHS die Initialen Jesu samt Kreuz und Nägeln gestellt. Stuckwolken umgeben die Hostienscheibe mit dem Jesus-Monogramm. Blumen, Pfaue und Vögel bevölkern die Decke des Kirchenschiffs. Man vermutet, dass sich ihr Schöpfer, Meister Vogel, damit auf originelle Weise selbst verewigen wollte. In weiteren Feldern finden sich auf der Kirchendecke die Darstellung der fünf Wunden Jesu mit den Folterwerkzeugen, eine Monstranz, sowie Mitra, Krone und Zepter als Zeichen weltlicher Macht.

"Stumme" Trommeln aus Stuck

Schließlich gibt es zur Ehre Gottes gleich mehrere Musikinstrumente: Zum einen die neue Orgel, die parallel zur Sanierung der Kirche im österreichischen Sankt Florian in Auftrag gegeben wurde und mit Klangproben am Tag des offenen Denkmals zu hören sein wird. Zum anderen "stumme" Trommeln, Trompeten, Blas- und Streichinstrumente in Stuck ausgeführt unter dem Mittelstück der Empore.

Der alte Orgelprospekt wurde beim Einbau der neuen Orgel wieder verwendet. Neu gestrichen und vergoldet fügt er sich perfekt in die Ausstattung ein. Obwohl nur gereinigt, glänzen Hochaltar und die beiden Seitenaltäre mit reichen Vergoldungen. Aufmerksamkeit verdienen auch die alten Kreuzwegbilder, die der aus Sambach stammende Bamberger Künstler Joseph Dorn (geboren 1729) gemalt hat. Die älteste Figur in der Kirche ist die um 1480 geschnitzte spätgotische Sitzfigur des Kirchenpatrons Antonius an der nördlichen Außenwand.

Als die Schweden im Dreißigjährigen Krieg Kirche und Ortschaft niederbrannten, waren nur noch Teile des Chorraums und Reste des Steinaltars übrig. Aus den rauchenden Trümmern soll die Figur des Schutzheiligen fast unversehrt geborgen worden sein. Die Jesuiten begannen 1664 mit dem Wiederaufbau der Kirche. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trug man diese Notkirche bis auf den Altarraum ab und baute 1709 das Langhaus neu auf.
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