Herzogenaurach
Wohngebiet

In der Reuth: Kein Platz für kleine Wohnwürfel

"In der Reuth" sollen künftig 850 Menschen leben. Vor allem soll Geschosswohnungsbau mit sozialen Preisen zum Tragen kommen.
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In der Nähe der Fachklinik (rechts) entsteht das neue Wohngebiet "In der Reuth".  Fotos: Bernhard Panzer
In der Nähe der Fachklinik (rechts) entsteht das neue Wohngebiet "In der Reuth". Fotos: Bernhard Panzer
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Schritt für Schritt kommt die Planung für das Wohngebiet in der Reuth voran. Nächster wesentlicher Punkt für die Bürger und Anwohner ist eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung am 24. September. Bereits am Mittwochabend verfolgten mehrere Interessierte die Beratung im Planungsausschuss, dessen Empfehlung der Stadtrat dann am 17. Juli soll folgen und das "Wohngebiet" billigen und in die öffentliche Auslegung schicken soll. Diese wird voraussichtlich im September und Oktober erfolgen.

Anderthalb Jahre schon wird das neue Gebiet nahe der Rehaklinik besprochen und geplant, in vielen Sitzungen wurden Änderungen und Wünsche eingearbeitet. "Wir haben die Zeit für die Einarbeitung auch gebraucht", sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung am Mittwoch. Jetzt geht die Entwicklung des Baugebietes, das einmal 850 Menschen Wohnraum schafft, auf die Zielgerade. Vermutlich erst im kommenden Jahr kann laut Hacker dann der Satzungsbeschluss erfolgen.

Zwei Parkhäuser

Planerin Kristina Vogelsang erläuterte den Räten und Bürgern das Baugebiet und die Änderungsvorschläge, die eingearbeitet worden sind. So habe man gegenüber den ersten Planungen die bauliche Dichte zurückgenommen, aus tausend Bewohnern sind 850 geworden. Die an die bestehenden Anwohnerstraßen angrenzende Bebauung soll weniger massiv ausfallen, durch Doppelhäuser anstelle von Mehrfamilienhäusern an der dortigen Stelle, auch soll die Verkehrsbelastung im Süden begrenzt werden.

Prägend in dem Gebiet ist Geschosswohnungsbau. Auch die beiden Parkhäuser bleiben wie geplant. Geschaffen wird außerdem eine Kindertagesstätte, zur Auflockerung ist viel Grün vorgesehen. Das Baugebiet wird, wie Bürgermeister German Hacker erläuterte, ein Mix aus sozialem Wohnungsbau, frei finanzierten Mietwohnungen und Eigentum.

Hartnäckig trug die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel einen Wunsch vor und wiederholte ihn mehrfach, trotz Belehrung durch den Bürgermeister. Es gebe Bedürfnisse von jungen Leuten, die sich gerne ein Grundstück kaufen würden, um dort erstmal einen kleinen Wohnwürfel aufzustellen und einen Baum zu pflanzen, sagte sie. Und wünschte, dass solch kleine und beengte Grundstücke angeboten würden.

Hacker entgegnete, dass das Wohngebiet "In der Reuth" ein ganz anderes Konzept habe. Für einen von der Ökoaktivistin gewünschten Platz mit Baum im Garten bräuchte man bei 850 Menschen die fünffache Fläche, das wäre nicht möglich und höchst ineffizient. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister auf die fast 20 000 Einpendler jeden Tag und darauf, dass die Stadt eine Liste von 700 Menschen habe, die sich gern in der Stadt ansiedeln würden und auf Wohnraum hoffen.

Und reagierte auf einen erneuten Einwand der grünen Politikerin hin, dass solche Wohnwürfel durchaus im privaten Bereich angeboten werden könnten ("Es gibt einen privaten Markt, nicht alles muss man städtisch regeln"). Abgesehen davon, dass eine solche Würfelansammlung schon überhaupt nicht zu dem Geschosswohnungsbau passe, der dort nun eben mal vorgesehen sei.

CSU erneuert Forderung

Müller-Schimmel blieb der trotzige Hinweis, dass die in dem Gebiet vorgesehenen Autostellplätze wohl kein Platzverbrauch seien, ein Grundstück aber offenbar schon. Sie lehnte alle acht Punkte ab, die die Änderung des Flächennutzungsplans und den neuen Bebauungsplan betreffen.

Vier Gegenstimmen der CSU kamen im Teilbereich der Verkehrsbelastung hinzu. Die Fraktionsmitglieder schlossen sich einer Bürgermeinung an, die in der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangen war. Darin wird auf Staus beim Ausfahren vom Welkenbacher Kirchweg auf den Hans-Ort-Ring eingegangen. CSU-Fraktionschef Bernhard Schwab griff das auf und forderte erneut einen vierspurigen Ausbau der Nordumgehung zwischen Puma und Klinik. Auch die Kreuzung müsste entsprechend ausgebaut werden. Schwab: "Das ist uns ganz ganz wichtig."

Schwabs Appell

Auch fragte er nach, ob denn die Parkplätze ausreichen würden, und fürchtete große Probleme. Zumal die Mitarbeiter, Besucher und offenbar auch Patienten der benachbarten Fachklinik schon heute die Straßen zuparken würden. In der Bürgereingabe war das ebenfalls ausgeführt, genannt wurde da vor allem die Lessingstraße. Schwab appellierte an die Stadt, darauf hinzuwirken, dass die Fachklinik ihre Schranken doch abmachen und den Parkraum kostenlos zur Verfügung stellen sollte.

Keine strengen Pflanzregeln

Letzteres werde er nicht machen, entgegnete Bürgermeister Hacker. Das sei schließlich Privatgelände, außerdem könnten die Mitarbeiter zu kulanten Preisen parken. Auch das Rathaus mache das so. Und ein vierspuriger Ausbau des Hans-Ort-Rings sei nicht erforderlich, auch keine Ampel an der Ausfahrt, betonte Hacker. Das sei aus einem Verkehrsgutachten erkennbar, das die Stadträte zur Sitzung am 17. Juli noch zugestellt bekommen.

In der Sitzung wurde des Weiteren ausgeführt, dass für die Bepflanzung der privaten Gärten keine großen Vorgaben gemacht werden. Nur Nadelhölzer sollen es nicht sein. Jetzt geht es in den Stadtrat.

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