Herzogenaurach
Gymnasium Herzogenaurach

Immer kalte Getränke dank "Jugend forscht"

Der dritte Platz beim Regionalentscheid von "Jugend forscht” ging nach Herzogenaurach. Andrea Schickert, Johanna Fritz und Ramona Brost vom Gymnasium Herzogenaurach kühlen ihre Getränke mit einem Roboter.
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Coole Sache mit hellem Licht: Die Schülerinnen Johanna Fritz (r.) und Andrea Schickert führen ihren solarbetriebenen Kühlroboter vor. Foto: Christian Bauriedel
Coole Sache mit hellem Licht: Die Schülerinnen Johanna Fritz (r.) und Andrea Schickert führen ihren solarbetriebenen Kühlroboter vor. Foto: Christian Bauriedel
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Liegestuhl, Sonnenbrille, ein kühler Drink bei drei Grad. Aber aufstehen und zum Kühlschrank gehen? Naja. Für faulenzende Sonnenbader haben Schülerinnen vom Gymnasium Herzogenaurach jetzt genau das Richtige entwickelt. Beim Regionalentscheid von "Jugend forscht" haben sie mit einer echt coolen Kiste den dritten Platz gemacht.
"Ein bisschen wie das Prinzip Eisenbahn", sagt Johanna Fritz und deutet auf einen grauen Lego-Baustein, der sich als Antriebsachse auf und ab bewegt. Die 15-Jährige steht mit ihrer Klassenkameradin Andrea Schickert im Physik-Vorbereitungsraum und erklärt die Technik ihrer Entwicklung. Ramona Brost, die Dritte im Bunde der jungen Tüftlerinnen, ist leider krank geworden. Vor den beiden Schülerinnen steht eine Kühlbox aus Styropor. Darin ein gelbes Kästchen, ebenfalls aus Lego, das eine programmierbare Steuereinheit enthält.


"Alle fünf Minuten löst unser Roboter aus und sprüht Wasser auf die Flaschen", sagt Johanna Fritz. Eine Blumenspritze ist mit dem Lego-Konstrukt verbunden, davor zwei Saftflaschen. Das Wasser verdunstet, zwei kleine Ventilatoren sorgen für Wind und kühlen so die Getränke. Ohne Kühlbeutel oder Eiswürfel nachfüllen zu müssen. Angetrieben wird der Roboter von einer kleinen Solarzelle. Die Sommersonne wird in diesem Fall mit einem Baustrahler simuliert, denn besonders viel Licht fällt nicht gerade in den dunklen Physik-Raum.

"Es schaut erstmal ganz einfach aus. Aber man braucht schon die kreative Idee, um so etwas umzusetzen", sagt Christine Wächter. Sie ist Physik- und Mathelehrerin am Gymnasium und hat die Schülerinnen letztes Jahr überzeugt, bei "Jugend forscht” mitzumachen. Die Kühlbox sei dann ganz allein der Gedanke der drei Mädchen gewesen.

Alles in der Freizeit

Umgesetzt haben die Jungforscherinnen die Kühlkiste in ihrer Freizeit. Denn Unterricht ist Unterricht. Ihre Lehrerin ist besonders stolz: Alles neben Hausaufgaben, Klassenarbeiten und anderen Projekten zu machen, sei eine enorme Leistung.

Seit November haben die Schülerinnen gebastelt und getestet. Im Februar ging es dann vor die Jury in die Heinrich-Lades-Halle in Erlangen.

Aufgeregt, ob auch alles klappt, seien die Mädchen nicht gewesen. Als sie in die Halle kamen, hätten sie erstmal eher Zweifel gehabt, ob ihr Kühlapparat mithalten kann.

Richtlautsprecher mit Sensoren

Richtlautsprecher mit Bewegungsmelder und ein automatischer Dachfensterputzer: Die Konkurrenz beim Regionalentscheid von "Jugend forscht" ist groß. "Erst haben wir gedacht: Mist, wir gewinnen eh keinen Blumentopf", sagt Johanna Fritz. Umso größer die Freude, als es der dritte Platz wurde. "Es war die einzige reine Mädchengruppe in der Kategorie Technik", sagt Physiklehrerin Christine Wächter.

Ob die beiden später einmal beruflich in die technische Richtung gehen wollen und die Quote an weiblichen Ingenieuren erhöhen, wissen sie noch nicht genau. Johanna hat schon mal mit dem Gedanken gespielt, Maschinenbau zu studieren. Ihre Mitschülerin Andrea interessiert sich für den Pharma- und Chemiebereich.

Gerade überlegen sich die Gymnasiastinnen, ob sie noch einmal am Wettbewerb teilnehmen werden. Auch dann könnte es wieder um Kühltechnik gehen. Einen werbeträchtigen Namen, wie "Coolbot 8000", "Solarfresh" oder "Drinkmaster flex" hat ihre roboterbetriebene Kühlbox noch nicht. "Vielleicht nennen wir sie einfach SXR3000 oder so. Wo dann keiner weiß was es ist", sagt Johanna und muss lachen. Wer weiß, vielleicht geht die coole Kiste ja in Serie und in fünf Jahren haben alle einen solarbetriebenen "SXR3000" am Badesee mit dabei.

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