Höchstadt a. d. Aisch

Im Namen der Freundschaft

Anlässlich des 17. Deutsch-Französischen Tages zeigten die Schüler des Gymnasiums Höchstadt mit ihren Transparenten ganz deutlich: "Nein" zu Rassismus und Antisemitismus.
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"Stop racism" oder "Mach meinen Kumpel nicht an!" sind nur einige der Sätze in verschiedenen Sprachen, die sich auf den gelben Händen gegen Antisemitismus und Rassismus finden. Foto: Theresa Schiffl
"Stop racism" oder "Mach meinen Kumpel nicht an!" sind nur einige der Sätze in verschiedenen Sprachen, die sich auf den gelben Händen gegen Antisemitismus und Rassismus finden. Foto: Theresa Schiffl
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Mittlerweile besteht der Élysée-Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland seit dem 22. Januar 1963. Anlässlich des 17. Deutsch-Französischen Tages, der unter dem Motto "Deutschland und Frankreich: Gemeinsam gegen Antisemitismus und Rassismus" steht, hat sich das Gymnasium Höchstadt etwas überlegt, um ein Zeichen gegen Feindseligkeiten gegenüber anderen Menschen zu setzen.

Noch in den 1928er-Jahren war eine Freundschaft zwischen den verfeindeten Ländern unvorstellbar. Das erklärte Schulleiter Roland Deinzer anschaulich an einer Rechenaufgabe aus einem alten Schulbuch aus dieser Zeit: In der Aufgabe sollte berechnet werden, wer von den zwei feindlichen Heeren F und D schneller ist. "Es bestehen keine Zweifel daran, dass hier die Rede von Frankreich und Deutschland ist. Deutschland war in der damals gestellten Rechenaufgabe schneller", löst der Schulleiter auf.

Freunde seit 57 Jahren

Solche Mathematikaufgaben gibt es heute, wo die zwei Länder seit 57 Jahren befreundet sind, nicht mehr. Und seit 75 Jahren gibt es Frieden in Europa. "Das ist ein kostbares Gut und keine Selbstverständlichkeit." Das sollte den Schülern bewusst werden, während sie die gelben Hände mit Sätzen wie "Stop racism" oder "Mach meinen Kumpel nicht an!" beschrifteten. "Es finden sich darauf alle Sprachen die hier gesprochen werden, aber auch die Muttersprachen unserer Schüler", erklärt Sabine Franke, die Fachleiterin für Französisch und Initiatorin des Deutsch-Französischen Tages.

Die Hände klebten sie auf weiße Papierrollen und bildeten mit den Transparenten in den Händen eine Menschenschlange um das ganze Schulgebäude herum. "Damit sagt ihr ,Nein' zu Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Wir hoffen, dass ihr mit diesem Zeichen viele Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen könnt", sagt Deinzer.

Für Sabine Franke ist dieser Tag eine Herzensangelegenheit. "Die Erinnerung muss wachgehalten werden. Gerade die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen, wie wichtig das heute ist", sagt sie.

Austausch pflegt Freundschaft

Ein großer Beitrag für mehr Toleranz sowie zur Pflege der deutsch-französischen Freundschaft sei der Schüleraustausch mit der Partnerschule Avallon in Burgund. "Seit ungefähr fünf Jahren besteht diese Zusammenarbeit, aber auch davor hatten wir schon jahrelang mit anderen Städten ein Austauschprogramm", sagt Sabine Franke.

"Die Mühe lohnt sich. Es entstehen immer wieder Freundschaften", erzählt die Französischlehrerin. Teilweise bekäme sie Postkarten von ehemaligen Austauschpartnern nach Hause oder im Sommer kommen einige der französischen Bekannten zu Besuch an die Schule.

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