Vorschläge und Empfehlungen gab es von einer speziellen Beraterfirma, bei der der Landkreis ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Konkret angegangen werden soll die Einrichtung einer zentralen Aufnahme für Zugänge rund um die Uhr mit angegliederten Intensivbetten.
Die Erstversorgung von Notfallpatienten soll an den Aufnahmebereich angeschlossen werden. Bisher sind diese Einrichtungen über drei Ebenen im Haus verteilt. Für die Verbesserung müssten aber das im Erdgeschoss untergebrachte Labor und die Verwaltung in obere Stockwerke ausweichen.
Wünschenswert für die Patienten und ihre Besucher wäre die Einrichtung einer Cafeteria. Versuche habe es laut stellvertretendem Verwaltungsleiter Herbert Hirschmann auch schon gegeben, jedoch könne in dem relativ kleinen Krankenhaus niemand davon leben.
In dem Konzept der Gutachter wird auch die Einrichtung von Langzeitbeatmungsplätzen vorgeschlagen. Hier könnten beispielsweise Patienten nach Herzstillständen oder Reanimationen betreut werden, was sich auf der Einnahmeseite bemerkbar machen würde.
Positiv aufgenommen wurde vom Kreistag der Vorschlag, mit einem "Medizinischen Versorgungszentrum" (MVZ) das Leistungsangebot des Höchstadter Krankenhauses zu erweitern. Hirschmann sieht darin die Zusammenarbeit mit einer niedergelassenen Facharztpraxis, die dem Krankenhaus auch Patienten bringen könnte.
Nach der letzten Sanierung, die vor 20 Jahren begann, müsse man jetzt wieder was tun, "um im Haifischbecken des Gesundheitssystems" zu bestehen, sagt Herbert Hirschmann.
Der Kreistag fasste den Grundsatzbeschluss, dass St. Anna ein wohnortnahes Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung bleiben soll. Für die baulichen und organisatorischen Optimierungen wird jetzt ein Konzept mit Kostenschätzung erstellt, um Zuschüsse beantragen zu können.
Überaus erfreut waren die Kreisräte im Ausschuss am Donnerstag, als ihnen die Jahresrechnung 2010 vorgelegt wurde. Mit nur 151 000 Euro musste der Landkreis das seit Jahren niedrigste Defizit des Hauses ausgleichen.

625 000 Euro Defizit


Die Freude währte aber nur bis zum nächsten Tagesordnungspunkt, dem Abschluss 2011. Bei gleicher Bilanzsumme von rund 13,2 Millionen schnellte das Defizit im vergangenen Jahr hoch auf 625 000 Euro. "Wir brauchen mehr Geld, von Berlin kommt zu wenig", stellte Verwaltungsleiter Gerhard Zinser in der Sitzung fest. Zudem sei die Belegung in den letzten Monaten des Jahres 2011 schlechter gewesen als im Jahr vorher. Schließlich habe man deutlich mehr Rückstellungen für Urlaubstage ansetzen müssen, die die Mitarbeiter mit ins Folgejahr genommen haben. Hauptursache dafür seien Krankheitsfälle gewesen, erklärte Zinser.
Kreisräte monierten aber auch den Stromverbrauch im Krankenhaus, der von 684 000 auf über eine Million Kilowattstunden stieg.
"Der Kreis hat die Finanzen des Krankenhauses nicht alleine in der Hand", gab Landrat Eberhard Irlinger (SPD) zu bedenken, "man könne es auch nicht totsparen". Er relativierte den Krankenhaus-Fehlbetrag mit einem Blick nach Höchstadt, das sich alleine seine Freizeiteinrichtungen eine Million Defizit im Jahr kosten lässt.