Erlangen
FAU Erlangen-Nürnberg

Illegale Versuche an über 20 Hunden? Uniklinik Erlangen weist Vorwürfe von sich

Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" hat Anzeige gegen Forscher gestellt. Die Uniklinik Erlangen weist die Vorwürfe aber von sich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg illegale Versuche an Beagle-Hunden und Schweinen durchgeführt? Das werfen ihnen Tierschützer des Vereins "Ärzte gegen Tierversuche" vor. Symbolbild: Pauline Lindner
Haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg illegale Versuche an Beagle-Hunden und Schweinen durchgeführt? Das werfen ihnen Tierschützer des Vereins "Ärzte gegen Tierversuche" vor. Symbolbild: Pauline Lindner

Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche e.V." hat Anzeige gegen Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gestellt. Nach Recherchen des Vereins habe eine Arbeitsgruppe der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik in Erlangen vermutlich über mehrere Jahre Tierversuche an Beagle-Hunden und eventuell auch Schweinen ohne ordnungsgemäße Genehmigung durchgeführt.

Es gehe um Versuche an insgesamt 114 Schweinen und 26 Beagles. Das teilt der Verein am Mittwoch mit. Den Hunden seien demnach bis zu zwölf Backenzähne aus Ober- und Unterkiefer gezogen worden, um Implantate einzubringen. Zum Teil seien bewusst Entzündungen des Zahnfleisches und der Kieferknochen hervorgerufen worden. Schweinen seien neun Löcher mit einem Zentimeter Durchmesser in den Schädel gebohrt und mit künstlichen Materialien gefüllt worden. Die Ergebnisse seien in Fachjournalen veröffentlicht worden. Dabei seien dem Ärzteverein Widersprüche bei elf Publikationen aus den Jahren 2011 bis 2017 aufgefallen. Nun ist es an der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Zweigstelle Erlangen Ermittlungen einzuleiten.

FAU weist Vorwürfe von sich

Die Pressestelle der FAU bezieht zu diesen Vorwürfen Stellung: Die Arbeitsgruppe der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik des Universitätsklinikums der FAU habe in Erlangen keine Versuche an Beagle-Hunden oder Schweinen durchgeführt. Bei den Versuchen, auf die der Verein anspielt, handele es sich offensichtlich um an ungarischen Partnerinstitutionen durchgeführte und dort von der zuständigen Behörde ordnungsgemäß genehmigte Versuche.

Die irrtümliche Zuschreibung an die FAU sei möglicherweise durch eine fehlerhafte Angabe in den ursprünglichen Publikationen entstanden. Den betroffenen Journals gegenüber wurde diese Angabe bereits im September 2017 richtiggestellt. Außerdem seien laut Unterlagen des Sachgebietes Tierschutzangelegenheiten der FAU in diesem Zusammenhang keine Versuche an Hunden und Schweinen für den Zeitraum 2001 bis heute von der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik durchgeführt worden.

Lesen Sie auch auf inFranken.de: Verprügelt und gegen Wand geworfen: 20-Jähriger quält Hund "Buddy" und filmt Taten

 

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren