Höchstadt a. d. Aisch
Gottesdienst

"Ihr wart ein Stern der Hoffnung für uns"

Höchstadt nahm Abschied von den drei indischen Ordensschwestern, die zwei Jahre im Kreiskrankenhaus gearbeitet hatten.
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Krankenhausseelsorger Georg Paszek verabschiedet im Gottesdienst die indischen Schwestern.  Peter Schramm
Krankenhausseelsorger Georg Paszek verabschiedet im Gottesdienst die indischen Schwestern. Peter Schramm
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Regen begleitete die Besucher auf dem Weg zum Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche - passend zu einem sehr bewegenden Moment mit viel Rührung und feuchten Augen. Es galt Abschied zu nehmen von den drei indischen Ordensschwestern, die die letzten beiden Jahre in Höchstadt verbracht hatten. Der Landkreis als Träger des Kreiskrankenhauses St. Anna hatte das Arbeitsverhältnis mit ihnen gekündigt.

Genau vor zwei Jahren hatte man am Dreikönigstag die indischen Schwestern erstmals in Höchstadt willkommen geheißen. Vorangegangen war nach intensiver Vorplanung durch die Krankenhausverwaltung und den Caritasverband eine Anfrage bei der Kongregation der Herz-Jesu-Schwestern in Kerala (Südindien), Ordensschwestern für den Dienst im Höchstadter Krankenhaus zur Verfügung zu stellen. Die Zusage hatte man damals als Auszeichnung für das Höchstadter Kreiskrankenhaus interpretiert, da es kaum mehr Krankenhäuser gibt, in denen Ordensschwestern ihren Dienst an kranken Menschen leisten. Vielmehr müssen in vielen Einrichtungen Ordensschwestern ihre Tätigkeit auf Grund von Nachwuchsmangel aufgeben.

Vergebliche Bemühungen

Nach ihrer Ankunft in Deutschland absolvierten die drei gelernten Krankenschwestern zunächst ein sechsmonatiges Praktikum im Erlanger Waldkrankenhaus und absolvierten an der Universität Erlangen ihre Deutsch-Anerkennungsprüfung. Nach einer vorübergehenden Unterbringung bei der Familie Grau im Hotel "Zur Post" konnte im August 2017 Erzbischof Ludwig Schick das neue Schwesternhaus in der Kleinen Bauerngasse einweihen.

Doch zum Ende des vergangenen Jahres kündigte der Landkreis das Arbeitsverhältnis mit den Schwestern. Vergeblich hatten sich Krankenhausseelsorger Georg Paszek und Dekan Kilian Kemmer in eindringlichen Apellen an den Landrat und den Krankenhausausschuss gewandt, um sich für den Verbleib der Schwestern einzusetzen.

Desto herzlicher fiel jetzt der Abschied aus. Dekan Kemmer überreichte passend zum Dreikönigstag einen von Kindern der Kita St. Michael gefertigten Stern. "Ihr wart ein Stern der Hoffnung für uns alle, besonders für viele Patienten. Wir schämen uns für diese Entwicklung und sagen euch: Euer Dienst in Deutschland bleibt wichtig. Euer Stern wird nunmehr woanders leuchten."

Abschied fällt schwer

Schwester Rose, die Oberin der kleinen Schwesterngemeinschaft, ergriff am Ende der Feier das Wort und dankte für die überwältigende Aufnahme in Höchstadt. "Sogar der Bürgermeister hat uns am ersten Abend in Höchstadt schon begrüßt". Es falle sehr schwer nach so kurzer Zeit fernab der eigenen Heimat wieder alles zurück zu lassen. Doch wenn wir hier nicht gebraucht werden, gehen wir dorthin, wo man uns haben will".

14 kirchliche und nicht kirchliche Einrichtungen hatten um den Einsatz der Schwestern geworben. Zwei weitere junge Schwestern aus Indien werden im Laufe des Jahres den Konvent noch verstärken. Arbeiten werden die Schwestern nunmehr in Scheinfeld im Pflegeheim der dortigen Caritas.

Nach den tröstenden Worten von Schwester Rose wurden die Schwestern aus der Kirche geleitet. Viele Händedrücke, Umarmungen und Gesten der Verbundenheit durften die Schwestern am Kirchenportal zum Abschied mitnehmen. Ein gutes Zeichen am Ende: Der Regen war weg und Sonnenschein begleitete die Schwestern zu ihrer neuen Aufgabe.

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