Höchstadt a. d. Aisch
Bauland

Höchstadts Grüne wollen Zersiedlung stoppen

Der neue Ortsverband möchte in Höchstadt auf weiteres Flächenwachstum möglichst verzichten.
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Sonja Koenigk, Peter Winkler, Werner Friedrich und Ulla Gerdes-Zehl (von links) vom neuen Grünen-Ortsverband sehen jede weitere Ausweisung von Gewerbe- oder Baugebieten in Höchstadt kritisch - auch hier im Gebiet Häckersteig. Foto: Andreas Dorsch
Sonja Koenigk, Peter Winkler, Werner Friedrich und Ulla Gerdes-Zehl (von links) vom neuen Grünen-Ortsverband sehen jede weitere Ausweisung von Gewerbe- oder Baugebieten in Höchstadt kritisch - auch hier im Gebiet Häckersteig. Foto: Andreas Dorsch

Ginge es nach den Vorstellungen des im Januar neu gegründeten Ortsverbands der Grünen, würde Höchstadt ein anderes Gesicht bekommen und in der Fläche kaum mehr wachsen. "Es ist eine falsche Politik, auf Wachstum zu setzen. Wir brauchen kein weiteres Wachstum", sagt Peter Winkler.

Winkler ist Mitglied im neuen Ortsverband. Zusammen mit Vorsitzender Sonja Koenigk, Schriftführerin Ulla Gerdes-Zehl und Kassier Werner Friedrich hatten die Grünen am Donnerstag zu einem Pressetermin geladen. Bewusst gewählt war als Treffpunkt der Rand des Baugebietes Häckersteig.

Auch mal kein Wohngebiet

Den Grünen "ist es ein großes Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, was an Flächenfraß in Höchstadt passiert". Die Kulturlandschaft werde nach und nach zerstört, sagt Winkler mit Blick in die an das Baugebiet grenzende Natur, die mit dem nächsten Häckersteig-Bauabschnitt bebaut werden soll. Am weitesten geht Werner Friedrich mit seiner Forderung, "auch mal kein Wohngebiet auszuweisen". Schließlich sollten die Bürger, die schon hier wohnen, auch noch etwas von der Natur haben.

Hart ins Gericht gehen die Grünen mit den Verantwortlichen in der Stadt. Wenn schon Baugebiete ausgewiesen werden, sollte die Stadt darauf achten, dass die Häuslebauer die Auflagen einhalten. Für das künftige Baugebiet Häckersteig VI liegt derzeit der Bebauungsplan im Rathaus öffentlich aus. 33 Grundstücke sind hier geplant. Ein das Gelände durchziehender Heckenzug soll erhalten bleiben. Die zwingende Durchgrünung soll laut Bebauungsplan ausschließlich mit heimischen Laub- und Obstbäumen erfolgen.

Winkler hat seine Zweifel, dass diese Auflagen eingehalten werden. Mit Blick auf das benachbarte Baugebiet Häckersteig V stellt er fest, dass die Stadt offensichtlich wenig Interesse hat, auf dem Papier stehende Festsetzungen auch einzufordern. "Die Gärten sind ein Trauerspiel", sagt der Grüne.

Winkler und seine Mitstreiter kritisieren die immer mehr um sich greifenden Steinwüsten auf den Grundstücken, in denen kaum mehr etwas blüht.

Stadt soll Auflagen kontrollieren

Das Haus müsse heute modern, der Garten pflegeleicht sein, sagt Grünen-Vorsitzende Koenigk, die mit dieser Art der Gartengestaltung ein Problem hat. Einzelne Hausbesitzer möchten die Grünen aber nicht anklagen. Vielmehr sei es Aufgabe der Stadt, für die Einhaltung der Begrünungsauflagen zu sorgen.

Der Stadt hält Sonja Koenigk vor, kein ökologisches Konzept und auch keine Baumschutzverordnung zu haben. Winkler sieht auch keine ökologischen Visionen in der Stadtpolitik, "vor allem nicht bei der Jungen Liste".

Für Vorsitzende Koenigk braucht Höchstadt keine neuen Gewerbegebiete mehr. Vielmehr sollten die vorhandenen großen Flächen, die auch zur Lichtverschmutzung beitragen, genutzt werden. Ein Ende wünscht sie bei den Überlegungen in Richtung interkommunales Gewerbegebiet an der A3 zwischen Nackendorf und Mühlhausen. Werner Friedrich vermisst in Höchstadt Umweltauflagen fürs Gewerbe, Peter Winkler eine nachhaltige Entwicklung - "die Stadt hat keinen Plan". Er würde es zudem begrüßen, wenn sich Höchstadt zur pestizidfreien Stadt ernennen würde.

Noch sind die engagierten Grünen um Kunstlehrerin Koenigk neu auf dem kommunalpolitischen Parkett. "Wir wollen Probleme öffentlich machen", sagt die Vorsitzende. Inzwischen kann sie sich auch vorstellen, bei den Stadtratswahlen im kommenden Jahr mit einer eigenen Liste anzutreten. Ihre Mitstreiter haben die Vision, künftige Grünen-Stadträte könnten zusammen mit den Kollegen von CSU und SPD eine Mehrheit gegen Bürgermeister Gerald Brehm und dessen Junge Liste bilden.

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