Ehrung

Höchstadts Dekan ist von Kind auf großer Krippenfan

Seit 40 Jahren ist Höchstadts Pfarrer Kilian Kemmer Mitglied der Bamberger Krippenfreunde. Er sorgte auch für die wohl am meisten gereiste Krippe der Welt.
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Auf Wunsch von Pfarrer Kilian Kemmer segnete Papst Benedikt XVI. die Krippe für die Höchstadter Partnergemeinde Swinemünde. Foto: privat
Auf Wunsch von Pfarrer Kilian Kemmer segnete Papst Benedikt XVI. die Krippe für die Höchstadter Partnergemeinde Swinemünde. Foto: privat
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Die Liebe und Begeisterung für die Krippe waren Kilian Kemmer schon in die Wiege gelegt. Sein Großvater etwa, der Kunstdekorationsmaler Adam Neukam, erklärte dem Buben eine erste Krippe aus über hundert beweglichen Einzelfiguren: geschaffen vom "Herrgottsschnitzer aus der Höll‘", wie der in Bamberg und Umgebung bekannte Franz Bauer genannt wurde.

"Diese Krippe ging in unseren Familienbesitz über", erzählt Kilian Kemmer, Sohn der nicht nur in Bamberg unvergessenen Eheleute Emil und Kunigunde Kemmer. Der heute 53-jährige Dekan ist seit 40 Jahren Mitglied im traditionsreichen Verein der Bamberger Krippenfreunde: "Als 13-Jähriger habe ich einen Krippenbaukurs absolviert, um für eine Krippenszenerie mein Elternhaus in der Bamberger Eisgrube als Kulisse zu bauen", blickt Kemmer zurück.


Ein geduldiger Mentor

Lächelnd erinnert er sich an sein "damals bei mir alles andere als entfaltete handwerkliche Geschick". Doch Krippenbauer Wilfried Kuntke habe ihm geduldig und fachkundig auf die Sprünge geholfen. So war die Freude groß, dass der einstige Mentor auch bei der Ehrung für die vier Jahrzehnte Mitgliedschaft dabei war.

Vereinsvorsitzender Marcus Gessner überreichte Pfarrer Kemmer im Rahmen einer Feierstunde die Urkunde und eine Anstecknadel in Gold. Zwar sei er seit seiner Priesterweihe im Jahr 1990 nur noch ein passives Mitglied, räumte der Pfarrer ein: "Doch mein Engagement für die Krippe ist ungebrochen!" betonte er.

Zumal "Krippen eine Grundbewegung unseres Glaubens ausdrücken: Gott bewegt sich auf den Menschen zu und fördert die Bewegung des Menschen auf Gott zu, auf dem Weg des Glaubens und durch das Wirken der Kirche". Fast poetisch fügt Pfarrer Kemmer hinzu: "Wer eine Krippe bewegt, spürt über seiner Hände Arbeit in seinen Gedanken und in seinem Herzen die frohe Botschaft unseres Glaubens: die Liebe Gottes zum Menschen."

Dass sich Kilian Kemmer tatsächlich leidenschaftlich für Krippen einsetzt, stellt zum Beispiel seine bisher spektakulärste Aktion unter Beweis: Er organisierte die wohl am meisten gereiste Krippe der Welt, die insgesamt über 6000 Kilometer zurücklegte. Das Wunder der Heiligen Nacht hatte ein armenischer Bildhauer, der in den 1990er Jahren als Asylbewerber in Höchstadt weilte und wieder in seine Heimat zurückging, meterhoch in Szene gesetzt. Diese Krippe steht in der Weihnachtszeit in der Höchstadter Pfarrkirche.

Der Künstler bekam nun von Pfarrer Kemmer den Auftrag, eine kleinere Krippe zu schnitzen für die Höchstadter Partnergemeinde Swinemünde in Nordpolen. Und das geschah auch, so dass diese Krippe erst von Armenien nach Höchstadt pilgerte und von dort nach Swinemünde. Nicht vergessen werden soll die Zwischenstation des Kunstwerkes in Rom:"Papst Benedikt XVI. erfüllte mir damals den Wunsch, diese Krippenfigurenpersönlich zu segnen", sagt Pfarrer Kemmer. So stehe diese Krippe seither das ganze Jahr hindurch in der Kirche von Swinemünde in einer eigens eingerichteten Kapelle.


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