Höchstadt a. d. Aisch
Weihe

Höchstadter Kellerberg hat jetzt seinen Bierheiligen

Die Krypta im Höchstadter Kellerberg schmückt bald eine Statue des Bischofs Arnulf von Metz, dem Heiligen der Bierbrauer und Müller.
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Dekan Kilian Kemmer, Christoph Reuß (Kassier des Heimat- und  Verschönerungsvereins), Karin Hackenberg (Schriftführerin), Birgit Keller (Kirchenführung), Georg Walcher  (Vorsitzender der Hajastan-Armenienhilfe), Herbert Sailer (Steinmetz),  Viktor Avetisyan (Künstler), Georg Römer (Vorsitzender des Heimat- und  Verschönerungsvereins) und natürlich die Statue des Heiligen Bischof Arnulf  von Metz    Foto: Britta Schnake
Dekan Kilian Kemmer, Christoph Reuß (Kassier des Heimat- und Verschönerungsvereins), Karin Hackenberg (Schriftführerin), Birgit Keller (Kirchenführung), Georg Walcher (Vorsitzender der Hajastan-Armenienhilfe), Herbert Sailer (Steinmetz), Viktor Avetisyan (Künstler), Georg Römer (Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins) und natürlich die Statue des Heiligen Bischof Arnulf von Metz Foto: Britta Schnake
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Schon seit mehreren Jahren war der Höchstadter Heimat- und Verschönerungsverein auf der Suche nach einem Heiligen der Bierbrauer, entsprechend viele Bücher wurden gewälzt. Der Grund dafür ein klarer: "Das ist die Kultstätte des Bieres, da am Kellerberg", so Georg Römer, Vorsitzender des Vereins.

Greifbarer wurde das Projekt mit dem Übergang des Kellers "Friedrichshöhe" in die Hände der Kirche. Vor einem Jahr wurde die darin entstandene Krypta geweiht, einen Altar mit Kreuz gibt es ebenfalls. Fehlte nur noch ein Bierheiliger. Dekan Kilian Kemmer erzählt, dass das letzte Stück im Puzzle auf der Suche von dem damaligen Ministranten Leon Nitsche kam, welcher ihm ein Bild des Bischofs Arnulf von Metz auf dem iPhone präsentierte. Selbiger Bischof, der im siebten Jahrhundert lebte und wirkte, gilt als Heiliger der Bierbrauer und der Müller, aber auch für verloren Gegangenes wird er angerufen. Die Idee nahm Gestalt an.

Künstler aus Armenien

So richtig ins Rollen kam sie aber erst, als Georg Walcher, Vorsitzender der Hajastan-Armenienhilfe, Kontakt aufnahm zu einem befreundeten Künstler, den er seit über 20 Jahren kennt. Viktor Avetisyan kam 1993 aus den Kriegswirren seines Landes als Asylsuchender nach Höchstadt. 1996 kehrte er zwar wieder in sein Land zurück, kam aber erneut nach Höchstadt, um dort 1998 den Kreuzstein am Graben sowie 2005 den Kreuzstein zwischen Realschule und Anton-Wölker-Schule zu schaffen.

Walcher stellte die Verbindung zwischen Georg Römer und dem Künstler her. Kostenlos für das Projekt zur Verfügung gestellt wurde von Steinmetz Herbert Sailer ein Stück Sandstein, das schon seit über 60 Jahren bei Sailer steht und eine Zeitlang den Lehrlingen als Übungsstück diente. Innerhalb von vier Wochen schuf Avetisyan auf der Basis von drei verschiedenen Vorlagen des Bischofs eine gut 60 Zentimeter große Statue, zu deren Füßen ein Bierfass thront.

Kemmer lobt Römer

Eingebettet in den Gottesdienst am Sonntag in der Stadtpfarrkirche St. Georg erfolgte nun durch Dekan Kemmer die Weihe der kleinen Statuette, die im Anschluss daran ihr neues Zuhause in der Krypta finden wird. Zugegen war auch der 65-jährige Künstler selbst, ein bescheidener, zurückhaltender Mann, den Kemmer willkommen hieß. "Der Gottesdienstbesucher mit der wohl weitesten Anreise kommt aus Armenien", erklärte er, dann ging er auf den Bischof selbst ein. "Arnulf von Metz hat damals die Zeichen der Zeit erkannt", erzählte er, womit er auf die Krankheiten der damaligen Zeit anspielte, die durch verschmutztes Wasser verursacht wurden. Der Genuss von Bier, bei dessen Brauvorgang das Wasser abgekocht wird, löste dieses Problem. "Ich bin Herrn Römer sehr, sehr dankbar", so Kemmer weiter, "sein Herz schlägt für das Brauchtum in unserer Gesellschaft, aber noch mehr für das Brauchtum in unserer Gemeinde."

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