Internationale Beziehungen

Höchstadter Gymnasium knüpft Kontakte mit China

Das Höchstadter Gymnasium intensiviert seine Beziehungen zu China: Ein Schüleraustausch zwischen Höchstadt und einer chinesischen Schule ist geplant.
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Bernd Lohneiß, Schulleiter des Höchstadter Gymnasiums, hat mit der Nanfang High-School eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart. Fotos: privat
Bernd Lohneiß, Schulleiter des Höchstadter Gymnasiums, hat mit der Nanfang High-School eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart. Fotos: privat
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Wenn Bernd Lohneiß, Schulleiter des Höchstadter Gymnasiums, durch China reist, dann interessieren ihn die chinesische Mauer, die Hauptstadt Peking oder die vielen Tempelanlagen. Vor allem interessieren ihn aber die Schulen in China: Für zwei Wochen reiste er in das Land, um Kontakte mit Schulen zu intensivieren.

Drei Schulen und ein Schulzentrum hat Lohneiß insgesamt besucht. Der eigentliche Grund für die Reise war die Nanfang High-School in Zhuzhou. Bereits im Juli vergangenen Jahres waren einige Schüler der High-School in Höchstadt und verbrachten fünf Tage bei Gastfamilien. Nun war es Lohneiß, der die Schule in China besuchte. "Mit dieser Schule will ich einen engen Kontakt aufbauen", zeigt sich der Schulleiter begeistert.

Gedacht ist ein Austausch für die siebten bis zehnten Klassen. Bis zu zwölf Schüler sollen daran teilnehmen können, außerdem zwei Lehrkräfte, erklärt Lohneiß. Den ersten China-Besuch plane man für die Osterferien 2019. Im Juli 2019, kurz vor den Sommerferien, sollen dann die Asiaten nach Höchstadt kommen.


Schüler müssen sich bewerben

Für den Austausch müssen sich die Schüler schriftlich bewerben. Damit sollen sie beweisen, inwiefern sie sich bereits mit China auseinandergesetzt haben, ob sie den Austausch ernst nehmen und mit den Gepflogenheiten vor Ort umgehen können.

Außerdem ist es Voraussetzung, dass die Schüler im Wahlkurs Chinesisch sind, der seit zwei Jahren am Höchstadter Gymnasium angeboten wird. Mittlerweile gibt es sogar einen Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurs, die beide gut besucht sind. Auf seiner Reise hat der Höchstadter Schulleiter einen Kooperationsvertrag mit dem Leiter der chinesischen Schule unterschrieben - eine Partnerschaft ist besiegelt.

Für die chinesischen Schüler sei Deutschland neben den USA als Schul- und Studienland sehr attraktiv. "Das deutsche Bildungssystem hat einen hohen Stellenwert in China", berichtet Lohneiß. Viele Schüler würden unbedingt zum Studieren nach Deutschland kommen wollen. "Die chinesischen Eltern versuchen alles, damit ihr Kind eine bestmögliche Ausbildung hat, erzählt er. Neben einem durchgetakteten Schultag, oft in Internaten, besuchen viele Kinder am Wochenende große Zentren, in denen sie weiter gefördert werden.

Doch was reizt einen Höchstadter Gymnasiasten daran, Chinesisch zu lernen? Die Schulen seien alle mit Tablets und interaktiven Whiteboards ausgestattet - bei einer Klassengröße von bis zu 45 Schülern keine Selbstverständlichkeit. "China ist mit seiner Wirtschaftsstruktur ein wachsendes Land", sagt Lohneiß.
In manchen Dingen, vor allem in den Bereichen Technik und Digitalisierung, sei China weit voraus. "Die Elektroroller surrten leise an einem vorbei", erzählt der Schulleiter. "Die westliche Welt denkt darüber nach und die Chinesen machen es einfach", sagt er.

Dass es auch große Unterschiede zu Deutschland gebe, beispielsweise das politische System Chinas, verleugnet Lohneiß nicht. Menschenrechte, die nicht beachtet werden, eine Diktatur, Smog in den Städten - von solchen Missständen bemerke man als Besucher jedoch wenig.



Mehr Infos zum geplanten Schüleraustausch mit China
Schulen Insgesamt hat Schulleiter Bernd Lohneiß drei Schulen und ein großes Schulzentrum in China besucht: das "Cathay Future Zentrum" in Tianjin, die "Changqing Nr.1 School" in Wuhan, die "Nanfang High-School" in Zhuzhou und eine Schule in Wuxi. Schüler aus den Schulen in Wuhan, Zhuzhou und Wuxi waren bereits in Höchstadt zu Gast und haben das Gymnasium besucht.

Förderung Zuschüsse für einen China-Austausch gibt es von der Mercator-Stiftung. Die Stiftung unterstützt Projekte, die Wissensaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund fördern. Weitere Zuschüsse gibt es vom Kultusministerium. fr
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