Höchstadt a. d. Aisch
Aschermittwoch

Höchstadter Genossen kritisieren ihre Partei

Die Querelen rund um die Regierungsbildung in Berlin und das Chaos an der Parteispitze kommen bei der Höchstadter SPD nicht gut an.
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Mechthild Weishaar-Glab rechnete mit der SPD-Spitze ab.   Foto: Yannick Hupfer
Mechthild Weishaar-Glab rechnete mit der SPD-Spitze ab. Foto: Yannick Hupfer
Normalerweise wird auf einem politischen Aschermittwoch kräftig ausgeteilt. Mit Seitenhieben gegen die anderen Parteien versucht man, die eigene bestmöglich darzustellen. Anders war es beim SPD-Ortsverein Höchstadt in diesem Jahr, als sich die Sozialdemokraten im ASV-Sportheim trafen. Statt verbal gegen die politischen Gegner zu schießen, reflektierte man die eigene Partei durchaus kritisch. "Die turbulenten Zeiten in Berlin haben mein Augenmerk heute auf ein anderes Thema gelenkt", erklärte die Vorsitzende des Ortsvereins, Mechthild Weishaar-Glab.
Das vergangene Jahr sei für die SPD schwierig gewesen. Einem "sehr schweren Wahlkampf" standen aber in den Höchstadter Reihen "mutige, entschlossene und hoch motivierte" Mitglieder entgegen, denen sie beim traditionellen Fischessen dankte. Dennoch sei die Wahl für die Genossen nicht optimal verlaufen. "Das Ergebnis im September war eine ganz schmerzende, krachende Niederlage für die SPD", erklärte sie. Man sah sich "abgestraft wie nie zuvor" vom Volk, das nur zu 20 Prozent die Sozialdemokraten wählte.


Eine verpasste Chance

Anschließend habe es innerhalb der Partei laut Weishaar-Glab eine erste Spaltung gegeben. Die einen befürworteten den möglichen Gang in die Opposition, die anderen hätten den Schritt für "voreilig und politisch bedenklich" gehalten. Doch man habe verpasst, sich offensiv für eine Regierungsbeteiligung der SPD einzusetzen. "Man übte sich in Leisetreterei, schob eine Flucht vor der Verantwortung nach der anderen vor sich her", kritisiert sie ihre Partei.
Trotz der aktuellen Probleme in der Führung ist der Ortsverein der SPD aber weiterhin zuversichtlich. "Überall knirscht es!", sagte Mechthild Weishaar-Glab. Auch die anderen Parteien hätten Probleme.
Aktuell hat die SPD Höchstadt rund 50 Mitglieder. Erst im Januar kamen sogar zwei neue hinzu. Und während am Aschermittwoch eher über die Führungsebene diskutiert wurde, hatten die Politiker beim Gaudiwurm am Dienstag kritisch auf das Geschehen vor Ort geblickt. Die SPD hatte dabei den "Schrottplatz Innenstadt" aufgespießt. Gemeint sind die neuen Bänke aus Stahl, die derzeit mit Rost überzogen sind. "Wer hier rastet, der rostet", stand auf ihrem Wagen. Auch wenn es in der Spitze der SPD kräftig rumort, den Spaß lässt man sich offensichtlich an der Basis in Höchstadt nicht verderben.
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