Stadtrat

Höchstadt will günstige Wohnungen bauen

An der Kerschensteinerstraße sollen 30 bis 40 Wohnungen entstehen. Große Mehrheit für Beteiligung Höchstadts an Förderprogramm des Freistaats.
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Auf diesem aufgelassenen Allwetterplatz und Nachbargrundstücken an der Kerschensteinerstraße  soll bezahlbarer Wohnraum entstehen.  Foto: Andreas Dorsch
Auf diesem aufgelassenen Allwetterplatz und Nachbargrundstücken an der Kerschensteinerstraße soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Foto: Andreas Dorsch
Weil steigende Mieten auch vor Höchstadt nicht halt machen, möchte die Stadt jetzt die Bremse ziehen und selbst "bezahlbaren Wohnraum" schaffen. Mit 16:3 Stimmen beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend, aktiv zu werden und Wohnungen zu bauen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Hartplatzes südlich der Kerschensteinerstraße und auf einigen benachbarten Grundstücken, die inzwischen der Stadt gehören, sollen 30 bis 40 Wohnungen entstehen, die die Stadt dann zu ihren Konditionen vermieten kann. "Wenn wir das jetzt nicht anbieten, wann sonst", fragte Bürgermeister Gerald Brehm (JL).

Die Regierung von Mittelfranken habe bereits in Aussicht gestellt, dass Höchstadt in das Kommunale Wohnraumförderprogramm aufgenommen werde. Dieses vom Freistaat Bayern aufgelegte spezielle Programm soll Gemeinden unterstützen, selbst Wohnraum zu planen und zu bauen. Mit dem Programm will die Staatsregierung "Wohngebäude fördern, die langfristig nutzbar sind und dem Ziel einer geordneten städtebaulichen Entwicklung entsprechen."

Im Höchstadter Haushaltsentwurf 2018 sind dafür als Investitionssumme zehn Millionen Euro eingestellt. Laut Regierung könne Höchstadt mit 30 Prozent Förderung rechnen. 60 Prozent gebe es als zinsverbilligte Darlehn und nur zehn Prozent müssten an Eigenmitteln aufgebracht werden. "Ich möchte das machen, die Finanzierung ist gesichert", appellierte Bürgermeister Brehm an die Stadträte und warf die Frage in den Raum, was wäre, wenn man das privaten Bauträgern überlasse.

Etwas zu schnell ging das CSU-Sprecher Alexander Schulz. Er stellte den Dringlichkeitsantrag, erst einmal Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken einer Beteiligung der Stadt an der Wohnungsbaugesellschaft "Gewobau Land" zu prüfen, die im Mai im Landkreis gegründet werden soll. Hier hätte man eine größere Gruppe und es seien Profis am Werk. Warum sollte sich die Stadt die Verwaltung der Wohnungen ans Bein binden, wenn das auch eine Gesellschaft tun könnte, argumentierte der CSU-Sprecher und wollte erst noch Informationen einholen. Sein Dringlichkeitsantrag fand aber keine Mehrheit.

Der Antrag gehe am Ziel vorbei, sagte Bürgermeister Brehm. Das Förderprogramm der Regierung sei unabhängig von der geplanten Wohnungsbaugesellschaft. Brehm sah keine Dringlichkeit für den CSU-Antrag. Für das Förderprogramm der Regierung müssten allerdings die Anträge jetzt gestellt werden. Der Bürgermeister verstehe nicht, dass auch der Landrat die Kommunen auffordere, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, die CSU-Fraktion in Höchstadt aber bremse. Mit dem Beschluss im Stadtrat gehe es erst einmal nur darum, das Vorhaben in Gang zu setzen. So beauftragte der Stadtrat auch das Architekturbüro Fritz Wiesneth, in die Planung für das Areal an der Kerschensteinerstraße einzusteigen.

"Habt Mut, das anzupacken", forderte Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich seine Kollegen auf. Er begrüßte die Initiative der Stadt und erinnerte an die erfolgreichen Projekte wie die Fortuna Kulturfabrik und das Gesundheitszentrum. Der soziale Wohnungsbau müsse jetzt schnell angegangen werden.

Auch SPD-Sprecher Andreas Hänjes drängte darauf, jetzt schnell in das von der Staatsregierung aufgelegte Programm einzusteigen. "Ich sehe uns in einer Vorreiterrolle im Landkreis", sagte Hänjes und erinnerte an die schlimme Wohnungsnot in Bayern.

Auf dem Gelände in Höchstadt sollen Mehrfamilienhäuser mit ausschließlich Mietwohnungen gebaut werden. Dabei handle es sich laut Bürgermeister Brehm aber nicht um klassischen sozialen Wohnungsbau. Die Stadt würde die Wohnungen dann nach einem Sozialmodell vergeben, dessen Kriterien sie selbst festlegen kann. 2019/2020 sollen die Wohnungen fertig sein.
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