Höchstadt a. d. Aisch
Wandel

Höchstadt schafft Platz für Urnen

Höchstadt reagiert auf Wünsche von Angehörigen und legt auf dem Friedhof Etzelskirchen ein Feld für Baumbestattungen fest.
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In diesem Bereich des Etzelskirchener Friedhofs sollen Baumbestattungen möglich werden.  Fotos: Andreas Dorsch
In diesem Bereich des Etzelskirchener Friedhofs sollen Baumbestattungen möglich werden. Fotos: Andreas Dorsch
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Immer mehr Menschen lassen ihre verstorbenen Angehörigen einäschern und in Urnengräbern, Urnenwänden, oder auf halb- oder völlig anonymen Feldern beisetzen. Um diesem Trend gerecht zu werden, schafft die Stadt Höchstadt auf ihren beiden Friedhöfen an der Bamberger Straße und in Etzelskirchen Platz für mehr Urnen. In Etzelskirchen sollen zudem so schnell wie möglich auch Baumbestattungen angeboten werden.

Der Bauausschuss des Stadtrats traf sich am Montagabend vor Ort um festzulegen, in welchem Bereich des Friedhofsgeländes in Etzelskirchen Baumbestattungen erfolgen könnten. Die Entscheidung fiel für ein flaches Feld, auf dem schon einige Bäume stehen und noch weitere gepflanzt werden sollen. Hier könnten dann abbaubare Bio-Urnen ohne Namensplatte beigesetzt werden. Die Namen der bestatteten Personen wären auf einer Stehle, einem Natursteinwürfel oder einer Gedenktafel vorstellbar. Innerhalb von ein bis zwei Jahren sei die Bio-Urne dann völlig abgebaut, erklärte dazu Stadtrat und Bestatter Johannes Riegler.

Auf Wünsche reagieren

"Wir müssen auf die Wünsche der Leute reagieren", sagte Dekan Kilian Kemmer zum Thema Baumbestattungen. Er setze Urnen überall bei, es müsse aber in Würde geschehen. Der evangelische Pfarrer Fritz Schäfer appellierte an die Stadträte, eine schnelle Lösung zu finden und für die Baumbestattungen den jetzigen Bestand in das Feld zu integrieren.

JL-Stadträtin Jeanette Exner warf die Frage auf, ob man das große Friedhofsareal in Etzelskirchen nicht verkleinern sollte. Durch den Trend zur Urne werde einmal deutlich weniger Platz gebraucht und dann werden auch auf dem alten Friedhof an der Bamberger Straße immer mehr Gräber aufgelassen.

Dieser Friedhof war die zweite Station der Tour des Ausschusses. Hier ging es um die Sanierung der Einfriedungsmauer. Laut Sitzungsvorlage der Verwaltung sei mit Sanierungskosten von 50 000 Euro zu rechnen. Ein Abbruch und Neubau wird auf mindestens 200 000 Euro veranschlagt. Irene Häusler (JL) plädierte dafür, die alte Mauer wenigstens im Bereich der Gruften zu erhalten. Bei einer Bürgerbefragung war sogar der Vorschlag gekommen, in die Friedhofsmauer gleich Urnenwände zu integrieren. Der Ausschuss folgte schließlich dem Vorschlag von Bürgermeister Gerald Brehm (JL), nicht gleich die gesamte Mauer abzureißen, sondern erst den Bestand festzustellen und ein Sanierungsgutachten anfertigen zu lassen.

Bei der Ortsbesichtigung verständigte man sich auch darauf, für die neben einer Urnenwand stehende Mülltonnen einen geeigneteren Standort zu finden. Um bei Beerdigungen mehr Leuten die Möglichkeit zu geben, sich unter ein Dach zu stellen, kam der Vorschlag, die Aussegnungshalle nach hinten zu erweitern.

Ärger vor den Urnenwänden

Ein Problem auf dem Friedhof sind Blumen, Kränze, Kerzen und andere Gegenstände, die Angehörige vor den Urnenwänden ablegen. "Die Leute räumen ihr Zeug nicht mehr weg. Wenn wir es machen, gibt es Ärger", sagte der Bürgermeister.

Um den "Kleinkrieg" zwischen Angehörigen und Friedhofswärtern zu beenden, beantragte die CSU-Fraktion bauliche Maßnahmen, damit Grabschmuck an der Urnenwand möglich wäre. Das sollte aber nicht sein. Dafür erwägt die Verwaltung eine zeitliche Befristung für Blumen und andere Gegenstände. Wer Grabschmuck wünscht, könnte ja auch ein Urnengrab wählen.

Abgeschlossen wurde die Friedhofstour auf dem Heldenfriedhof, wo sich die Stadträte vom Sanierungsbedarf der Kapelle überzeugen konnten. Nach wie vor nicht geklärt ist dabei die Frage, ob die Kapelle Eigentum der Stadt oder der katholischen Kirchenstiftung ist und wer die Kosten übernimmt.

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