Kunst

Höchstadt in einem völlig anderen Licht

Auf der Kulturmeile im Sommer wird die Straßenbeleuchtung abgeschaltet und durch eine Illumination ersetzt. Die könnte auch zu einer Dauerlösung werden.
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Bereits fest installiert sind die Strahler für  die Illumination der Fortuna Kulturfabrik, die bei besonderen Veranstaltungen aktiviert wird.  Foto: Fortuna Kulturfabrik
Bereits fest installiert sind die Strahler für die Illumination der Fortuna Kulturfabrik, die bei besonderen Veranstaltungen aktiviert wird. Foto: Fortuna Kulturfabrik
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Wenn Ende Juli/ Anfang August die Stadt Höchstadt ihr großes Kulturfeuerwerk abbrennt, werden die Höchstadter und ihre Gäste vor allem nachts ins Schwärmen geraten. Entlang der Kulturmeile wird sich die Stadt vom Kellerberg bis hinaus zur Fortuna Kulturfabrik in völlig neuem Licht präsentieren.
Dozent Michael Müller von der Hochschule Coburg will mit einem Team aus fünf Studenten zeigen, wie eine Stadt ins rechte Licht gerückt werden kann, ohne dazu die konventionelle Straßenbeleuchtung zu benutzen.


Eindrucksvolle Beispiele

Der Stadtrat beauftragte in seiner jüngsten Sitzung Müller und dessen Team, die Höchstadter Kulturmeile zu illuminieren - zunächst einmal zeitlich begrenzt vom voraussichtlich 3. bis 12. August. Wie sowas dann aussehen könnte, demonstrierte Susanne Gabler von der Fortuna Kulturfabrik den Stadträten mit einer Reihe eindrucksvoller Fotos von Objekten, die Müller bereits in Szene gesetzt hat.

Bei der zeitlich begrenzten Ausleuchtung muss es aber in Höchstadt nicht bleiben. Die Stadträte waren sich einig, die Kulturmeile als Generalprobe für eine dauerhafte Illumination der Innenstadt zu sehen. Die Vorstellung, die herkömmliche Straßenbeleuchtung dann abzuschalten und durch das Anstrahlen bestimmter Objekte genügend Licht auf Straßen und Gehwege zu bringen, fand Gefallen.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sieht die Aktion als "Grundlagenplanung für eine dauerhafte Beleuchtung". Axel Rogner (JL) würde überall da beleuchten, "wo es Sinn macht und Leute sind". Für Alexander Schulz (CSU) gehört zu einer dauerhaften Beleuchtung auch der Kellerberg. Die einzelnen Objekte festzulegen wäre für ihn aber erst der zweite Schritt. Die SPD-Fraktion schlägt vor, Denkmäler wie die alte Aischbrücke, den Marktbrunnen und die Spix-Statue vor der Sparkasse dauerhaft zu beleuchten.

Michael Müller freut sich schon darauf, Höchstadt illuminieren zu dürfen und das auch noch zehn Nächte lang. Da können sich die Leute wenigstens daran gewöhnen. "Wir wollen die Bürger für Licht sensibilisieren", sagte er gestern dem FT. Die Straßenlampen werden in diesen Nächten abgeschaltet. Müller: "Wir spielen eher mit den Schatten." Er setzt Fassaden, Brücken, aber auch Bäume und Sträucher ins Licht. Die Umgebung soll sich nicht in der Nacht verlieren wie bei der konventionellen Straßenbeleuchtung.

Die Beleuchtung zur Kulturmeile wird provisorisch installiert und hinterher wieder rückstandslos entfernt. Soll später eine dauerhafte Lösung kommen, müssten Kabel verlegt werden.
Die mehrtägige Illumination der Kulturmeile - einschließlich Testphase - lässt sich die Stadt jetzt knapp 20 000 Euro kosten.


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