Höchstadt a. d. Aisch
Umwelt

Höchstadt: Hitzesommer 2018 macht weitere Pflanzenschäden sichtbar.

Der vergangene Sommer hat der Natur stark zugesetzt. Nun zeigen sich Auswirkungen, wie am Treibweg in Höchstadt.
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Die Wasserarmut zeigt sich bei vielen Pflanzenarten am Farbmangel, wie hier bei der Süßkirsche. Foto: Mirjam Stumpf
Die Wasserarmut zeigt sich bei vielen Pflanzenarten am Farbmangel, wie hier bei der Süßkirsche. Foto: Mirjam Stumpf
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Am Treibweg in Höchstadt steht eine Kiefer. Das ist nicht ungewöhnlich für eine Waldfläche. Aber Biologe Hans Krautblatter beobachtet diesen Baum seit knapp 45 Jahren. Er hat noch Fotos von einem prachtvollen Baum in voller Blüte. In diesem Jahr aber steht die Kiefer vertrocknet am Wegesrand, selbst die Rinde ist schon abgefallen. Ihre Lebzeit von etwa 100 Jahren ist vorbei. "Es ist dramatisch", so Krautblatter.

Auswirkungen des Hitzesommers 2018. "Wenn nicht genug Wasser da ist, gibt es zwangsläufig Defekte", erklärt Krautblatter, ehemaliger Gymnasiallehrer aus Höchstadt. Die Wurzeln vieler Bäume und auch Pflanzen befinden sich im Trockenen. Das wirke sich gerade jetzt im Frühling auf das Wachstum aus.

Auch die vielen Regenmengen der vergangenen Wochen können daran nur bedingt etwas ändern. Ein halber Jahresniederschlag sei jetzt nötig, um die Pflanzen wieder ausreichend zu bewässern. Lediglich die Flachwurzler profitieren von den jüngsten Niederschlägen. Aber der ungleiche Niederschlag mache den Pflanzen ebenfalls zu schaffen, so Krautblatter.

Das bestätigt auch Stefan Stirnweiss, Revierleiter des Forstreviers Röttenbach. "Das bisschen Wasser hilft der angespannten Situation nicht."

Gesprenkelte Blätter

Der Treibweg in Höchstadt ist, wie schon dem Namen zu entnehmen, von vielen verschiedenen Pflanzenarten gesäumt. Kirschen, Heckenrosen, Weißdorn oder die Hainbuche stehen hier dicht nebeneinander. Auch ihnen ist der Wassermangel deutlich anzusehen. "Sie bauen dann nicht mehr vollständig Chlorophyll auf", erklärt Krautblatter die hellgrünen Stellen auf den Blättern. Eigentlich müssen sie einem zu dieser Zeit in sattem Grün entgegenleuchten. Nun sind gerade die neuen Triebe aber an den Rändern oder in der Blattmitte viel heller.

Dabei bieten die Bodenbedingungen hier im Aischgrund grundsätzlich gute Voraussetzungen für Pflanzenwachstum. "Wir haben hier einen mittleren Bergsandstein", so der Biologe. Dieser sei von sich aus schon sehr wasserhaltig, da in ihm einige Schichten Letten, ein sandiger Ton, eingelagert sind.

Aus einiger Entfernung sind mehrere Birken am Waldrand zu sehen. Eine Baumsorte, die viel Wasser benötige, so Krautblatter. Auch sie sind ausgetrocknet. "Wie weiße Leichenfinger" ragen die trockenen Äste noch aus dem Boden.

Ein weiterer Aspekt

Wenn das so weitergeht, sind an der Spazierstrecke Treibweg bald nicht mehr so viele verschiedene Sorten zu finden wie jetzt. Föster Stirnweiss sieht dafür einen möglichen Ausweg: "Der Natur den Rücken freihalten, damit die Bäume in Ruhe wachsen können."

Dies beinhalte noch einen weiteren Aspekt. Die großen Wildbestände, die zu einer Wachstumsbehinderung beitragen können, müssen reduziert werden, findet Stirnweiss. "Die Jagd muss kapieren, dass sie Verantwortung hat."

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