Höchstadt a. d. Aisch
Neujahrsempfang

Höchstadt belohnt Einsatz mit Ehrenspange

Die Stadt Höchstadt würdigt das Engagement von Sibylle Menzel, Elena Dildina und Günther Dresel.
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Elena Dildina (l.) und Sibylle Menzel kümmern sich um die Partnerschaft Höchstadt - Krasnogorsk und wurden dafür  mit der Ehrenspange ausgezeichnet.    Foto: Johanna Blum
Elena Dildina (l.) und Sibylle Menzel kümmern sich um die Partnerschaft Höchstadt - Krasnogorsk und wurden dafür mit der Ehrenspange ausgezeichnet. Foto: Johanna Blum
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Gleich drei Personen erhielten beim Neujahrsempfang die Ehrenspange der Stadt Höchstadt. Die Vorsitzende des Freundeskreises Krasnogorsk, Sibylle Menzel, und ihre russische Kollegin Elena Dildina wurden für ihre Verdienste um die lebendige Partnerschaft ausgezeichnet. Der dritte neue Träger der Ehrenspange ist Günther Dresel.

Neben seinem Beruf als Fachlehrer für Sport und Technik an der Ritter-von-Spix-Schule war Günther Dresel auch 15 Jahre Volleyballer beim TSV Höchstadt, wechselte zu den Triathleten und hat diesen Sport 20 Jahre betrieben. Dresel hat 20 Jahre den großen Höchstadter Schüler-Triathlon organisiert und durchgeführt. Bürgermeister Gerald Brehm (JL) dankte ihm für das riesige Engagement und die hervorragende Durchführung der sportlichen Veranstaltungen.

Nach einer Videobotschaft der Bürgermeisterin Elmira Khajmursina aus Krasnogorsk leitete der Spielmannszug mit dem Lied "Moskau" zur Verleihung der Ehrenspange an Sibylle Menzel und Elena Dildina über. "Mit großem Einsatz und viel Herzblut haben sich beide für die Völkerverständigung starkgemacht", erklärte Brehm.

Seit 1979 lebt Menzel, die Anglistik und Russistik studiert hat, in Höchstadt. Neben vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten engagierte sie sich von 1991 bis 1997 in der Organisation und Durchführung von Ferienaufenthalten für Tschernobyl-Kinder in Erlangen-Höchstadt. Seit 1996 hilft sie beim Schüleraustausch des Gymnasiums Höchstadt mit dem Gymnasium Opalicha in Krasnogorsk mit und seit 2003 ist sie die Vorsitzende des Freundeskreises Krasnogorsk.

Sie organisierte inzwischen schon sechs Bürgerreisen in die russische Partnerstadt. Menzel ist eine wichtige "Kontaktfrau" in Sachen Partnerschaft, die aufgrund der vielen gegenseitigen Besuche und Aktivitäten, die von ihr organisiert und durchgeführt werden, bestens blüht, lobte der Bürgermeister.

Elena Dildina aus Krasnogorsk hatte die weiteste Anreise. Die diplomierte Lebensmittelingenieurin ließ sich 2000 zur geprüften Übersetzerin und Dolmetscherin ausbilden. Sie ist Deutschlehrerin am Gymnasium Opalicha und geprüfte Deutschlehrerin am Moskauer Goethe-Institut. Zusammen mit Nina Dyschel ist sie die Ansprechpartnerin für die Höchstadter Besuchsgruppen. 2012 war sie beim russlandweiten Deutschlehrer-Wettbewerb Finalistin und landete in der Gruppe der fünf besten Nachwuchs-Deutschlehrer. Der Deutsch-Klub in Krasnogorsk ist einzigartig unter den russisch-deutschen Partnerschaften.

Weitere Urkunden und Auszeichnungen gingen an Rudi Rippel für sein Engagement in der Basketballabteilung des HEC. Er organisiert unter anderem seit 2013 jährlich eine ein- bis zweitägige Basketballakademie für die Höchstadter Schulen. Betty Biemüller wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement beim Lebensmittelpunkt gedankt. Sie ist laut Brehm "das Gesicht des Lebensmittelpunktes" und steht seit sechs Jahren mindestens 30 Stunden die Woche im Laden. Johann "Fritz" Wüst wurde für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Obst- und Gartenbauverein unter anderem als Gerätewart und Pfleger der Mosterei geehrt. Ali Arabi wurde für sein ehrenamtliches Engagement beim Christbaumschmücken auf dem Marktplatz, das er seit 2003 erledigt, gedankt. "Nun werde ich 80 Jahre alt und ab jetzt steige ich nicht mehr auf die Leiter", erklärte er.

Bei weiteren Ehrungen im sportlichen Bereich standen der TSV Höchstadt mit Werner Soßna, der LSC Höchstadt mit Markus Mönius, der TC Höchstadt Volleyball mit Silvio Holzapfel und die SpVgg Etzelskirchen mit Jugendleiter Werner Paesold auf der Bühne.

Brehm ruft das Friedensjahr aus

Nach einem festlichen Musikstück, dargeboten vom Spielmannszug der Feuerwehr unter Leitung von Evelyn Berrier, wünschte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) allen Gästen und den zu Ehrenden ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr. "Möge 2020 uns in der Zusammenarbeit für das Wohl unserer Stadt auch weiterhin verbinden!"

Brehm erinnerte an das abgelaufene Gesundheitsjahr 2019, das Jahr der Bewegung und des Sportes, und bedankte sich bei Ulrike Reinhardt und Annette Lips (AOK) sowie Luitgard Kern (Gesundheitsamt) für ihr Engagement. "Seit 75 Jahren leben wir im äußeren Frieden, was mich nun veranlasst, das Jahr 2020 als Jahr des Friedens für unsere Stadt auszurufen", gab Brehm in seiner Ansprache bekannt.

Wenn der demokratische Rechtsstaat die Garantie für den Erhalt des Friedens darstelle, seien wir auch verpflichtet, die Demokratie zu schützen und uns für demokratische Rechte einzusetzen. "Nur eingebettet in ein vereintes Europa der Freiheit bleibt auch unser Land auf sicherem Kurs. All dies gilt es in diesem Jahr zu bedenken." Er stellte die Frage, was für einen Beitrag eine Kommune zum Erhalt des Friedens leisten könne. In allen Bereichen müsse die Würde eines jeden Menschen, ob alt, jung, krank, stark oder schwach geachtet werden.

Er zollte den verschiedenen Friedensdiensten in Höchstadt, den pädagogischen genauso wie den sozialen, Anerkennung. Alles diene dem Frieden, denn diese Engagements möchten den inneren Frieden in einer Gesellschaft sichern. Meinungsverschiedenheiten sollte man mit Anstand und Höflichkeit austragen. Bei der kommunalpolitischen Arbeit gehe es stets um das Allgemeinwohl der BürgerInnen und nicht um eigene Selbstdarstellung.

Das Friedenslicht brennt

Seit 1633 sei Höchstadt von größeren Kriegsverwüstungen verschont geblieben und gerade deshalb gelte es, sich 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs einzusetzen, dass der innere wie der äußere Frieden erhalten bleibe. "Wir selbst müssen zu leibhaftigen Säulen des Friedens werden, damit unsere Kinder und Enkel in einer gesunden Umwelt wie auch in einem friedlichen Land leben können! Diesen Aufgaben stelle ich mich seit 23 Jahren. Im Blick auf das Gemeinwohl den Einzelnen nicht zu vergessen und so unbürokratisch zu helfen, das bleibt mein Bestreben auch in den kommenden Jahren." Mit den Worten des Liedes von Michael Ulbrich "Only peace will do!", beendete er seine Neujahrsrede und leitete zu einer kurzen Friedensandacht über.

Stadtpfarrer Kilian Kemmer erzählte vom weiten Weg des Friedenslichtes nach Höchstadt, das er zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Fritz Schäfer dem Bürgermeister überreichte. Es wird das ganze Jahr in den Kirchen brennen und kann abgeholt werden. Pfarrer Fritz Schäfer mahnte: "Wir müssen Ernst machen mit dem Frieden, es ist Zeit zum Handeln." Er erinnerte an die Höchstadter Friedenserklärung aus dem Jahr 2003: "Ich und jeder tragen Verantwortung für den Frieden. Wenn nicht wir, wer dann?" Er endete mit dem Gebet des heiligen. Franz von Assissi: "Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens."

Der Chor der Ritter-von-Spix-Schule unter der Leitung von Michael Ulbrich beschloss den offiziellen Teil mit den Liedern "Peace i give to you" und "Only peace will do". Vor dem Imbiss, zu dem die Besucher eingeladen waren, wies Brehm noch auf die beiden Bilder des jungen Künstlers Fabian Caroso Breimer am Eingang zur Halle hin, die zugunsten des Friedensjahres versteigert werden.

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