Verabschiedung

Höchstadt: Abschied vom guten Geist des Gymnasiums

Am Gymnasium Höchstadt geht Hausmeisterin Christine Lau nach 38 Jahren in den Ruhestand.
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Bernd Lohneiß wünscht Paul und Christine Lau (v. l.) alles Gute für den Ruhestand.   Foto: Yannick Hupfer
Bernd Lohneiß wünscht Paul und Christine Lau (v. l.) alles Gute für den Ruhestand. Foto: Yannick Hupfer
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Jahrelang lag ein leckerer Leberkäs-Duft in der Luft, wenn man das Gymnasium Höchstadt betrat. Er stammte aus der Küche von Hausmeisterin Christina Lau und ihrem Mann Paul. Die beiden haben neben ihren handwerklichen Tätigkeiten auch noch den Pausenverkauf organisiert - und das mit viel Herzblut. Während Paul Lau bereits vor vier Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, folgte ihm am Montag nun auch seine Frau. Nachfolger wird Fritz Hofbeck, der zwar als Springer für verschiedene Schulen tätig ist, vorerst aber fest in Höchstadt bleibt.

Es sei eine Ära, die zu Ende gehe, stellte Direktor Bernd Lohneiß fest. Bereits seit 1980 war das Paar am Höchstadter Gymnasium, betreute teilweise auch die alte Realschule mit. Doch was Christine Lau auszeichnet, sei ihre offene, freundliche Art: "In all den Jahren waren sie für die Schülerinnen und Schüler eine wichtige Anlaufstelle bei manchen Wehwehchen und Sorgen", blickte Lohneiß zurück.

Immer ansprechbar, immer mit einem offenen Ohr. So werden die Schüler die Hausmeisterin in Erinnerung behalten. Aber nicht nur ihr Leberkäse bleibt legendär, sondern auch ihre Deko. Ob Weihnachten oder Ostern, Christine Lau hatte immer die passende Deko im Keller - und sorgte so für eine angenehme Atmosphäre am Gymnasium. "Wir sind eine Familie hier", blickt Lau bei ihrer Verabschiedung zurück. Man habe oft zusammengesessen, der Kontakt ging weit über Schule und Arbeit hinaus. Und sie sagt: "Ich habe viel gelernt". Durch Gespräche mit Lehrern aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, aber auch durch die Ausflüge, bei denen sie mitfahren durfte.

Höhepunkte waren für die Hausmeisterin aber jedes Jahr die Schulbälle, denn die seien immer "wunderschön" gewesen. Aber generell der Umgang mit Kinder hat ihr gefallen, für sie da zu sein und sie zu unterstützen. "Eigentlich hat mir alles gefallen", sagt sie freudig.

Christine Lau war nicht nur Hausmeisterin am Gymnasium, sie war mehr. Sie war Ansprechpartner und Seelsorger. Doch bei all der Fürsorge für "ihre" Schüler hat sie immer auch gerne in die Ferne geblickt: nach Ägypten. Seit zwanzig Jahren reist sie dorthin, kennt sich mittlerweile bestens mit Land und Geschichte aus.

Doch das ist Christine Lau noch nicht genug. Jetzt, wo sie in Rente ist, möchte sie ab Oktober regelmäßig an die Universität Bamberg, um Vorlesungen über Ägypten zu besuchen. Neben dem Studentenleben kümmert sie sich aber auch noch um ihre zwei Enkel, damit die auch Omas berühmten Leberkäse probieren können.



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