Herzogenaurach
Bilanz

hin&herzo: Eine Revolution in geballter Vielfalt

Das erste Kulturfestival der Stadt hat positive Resonanz gefunden. Das nächste Thema lautet "Phantasie", Termin ist das letzte Wochenende im September.
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Präsentation  der Bilanz des Kulturfestivals   Herzogenaurach 2018   im Kulturausschuss. Bernhard Panzer
Präsentation der Bilanz des Kulturfestivals Herzogenaurach 2018 im Kulturausschuss. Bernhard Panzer

Das erste Kulturfestival der Stadt in neuer Form ist gelungen. Fürs erste Mal könne man sehr zufrieden sein, gleichwohl "wir auch lernen und besser werden wollen." So bilanzierte Helmut Biehler, der Leiter Kultur im Herzogenauracher Rathaus, das Event, das Ende September die Innenstadt zu einer großen Kulturbühne verwandelt hat.

Auch die Resonanz der Künstler sei durchgehend gut gewesen, sagte Biehler. Das zeigten auch Graffitis von Teilnehmern. Bei den Mitgliedern des Kulturausschusses stieß das Festival ebenso auf positive Reaktionen. Vor allem die geballte Form der einzelnen Veranstaltungen sei "ziemlich gut" gewesen, sagte beispielsweise Ille Prockl-Pfeiffer von der CSU. Ihre anfänglichen Bedenken seien schnell zerstreut geworden.

Knapp 150 Stunden Musik wurden geboten, zwölf Stunden Lesungen gab es und elf Stunden lang wurde die Altstadt in besonderes Licht getaucht. Das sind ein paar Zahlen, die Biehler zeigte. Das Gesamtkontingent der Plätze, nämlich 2028, sei nicht ganz ausgeschöpft worden. 1700 Karten habe man verkauft, einschließlich der Freikarten für Sponsoren und die Herzogenauracher Tafel. 210 Künstler waren an den gut drei Tagen im Einsatz. Die Besucherzahl wurde auf rund 5000 Menschen geschätzt, wobei auch "viele neue Gesichter" aus der Region entdeckt wurden. Eine genaue Zahl könne man schwer sagen, da es viele Angebote im Entdeckungsraum gab, wo jeder Passant einfach dazustoßen konnte, sagte Biehler.

Die Dreiteilung wolle man im kommenden Jahr aufrechterhalten. So gibt es wieder die Highlightveranstaltungen, den Kulturpavillon und den Entdeckungsraum. Gerade der sei gut angekommen, berichtete Biehler und wurde im Gremium darin unterstützt. "Es war eine neue Atmosphäre in der Stadt", erkannte Renate Schroff (SPD). Viel Publikum sei aus der Region gekommen, man könne sagen, dass das hin&herzo-Kulturfestival Herzogenaurach jetzt schon ein Magnet sei.

Im Ausschuss kam auch die Tatsache gut an, dass es "keine kirchweihähnliche Veranstaltung" wurde, wies es Petra Mauser (SPD) beschrieb. Auch bei der Kulinarik habe man sich abgesetzt. Auch Franz-Josef Lang (CSU) meinte, dass ein solches Festival nicht sein dürfe wie ein Altstadtfest. "Kultur ist eine ganz andere Sache", sagte er. "Da geht es um Fantasie und Sinnlichkeit." Lang hatte ein Zitat parat: "Die Masse könnt ihr nur mit Masse zwingen."

Peter Simon von den Grünen verwies darauf, dass es abends schon sehr kalt gewesen sei und man da mit den Angeboten doch ins Innere gehen sollte. Oder man suche einen früheren Zeitpunkt im Sommer. Das allerdings wollen die Organisatoren nicht, auch angesichts der Fülle von Konkurrenzveranstaltungen. Der Termin vom 27. bis 29. September steht. Überlegt werden könne, dass man den Auftakt am Vorabend des Festivals nicht zwingend im Pavillon halten müsse.

Manches geht noch besser

Kulturchef Biehler ging in seinem Vortrag auch auf Dinge ein, die noch verbessert werden sollten. "Bei den Ticketverkäufen geht noch mehr", sagte er. Auch habe man manchen Bereich finanziell unterschätzt, es habe da "erheblich mehr Aufwendungen" gegeben als in der Budgetierung vorgesehen. Als Beispiel nannte er Licht und Sound: Bei der Technik könne man "sehr viel Geld lassen."

Verbessern solle man auch den Kulturpavillon. Dessen Bühne war nicht hoch genug, auch die Akustik gab Anlass zur Kritik. Die Zeltplane hielt die Lautstärke nicht ab, sagte Biehler. Wenn innen etwas ruhiges lief und es draußen auf der Hauptstraße laut war, dann störte das. Siegbert Sendner (SPD) schlug vor, ein anderes Angebot zu prüfen. Es habe ja bereits eine Alternative vorgelegen.

Großes Lob gab's im Ausschuss für das Team. Personell war man laut Biehler an den Grenzen, aber alle Mitarbeiter erhielten für ihre Leistung "großen Respekt und Hochachtung".

Festgehalten wird 2019 auch an der Innenstadt als Veranstaltungsort. Die Alternative Weihersbach sei im Kernteam, das das Festival vorbereitet, nicht gut angekommen.



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