Landtagswahl

Hiersemann schafft's, Enz nicht

Lange mussten die Kandidaten zittern, am Nachmittag stand das Ergebnis endlich fest.
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Alexandra Hiersemann hat den Sprung in den Landtag doch noch geschafft. Foto: Andreas Dorsch
Alexandra Hiersemann hat den Sprung in den Landtag doch noch geschafft. Foto: Andreas Dorsch
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Das waren Stunden und Tage, die Alexandra Hiersemann (SPD) niemandem wünscht: "Ein Wechselbad der Gefühle." Die Stimmung am Wahlabend sei natürlich denkbar schlecht gewesen und die Situation sei - was die Partei angeht - nach wie vor furchtbar. "Dennoch bin ich natürlich jetzt froh, dass ich es geschafft habe." Die Marloffsteinerin erreichte am Ende sogar die zweitmeisten Gesamtstimmen.

Kollegen überholt

Hiersemann nimmt ihren Einzug in den Landtag über die Zweitstimmen als Beleg dafür, dass sie in Mittelfranken insgesamt gute Arbeit geleistet hat. Denn sowohl die politische Großwetterlage als auch die Tatsache, dass sie im zweitkleinsten Stimmkreis antritt, sprachen gegen sie. "Aber mein Ergebnis aus Erlangen ist sehr gut und auch in allen anderen Stimmkreisen habe ich 500 bis 700 Zweitstimmen geholt." So habe sie die Kollegen aus größeren Stimmkreisen noch überholen können. "Als ich 2013 zum ersten Mal antrat, hatte ich über den Landkreis hinaus wesentlich weniger Stimmen. Offenbar bin ich inzwischen bekannter - und zwar positiv."

Knapp verpasst

Bis zum Schluss hoffte und bangte auch Christian Enz (FW), aber am Ende hat es gerade so nicht gereicht: Knapp verpasste der Höchstadter das Landtagsmandat. "Das ist schade für uns, weil wir ein gutes Ergebnis hatten." Im Vergleich zum bayernweiten Schnitt waren die Freien Wähler in Mittelfranken mit 8,6 Prozent relativ schwach. Da sticht der Kreisverband Erlangen-Höchstadt mit 11,6 Prozentpunkten tatsächlich hervor. Jedoch auch Enz muss mit dem "Standortnachteil" des kleinen Wahlkreises leben.

Er hadert aber keineswegs mit dem Ausgang. "Ich bin sehr zufrieden, das ist trotzdem ein tolles Ergebnis für uns!" Gegenüber 2013 haben die Freien Wähler im Wahlkreis mehr als ein Prozent zugelegt und dürften so in Mittelfranken durchaus an Bedeutung gewonnen haben. "Es ist immer schade, wenn es knapp wird und dann doch nicht klappt - aber wer hätte vor acht Wochen noch gedacht, dass es überhaupt knapp werden könnte?"

Enz bleibt weiter politisch aktiv

Politisch will er auf keinen Fall das Handtuch werfen: "Ich habe diesen Wahlkampf gerne gemacht, es war eine spannende Geschichte und ich glaube, wir konnten Themen setzen." Immerhin knackten die Freien Wähler in einigen Orten sogar die 20-Prozent-Marke. Daran möchte er weiter arbeiten.

Eines der drei Mandate, die die Freien Wähler in Mittelfranken holten, ging wieder an Gabi Schmidt (Stimmkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim). Die Uehlfelderin zeigte sich glücklich und "sprachlos". Auch sie nimmt die Wiederwahl als ein Zeugnis dafür, dass sie ihre Arbeit gut gemacht habe. "Gerade weil ich die Prozentzahl meiner Direktstimmen um 50 Prozent steigern konnte." Ihren Wählern verspricht die Abgeordnete "auch weiterhin eine bürgernahe, aktive, ehrliche und für die Region nützliche Politik".

Pommersfeldener zieht ein

Ebenfalls jubeln kann der Erlanger Grünen-Direktkandidat Christian Zwanziger aus Pommersfelden: "Es freut mich riesig, dass es geklappt hat!" Als es vor einem Jahr losging mit der Kandidatur, habe er "einfach nur Lust auf einen guten Wahlkampf" gehabt. Nun hofft er, dass er das Vertrauen, das die Menschen in ihn gesetzt haben, auch belohnen kann. Man habe gemerkt, dass die Wähler eine Veränderung wollen - "ob die CSU bereit ist, die Weichen neu zu stellen, um Bayern ökologischer und gerechter zu machen, bleibt abzuwarten", meint er. "Aber ich freue mich auf jeden Fall auf die Zeit im Landtag."

Für seine Partei-Kollegin in Erlangen-Höchstadt, Astrid Marschall, hat es nicht gereicht: Mit Platz acht verpasste sie eines der sechs Grünen-Mandate, stand bis kurz vor Ende der Auszählung jedoch sogar auf dem siebten Platz. "Ich hätte nicht gedacht, dass es doch noch ein bisschen spannend für mich wird." Enttäuscht sei sie jedoch nicht, vielmehr freue sie sich für Zwanziger.

Ebenfalls keinen Sitz im Landtag konnte Michael Meister (AfD) erreichen.



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