Hannberg
Konzerte

Heßdorfer Singkreis stellt sich der Herausforderung

Mit Händels "Messias" hat sich der Heßdorfer Singkreis ein anspruchsvolles Werk vorgenommen. Bis 7. Dezember muss alles sitzen.
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Chorleiter Julian Bobe verlangt bei den Proben höchste Konzentration.    Foto: Richard Sänger
Chorleiter Julian Bobe verlangt bei den Proben höchste Konzentration. Foto: Richard Sänger

Gelungene Auftritte und Konzerte setzen eine intensive Vorbereitung voraus, und damit beschäftigt sich derzeit auch der Heßdorfer Singkreis unter der Leitung von Julian Bobe. Zur Aufführung kommt am Samstag, 7. Dezember, um 19 Uhr das bekannte Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel in der Seebachgrundhalle in Hannberg.

Das Oratorium ist nicht nur wegen seiner großartigen Chorsätze berühmt, gleichberechtigt stehen die eindrucksvollen Solopartien daneben. Mit dem hochkarätigen Orchester "Klanglust" aus Fürth, der japanischen Cembalistin Mimoe Todo, Franziska Bobe (Sopran), Maria van Eldik (Alt) und Johannes Strauß (Tenor) sowie Markus Simon (Bass) konnte der Singkreis auch hervorragende Solisten verpflichten.

Text in deutscher Übersetzung

Es ist 19.20 Uhr und die Chormitglieder strömen in den Saal der katholischen Kirchengemeinde in Dechsendorf. Wegen der Sanierung des Probenraumes in der Hannberger Schule finden die wöchentlichen Chorproben in Dechsendorf statt. "Wir werden eine deutsche Übersetzung singen", erklärt Emilie Meier, Vorsitzende des Singkreises. Denn das 1741 in London komponierte Original entstand in Englisch.

Der Zeiger der Uhr rückt weiter, Julian Bobe blättert in den Noten, einige Töne erklingen vom Klavier, die dazukommenden Chormitglieder begrüßen sich und Stimmengewirr füllt den Saal. Es ist 19.31 Uhr, Julian Bobe schlägt einige Töne an, schlagartig verstummen die Gespräche und die Sänger erheben sich von ihren Stühlen.

Ein wenig verwandelt sich der große Saal in einen spannungsgeladenen Konzertsaal. "Wer den Komponisten Händel und seine Koloraturen kennt, kann die Herausforderungen für den Chor und die Solisten ahnen", sagte Emilie Meier vor Beginn. Einige "Nachzügler" kommen während des Einsingens, das zehn Minuten dauert, in den Saal. Wenn der Chor probt, werden die Parkplätze knapp in der Bischofsweiherstraße, und die zuletzt Gekommenen haben einen längeren Fußweg.

Wie auf Kommando setzen sich die Chormitglieder. "Wir beginnen mit der Seite zehn", sagt der Dirigent. Die Stimmung ist konzentriert und doch gelöst, schließlich arbeiten alle auf ein Ziel hin: die Aufführung eines erstklassigen Werkes voller Gotteslob und Wohlklang für die Seele.

"Nochmal mit etwas größerer Aufmerksamkeit", fordert Dirigent Bobe bei der Probe, "im Sopran bitte mehr Crescendo, Tenor und Bass kräftiger einsetzen." Er lässt den Sopran wiederholen, fordert den Bass wieder zu mehr Zurückhaltung auf. Dabei lässt sich erkennen, dass die Sänger über viel musikalisches Gefühl und stimmliche Qualität verfügen. Die Chormitglieder hören auf sein Kommando. Mehrmals erklingt dieselbe Stelle. Schließlich ist der Dirigent zufrieden.

Rund 100 Chormitglieder

Es ist ein weltbekanntes und zudem schwieriges Werk. Doch aus der Kirchenmusikliteratur ist "Messias" von Georg Friedrich Händel (1685-1759) nicht wegzudenken. Händel komponierte das Oratorium, das zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes gehört, in nur 24 Tagen im August und September 1741. Die Uraufführung fand 1742 unter der Leitung des Komponisten in Dublin statt.

"Messias" ist nicht das erste große Werk des im Jahr 1988 gegründeten Heßdorfer Singkreises mit rund 100 Chormitgliedern, der allen am Chorgesang interessierten Menschen offen-steht. Sowohl große Werke wie Oratorien und Messen mit Orchester, Klassik und Romantik als auch Gospels gehören zum Repertoire des Chores. Dem Laienchor, der bis Ende 2016 unter der Leitung von Chordirektor Manfred Meier stand, wurde nicht ohne Grund der Titel "Leistungschor der zweiten Leistungsstufe" verliehen. Seit Januar 2017 wird der Chor von Julian Bobe, Oberstudienrat für Musik am Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen, geleitet.

Das Konzert wird am Sonntag, 8. Dezember, um 17 Uhr in der Kirche St. Heinrich Erlangen an der Möhrendorfer Straße wiederholt. Der Kartenvorverkauf zu beiden Aufführungen ist angelaufen. Eintrittskarten zum Vorverkaufspreis von 15 Euro (Abendkasse: 18 Euro), Jugendliche frei, sind erhältlich bei der Sparkasse Heßdorf und der Raiffeisenbank Seebachgrund, bei Schreibwaren Ellwanger Herzogenaurach, beim Ticketpoint E-Werk auf der Fuchsenwiese in Erlangen und beim Pfarrbüro St. Heinrich Möhrendorfer Straße Erlangen sowie bei der Vorstandschaft des Singkreises, Telefon 09135/6365.

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