Hannberg

Heßdorfer Singkreis glänzt mit dem "Messias" von Händel

Wird das Wagnis gelingen? Und ob! Der Heßdorfer Singkreis ist mit dem anspruchsvollen "Messias" von Georg Friedrich Händel über sich hinaus gewachsen.
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Der Heßdorfer Singkreis  begeisterte  in der Hannberger Seebachgrundhalle an den "Messias" von Händel.  Fotos: Richard Sänger
Der Heßdorfer Singkreis begeisterte in der Hannberger Seebachgrundhalle an den "Messias" von Händel. Fotos: Richard Sänger
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Ein musikalisches Ereignis ersten Ranges und einen großartigen Genuss lieferte der Heßdorfer Singkreis und hervorragende Solisten den Konzertbesuchern in der Hannberger Seebachgrundhalle mit dem Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel.

Dank der der einfühlsamen Leitung des Dirigenten Julian Bobe offenbarte dieses berühmte und viel aufgeführte Oratorium auch die Schlichtheit, welche Händel dem Werk gegeben hat.

Der Chor war von Bobe hervorragend vorbereitet und die deutsche Fassung, tat ein Übriges für das außerordentliche Gelingen der Aufführung. Mit vorwiegend alttestamentarischen Bibelzitaten wird darin die Heilsgeschichte Jesu erzählt, von den Prophezeiungen bis hin zur Wiederkehr am jüngsten Tag.

Exzellente Orchestermusiker

Neben dem exzellenten Chor mit rund 120 Sängerinnen und Sänger sowie dem brillanten Orchester "KlangLust" aus Fürth und der Cembalistin Mimoe Todo wartete die Aufführung des Oratoriums mit vier weiteren Glanzpunkten auf: Als Gesangssolisten wirkten die Sopranistin Franziska Bobe, die Altistin Maria van Eldik, der Bass Markus Simon und der Tenor Johannes Straß mit. Alle vier ausgewiesene Virtuosen ihres Fachs.

So konnten die Besucher die Heilsgeschichte in ihrer überzeugend musikalischer Aussage, die Dynamik sowie die Geschlossenheit von Chor, Solisten und Orchester genießen.

Inhaltlich wird im ersten Teil des dreiteiligen Oratoriums von der Prophezeiung und Verkündigung erzählt, der Rettung der Menschheit durch den von Gott gesandten Messias.

Der zweite Teil beschreibt den Leidensweg, die Auferstehung und den Triumph des Christentums. "Halleluja, denn Gott, der Herr, regiert allmächtig", schmetterte der Chor voller Inbrunst von Trompeten und kraftvollen Streichern begleitet.

Die sichere Hoffnung bahnt sich ihren Weg im dritten Teil, der von der Wiederauferstehung und der Anbetung des Messias handelt. Ein perfekter, bewegender Moment und dafür gab es am Ende dann auch verdient Standing Ovations.

Das chormusikalische Repertoire des Heßdorfer Singkreises umfasst deutsches wie europäisches Liedgut, geistliche wie weltliche Chormusik, Spirituals und Gospels wie auch Titel aus Oper, Musical und Pop. Darüber hinaus werden auch Großwerke für Soli, Chor und Orchester zur Aufführung gebracht.

Seit 1997 ein Orchester

Das Kammerorchester Klanglust wurde 1997 von Bernd Müller und Markus Simon gegründet. Es besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der "Jungen Fürther Streichhölzer" sowie in den Führungspositionen aus Musikstudenten und Profimusikern.

Als Streichorchester konzipiert, wird das Ensemble je nach Werk und Besetzung durch Bläser ergänzt. Das Ensemble wurde 2006 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet. Im gleichen Jahr fand das erste Auslandsgastspiel in Österreich statt. 2008 führte eine Konzertreise erstmals nach Großbritannien. Seitdem gastiert Klanglust regelmäßig in England.

Die Cembalistin Mimoe Todo beschäftigte sich bereits während ihres Klavierstudiums in Tokio zusätzlich auch mit dem Cembalo. Seit 2012 ist sie in Deutschland ansässig und setzt ihre Studien im modernen und historischen Bereich an der Hochschule für Musik Nürnberg fort.

Die in Halberstadt geborene Sopranistin Franziska Bobe studierte zunächst Schulmusik an der Würzburger Musikhochschule und nahm dann ein Gesangsstudium auf. Die Würzburger Opernschule ermöglichte ihr im Rahmen von Opernproduktionen das Sammeln von ersten Bühnenerfahrungen.

Maria van Eldik bekam ihrer Ausbildung zur Konzertsängerin eine feste Anstellung als Mitglied des international renommierten SWR-Vokalensemble Stuttgart. Johannes Strauss erhielt seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Würzburg. Dort schloss er ein Schulmusikstudium ab, bevor er Chorleitung studierte.

Und auch wenn es sich damit um echte Profis in der Klassischen Musik handelte: Der Heßdorfer Singkreis hielt mit und lernte musikalisch das Fliegen.

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