Niederlindach
Aktion

Heßdorfer "Dorfhelden" bauen einen Freisitz

Es gibt viele Vorurteile: Die Jugendlichen sitzen nur noch vor dem Bildschirm oder starren ständig aufs Smartphone. Das stimmt aber nicht ganz.
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Die Jugendlichen sind stolz auf ihr Werk.    Foto: Richard Sänger
Die Jugendlichen sind stolz auf ihr Werk. Foto: Richard Sänger
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Jugendliche engagieren sich immer mehr. Dass sie anpacken können, bewiesen jüngst zwölf Jugendliche aus der Gemeinde Heßdorf und machten bei der 72-stündigen Aktion "Landkreishelden - Engagiert in ERH" mit.

Das Gemeinschaftsprojekt des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt, der Bildungsregion Erlangen-Höchstadt sowie des Ehrenamtsbüros in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Höchstadt rief Jugendliche dazu auf, bei Projekten "heldenhafte Unterstützung" zu leisten. Die Projekte konnten aus dem baulichen, sozialen, ökologischen, integrativen, inklusiven, kulturellen oder politischen Bereich stammen. Das konnte ein kleines Bauprojekt, eine Renovierungsaktion oder die Durchführung einer Veranstaltung für Kinder oder Senioren und vieles mehr sein.

Die "Dorfhelden" der Gemeinde Heßdorf hatten sich folgendes Projekt vorgenommen: Aufstellung von Sitzbänken, Pflasterarbeiten und Heckenpflanzung für das Freizeitgelände am Sportgelände in Niederlindach. Am Ende gab es von Bürgermeister Horst Rehder (BB) viel Lob und Anerkennung für den gelungenen Freisitz.

Die Idee der Aktion in Niederlindach wurde ursprünglich bei der Jugendkonferenz im Herbst des letzten Jahres geboren. Die Jugendlichen wünschten sich von Bürgermeister Rehder und der Gemeinde mehr Treffpunkte, ohne gleich von Anwohnern vertrieben zu werden. Ein idealer Platz wurde auf dem Sportgelände des 1. FC Niederlindach gefunden. Am Ende des C-Platzes wurde ein Wall begehbar gemacht und ein gepflasterter Freisitz geschaffen, aber das war noch nicht alles. Der Platz bekam ein rustikales Geländer aus Baumstämmen, einen stabilen Tisch aus einem halbierten Eichenstamm und ebensolche Bänke. Das Material stellte der Bauhof zur Verfügung und die Gemeinde sponserte lediglich die Verpflegung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, eine Firma hätte den Platz nicht schöner anlegen können, der auch von der Allgemeinheit benutzt werden kann. Nach der sehr gelungenen Aktion wollen die Jugendlichen auch in den anderen Ortsteilen der Gemeinde Heßdorf ähnliche Treffpunkte schaffen.

Bildung als Teil der Jugendarbeit

Die Auftaktveranstaltung der 72-Stunden-Aktion hatte mit Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Bürgermeister German Hacker (SPD) im Herzogenauracher Jugendhaus "Rabatz" stattgefunden. "Im Rahmen der Verleihung des Gütesiegels ,Bildungsregion‘ an den Landkreis Erlangen-Höchstadt wollen wir die Bedeutung von Bildung im Kontext der Jugendarbeit stärken, da Bildung häufig allein mit dem Ort Schule in Verbindung gebracht wird. Zusätzlich soll auf die vielfältige Engagementbereitschaft der jungen Generation aufmerksam gemacht werden", erklärte Tritthart.

Ganz neu ist die Projektidee allerdings nicht. Bereits 2007 fand die bayernweite Aktion "Drei Tage Zeit für Helden" unter Federführung des Bayerischen Jugendrings statt, an der sich rund 40 000 Jugendliche beteiligt hatten.

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