Heßdorf
Finanzen

Heßdorf muss nachlegen für Generalsanierung der Schule

In mehreren Gewerken kommt die Generalsanierung der Hannberger Schule teurer.
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Viel zu tun gibt es bei der Generalsanierung der Hannbegrer Schule. Das liegt teilweise an Kostensteigerungen im Baugewerbe.Archiv
Viel zu tun gibt es bei der Generalsanierung der Hannbegrer Schule. Das liegt teilweise an Kostensteigerungen im Baugewerbe.Archiv

Die Kostensteigerungen im Baugewerbe bekommt auch die Gemeinde Heßdorf immer mehr zu spüren. So musste der Gemeinderat bei der letzten Sitzung zur Generalsanierung der Grundschule in Hannberg über eine Reihe Nachtragsangebote beschließen.

Nachtragsleistungen waren zu genehmigen für die Gewerke Dachabdichtung, Baumeisterarbeiten, Holzbauarbeiten, Estricharbeiten, Trockenbauarbeiten und Schreiner (Innentüren). Allerdings wies Architekt Mario Bodem darauf hin, dass ein großer Teil der Nachträge bereits in seiner Kostenaufstellung vom 12. März in Höhe von rund 11,76 Millionen enthalten sei.

Anderes Material verbaut

Bei den Abbrucharbeiten wurde festgestellt, dass die vorhandenen Lichtschächte teilweise statt aus Mauerwerk aus Stahlbeton bestanden und dadurch zusätzlicher Aufwand bei den Baumeisterarbeiten entstand, der sich auf über 7000 Euro belief.

Auch bei den Türen entstand durch Veränderungen in den Sturzhöhen ein Mehraufwand von mehr als 4000 Euro. Auch in den Kellerräumen konnten wegen der Rippendeckenkonstruktion die Durchbrüche für die Haustechnikinstallation nicht wie geplant hergestellt werden. Außerdem war ursprünglich geplant, das Aushubmaterial im Bereich der Baustelle zwischenzulagern und dann nach erfolgter Abdichtung und Dämmung direkt wieder einzubauen. Wegen der vorgeschriebenen Materialbeprobung musste der Aushub außerhalb der Baustelle zwischengelagert und eine Lagerfläche erschlossen werden.

Zweiter Bagger nötig

Die Mehrkosten beziffert der Planer auf knapp 32 500 Euro, da ein weiterer Bagger für den Rücktransport eingesetzt werden muss.

Auch bei der Dachkonstruktion wird eine Kostenmehrung fällig und im Bereich der Aula sollen zusätzlich zu den statisch notwendigen Stützen Dekostützen eingebaut werden. Ursprünglich war geplant, sie im Rahmen der Schreinerarbeiten einbauen zu lassen.

Da die Stützen jedoch vor den Estricharbeiten eingebaut werden mussten, wurden sie vom Zimmerer nachgeliefert. Diese Arbeiten waren in der Kostenberechnung des Gewerks Schreinerarbeiten enthalten und werden in diesem Gewerk zu Einsparungen führen.

Auch bei der Dachentwässerung der Turnhalle wurden Änderungen notwendig. Im Februar musste das Gremium bei den Estricharbeiten nachlegen. Dabei ging es um die tägliche Anlieferung von vorgewärmtem Sand und Verwendung eines Estrichbeschleunigers.

Zur Vermeidung von Verzögerungen im Bauablauf und zur planmäßigen Einbringung des Estrichs wurden aufgrund der frostigen Temperaturen Winterbaumaßnahmen ergriffen. Hierzu wurde vorgewärmter Sand angeliefert und mehrfach umgeschichtet. Das Anmischwasser wurde vorgewärmt und der Sand mit Thermofolie abgedeckt. Die Mehrkosten betrage rund 6000 Euro. Der Planer begründete die Notwendigkeit der Winterbaumaßnahmen und stellte fest, dass ohne die zusätzlichen Verarbeitungsmaßnahmen eine fachgerechte Estricheinbringung nicht möglich gewesen wäre.

Gefrorener Sand könne schon aus Gründen der Gewährleistung nicht eingebaut werden kann. Mit knapper Mehrheit von 8 gegen 7 Stimmen genehmigte das Gremium den Mehraufwand von rund 17 500 Euro. Auch bei den Trockenbauarbeiten werden Mehrkosten von knapp 40 000 Euro fällig.

Offene Forderung der Gemeinde

Aber auch die Gemeinde hat eine Forderung an einen beauftragten Gerüstbauer, der trotz mehrfacher Aufforderung den Bereich nicht fristgerecht eingerüstet hatte. Damit die Zimmererarbeiten nicht behindert werden, wurde eine andere Firma beauftragt und die Kosten von 5400 Euro möchte sich die Gemeinde wieder zurückholen.

Auch die Schreinerarbeiten wurden in der Sitzung vergeben. Sie beinhalten: Wandbekleidungen, Akustikdecken, Stufenanlage, Blenden und Verkleidungen, Rampen, Aufzugsschachtverkleidung, Binderverkleidung sowie Sitznischen. Mindestbieter war die Firma Römhilder Werkstätten GmbH, Römhild/Thüringen, mit einer geprüften Angebotssumme in Höhe von knapp über 195 000 Euro.

Die Kostenüberschreitung der Berechnung von rund 28,2 Prozentist zum Teil der aktuellen Marktlage geschuldet. Andererseits wurden im Rahmen der Werkplanung Leistungen in einer Größenordnung von rund 40 000 Euro mit aufgenommen, die ansonsten anderen Gewerken (Malerarbeiten, Gerüstarbeiten) zuzuordnen gewesen wären.

Auch zur Wärmeversorgung gab es ein Nachtragsangebot, das einen neuen Anschluss des Pelletkessels an die Kaminanlage beinhaltet. Dem war ein Ortstermin mit Bezirksschornsteinfegermeister Hannes Lober vorausgegangen. Dabei wurde die Kaminanlage inspiziert und als funktionsfähig und nicht sanierungsbedürftig bewertet.

Im Heizraum befinden sich zwei Kaminanlagen aus runden Kaminrohren mit Schamott-Ziegeln. Nach Einschätzung Lobers ist für den geplanten Pelletkessel mit einer Nennwärmeleistung von 150 kW eines der zwei vorhandenen Kaminrohre für die Abgasabführung ausreichend.

Das bedeutet, dass die bestehende Kaminanlage für den Betrieb des Pelletkessels auch aus folgenden Gründen nicht verwendet werden kann: Aufgrund nicht vorhandener Zulassungsunterlagen kann nicht festgestellt werden, ob die Abgasanlage für den Betrieb mit Festbrennstoffen zugelassen ist.

Beim Aufflexen droht Rost

Durch den langen Betrieb der Abgasanlage ist ein Auseinanderstecken der Elemente zum Einbau eines T-Stücks nicht mehr möglich. Eine mechanische Öffnung (Aufflexen) der Abgasanlage ist nicht empfehlenswert. Deswegen muss jetzt der bestehende Kamineinsatz für rund 7500 Euro ausgebaut und angepasst werden.

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