Herzogenaurach
Diskussionsrunden

Herzogenauracher wollen die Erde retten

Bei einem Bürgerforum im Herzogenauracher Vereinshaus erarbeiteten die Teilnehmer Vorschläge, was jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann.
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Axel Flinker moderierte den Abend.    Foto: Richard Sänger
Axel Flinker moderierte den Abend. Foto: Richard Sänger
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"Eine neue Zeit bricht an und es ist Zeit, dass sich was ändert", sang Mic Mali, der die Welt mit seinen Songs ein bisschen bunter machen will, im Vereinshaus. Dorthin hatten die Stadt und das Amt für Planung, Natur und Umwelt zum ersten Bürgerforum mit dem Titel "Klimaschutz - Was kann ich tun?" eingeladen.

Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) bei der Begrüßung der rund 80 Teilnehmer erklärte, sei das Thema "Klimaschutz" in aller Munde und die Menschen würden täglich damit konfrontiert. Nun sollten sich die interessierten Teilnehmer in wechselnden Gruppierungen intensiv über Klimawandel und Klimaschutz austauschen. Durch den Abend führte Axel Flinker, ein ausgebildeter Prozessbegleiter, der seit nahezu 20 Jahren Dialog- und Zukunftsprozesse gestaltet und leitet.

Der Ablauf des Abends dürfte für viele Teilnehmer neu gewesen sein. Sie bildeten einen Stuhlkreis, in dessen Mitte ein herbstliches Gesteck stand, das von hölzernen Gegenständen umringt war, die vom Moderator als "Sprechobjekte" bezeichnet wurden und die wiederum von einem Kreis mit weißen Karten umgeben waren. Für jeden Teilnehmer gab es eine Karte, die auf Geheiß von Axel Flinker aufgenommen wurde. "Drehen Sie die Karte um, betrachten Sie das Symbol und machen sich Gedanken darüber, was Sie dabei empfinden und denken." Dazu gab es in aller Stille eine Minute Zeit.

Dann wurden Vierergruppen gebildet, die ihre Gedanken zum Thema austauschten, wobei es dem Moderator wichtig war, dass sich auch Menschen zusammenfanden, die sich vorher noch nicht begegnet waren. Weiter ging es in Siebenergruppen, und dabei kamen "die Sprechobjekte" ins Spiel. Der hölzerne Gegenstand wurde im Uhrzeigersinn weitergegeben, und es sprach nur derjenige, der das Sprechobjekt in den Händen hatte. Damit wurde verhindert, dass alle durcheinander reden.

Die Themenvielfalt in den Gruppen machte deutlich, dass die Energiewende viele Lebensbereiche betrifft und nicht nur aus der Strompreisdiskussion besteht. So konnten sich die Gruppen in lockerer Atmosphäre intensiv über den Klimawandel sowie Klimaschutz austauschen und damit jedem Einzelnen noch mehr ins Bewusstsein rücken.

Mit neuem Wissen nach Hause

Durch das aufmerksame Zuhören konnten die Teilnehmer die Ansichten und Meinungen anderer erfahren und möglicherweise mehr Wissen und Ideen mit nach Hause nehmen, was eigentlich auch Ziel des Abends war.

Unter dem Stichwort Einsichten gab es am Ende eine Vielzahl von Vorschlägen. "Gemeinsam schaffen wir es" hieß es an der Pinnwand, und dass die jungen Leute Recht haben, denn sie kämpfen für ihre Erde. "Ohne staatliche Regelung bleibt alles Bemühen eine Beschäftigungstherapie", war das Ergebnis einer Gruppe, die nächste forderte strengere Vorgaben der Politik. "Global handeln ist notwendig, wir haben nur eine Erde", hieß es bei einer Gruppe, und eine andere kam zu dem Ergebnis: "Es gibt viele Möglichkeiten, wir müssen es nur tun!"

Bei den konkreten Schritten ging es vor allem um die Vermeidung von Verpackungsmaterial, um regionale Einkäufe, um reduzierten Fleischkonsum und die Überwindung der Bequemlichkeit, natürlich auch um mehr Radfahren und darum, öfter mal zu überlegen, was man tut. Die Forderung: "Verändere Dich und Du veränderst die Welt", wurde den Teilnehmern mit auf den Heimweg gegeben.

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