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Herzogenaurach
Gastronomie

Herzogenauracher Wirte dürfen zehn WM-Spiele draußen übertragen

Die Wirte in Herzogenaurach müssen sich eine Übertragung der Fußballspiele während der Fußball-Weltmeisterschaft nach 22 Uhr im Freien von der Stadt genehmigen lassen. Bisher liegen zwei Anträge vor.
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Fußballfans feiern auf der Tribüne des Adidas-Outlet 2006 die Siege der deutschen Mannschaft. Auch heuer werden dort alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und alle Spiele der Schlussrunden übertragen.  Foto: Bernhard Panzer
Fußballfans feiern auf der Tribüne des Adidas-Outlet 2006 die Siege der deutschen Mannschaft. Auch heuer werden dort alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und alle Spiele der Schlussrunden übertragen. Foto: Bernhard Panzer
Wie so oft, liegt die Wahrheit in der Mitte. Und um diese salomonisch finden zu können, braucht es ein gewisses Geschick. Dieses hat, zumindest nach Ansicht von Bürgermeister German Hacker (SPD), die Stadtverwaltung hinsichtlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft gezeigt.

Da geht es um die Genehmigung von Fußball-Übertragungen im Freien. Da die Spiele in Brasilien oft um 22 Uhr und sogar erst gegen Mitternacht deutscher Zeit angepfiffen werden, könnte es zu einem Zwiespalt zwischen Fußballfans und der Bevölkerung kommen.

In der letzten Stadtratssitzung hat man sich des Themas angenommen, nachdem der CSU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Schwab das beantragt hatte. Was mit viel Emotionen verbunden ist, drückte Bürgermeister German Hacker sachlich aus. In einer Stellungnahme zur Sitzung schreibt er: "Es wurde ein Mittelweg gewählt, der einerseits dem berechtigten Ruhebedürfnis von Anwohnern ebenso Rechnung trägt wie der Forderung fußballbegeisterter Fans und Gastronomen, WM-Spiele auch im Außenbereich zu übertragen." Wichtig ist für Hacker darüber hinaus, dass von Seiten der Gastronomie hierfür Anträge zu stellen sind. So werde das in ganz Deutschland gehandhabt.

Diesen salomonischen Mittelweg hat Gerd Lorenz vom Ordnungsamt im Rathaus in neun Regeln formuliert. Diese sind schon an die Gastwirte herausgegeben worden. Kernpunkt der Auflagen: Das Übertragen von Fußballspielen nach 22 Uhr bedarf der Genehmigung. Insgesamt werden von der Stadt zehn Fußballspiele zugelassen, die um 22 Uhr beginnen. Damit, so Hacker, "sind wir drei Spiele besser als andere Kommunen im Großraum." Dort hat man sich offenbar an der maximalen Anzahl der Spiele mit deutscher Beteiligung orientiert. Übertragungen ab Mitternacht sind nur im Inneren erlaubt.

Noch bis zum Freitag können sich die Gaststätten anmelden, wenn sie ihre Spiele im Freien übertragen wollen. Wer mehr als 100 Zuschauer erwartet, muss außerdem ein Sicherheitskonzept vorlegen. Und entsprechendes Sicherheitspersonal muss ohnehin gestellt werden. Bis gestern Mittag lagen zwei Anträge vor: aus den Lokalen Kreisl und Chillis.

Noch Klärungsbedarf

Achim Hubmann vom Bistro Kreisl wollte sich aber noch nicht abschließend gegenüber dem FT äußern. Dazu benötige es noch ein Gespräch auf dem Rathaus, auch was die Spiele betrifft, die bereits um 21 Uhr beginnen, aber bis nach 22 Uhr dauern. Die WM sieht insgesamt 48 Vorrundenspiele vor, wovon 20 um oder nach 22 Uhr beginnen. In der Schlussrunde sind es mit dieser Uhrzeit neun von 16 Spielen.

German Hacker hatte dem Stadtrat in der jüngsten Sitzung diese Vorstellungen der Verwaltung erläutert. Die Genehmigung von zehn Spielen um 22 Uhr ermögliche es demnach, alle Schlussrundenspiele und zusätzlich zwei Vorrundenspiele zur Nachtzeit zu zeigen. Alternativ wären natürlich auch mehr Vorrundenspiele und weniger Schlussrundenspiele möglich.

Die Genehmigung der Übertragung gilt nur für die Zeit der Spiele selbst und das Geschehen am Spielfeld. Interviews und Nachgespräche ausgenommen. Weiterhin für die Wirte, aber auch das Fußball begeisterte Publikum wichtig zu wissen: Mit dem Abpfiff dürfen keine Getränke mehr im oder für den Außenbereich ausgeschenkt und ausgegeben werden. Und eine direkte Beschallung der unmittelbaren Nachbarschaft sei zu vermeiden. Begleit- oder Livemusik zu Fußballübertragungen im Freien sei darüber hinaus nicht gestattet.

Auch für die Sommerkirchweih wurde eine Regelung gefunden. So ist vom 4. bis 13. Juli auf den Kellern lediglich das Übertragen von bewegten Bildern zulässig, nicht aber mit Ton. Ein großes Public-Viewing am Weihersbach, wie etwa bei der WM 2006, gibt es nicht. Für die Afterkirchweih-Partys in bestimmten Lokalen müsse hinsichtlich der WM noch eine seperate Lösung gefunden werden. Auch darüber wünscht Gastronom Hubmann noch ein klärendes Gespräch.

Alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und alle Spiele der Schlussrunden werden außerdem auch am Adidas-Outlet gezeigt.

Spontane Feiern zu erwarten

In der Debatte bat SPD-Fraktionschef Curd Blank darum, dass die Auflagen doch auch überwacht werden sollten. Christian Polster (CSU) warf eine andere Frage auf, die sich durch die städtischen Auflagen nicht beantworten lässt. "Was ist mit den spontanen Freudenfeiern", wollte er wissen. "Diese werden sich nicht unterbinden lassen", sagte Bürgermeister Hacker. Da gelte halt der Grundsatz "Leben und leben lassen".
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