Herzogenaurach
Jubiläum

Herzogenauracher sind viel auf Achse

Die Spedition Wormser ist mit 200 Trucks im internationalen Fernverkehr unterwegs und setzt dabei ausschließlich auf Fahrzeuge des niederländischen Herstellers DAF. Jetzt wurde die 40-jährige Zusammenarbeit und die Auslieferung des 1600. Lkws gefeiert.
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Hein Nievelstein (l.), Repräsentant der DAF-Trucks, und DAF-Produktionsvorstand Ron Borsboon (r.) übergaben einen symbolischen Schlüssel für den 1600. Truck an Hans Wormser. Fotos: Richard Sänger
Hein Nievelstein (l.), Repräsentant der DAF-Trucks, und DAF-Produktionsvorstand Ron Borsboon (r.) übergaben einen symbolischen Schlüssel für den 1600. Truck an Hans Wormser. Fotos: Richard Sänger
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Das "Erste Fränkische Silo-Transportunternehmen Konrad Wormser" kann auf eine nahezu 70-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein international agierendes Logistik-Unternehmen, das mit 200 Sattelzügen im nationalen und internationalen Fernverkehr unterwegs ist.
Die Trucks, die dabei jährlich rund 25 Millionen Kilometer zurücklegen, stammen ausschließlich von dem niederländischen Hersteller DAF. Die Übergabe des 1600. Fahrzeugs und die 40-jährige Zusammenarbeit zwischen den Firmen Wormser und DAF war jetzt Anlass für eine kleine Jubiläumsfeier und einen Blick in die Geschichte des Herzogenauracher Unternehmens.

Seit 1974 ist die Herzogenauracher Spedition offizieller DAF-Vertragspartner, und die eigene Lkw-Werkstatt am fränkischen Stammsitz ist ein fester Bestandteil des internationalen Servicenetzes der niederländischen Firma.
Sukzessive ersetzte die Herzogenauracher Spedition alle Lkw durch DAF und betreibt mittlerweile einen markenreinen DAF-Fuhrpark. Dazu sind noch 150 Lkws und Sattelzugmaschinen selbständiger Transportunternehmen im Wormser-Design für das Herzogenauracher Logistikunternehmen in Deutschland und dem benachbarten Ausland im Einsatz.

Das von Konrad Wormser im Jahr 1945 gegründete Unternehmen mit dem Stammsitz in Herzogenaurach beschäftigt 450 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei. 1953 als "Erstes Fränkisches Silo-Transportunternehmen Konrad Wormser" ins Handelsregister eingetragen, hat sich die Spedition längst vom reinen Silo-transporteur zum vielseitigen Logistikpartner entwickelt. Zum Transportgeschäft zählen Silo- und Baustofftransporte mit 27 bis 91 Kubikmetern Ladevolumen. Erst in 2014 hat Wormser Europas größten Silosattelzug mit einem Fassungsvermögen von 91 Kubikmetern in den Dienst gestellt. Darüber hinaus sind Kranfahrzeuge und Volumenzüge im Einsatz.

Das 60 000 Quadratmeter große Logistikzentrum in Herzogenaurach wickelt unter anderem Dienstleistungen für die Automobilindustrie ab, lagert und reinigt Mehrwegbehälter oder stellt Packmittel zusammen. Neben Lagerhallen und Verwaltungsgebäude stehen Lkw-Werkstatt, Tankstelle, Waschhalle sowie eine Reinigungsanlage für Tank- und Silobehälter bereit.

Im DAF-Kundendienstnetz aus rund 1100 Stützpunkten in ganz Europa gehört die Wormser-Werkstatt zu den aktiven Service-Stützpunkten, die allen DAF-Trucks, nicht nur dem eigenen Fuhrpark, zur Verfügung steht. Hilfe leistet das Wormser-Team mit einem Notdienstfahrzeug auch im ITS, dem Internationalen Truck-Service von DAF. Für Inhaber Hans Wormser sind eine gut geführte Werkstatt und ein perfekt betreuter Lkw "die Grundvoraussetzungen für Transportqualität, Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit".

Diese Ziele hatte auch sein Vater Konrad Wormser verfolgt, der kurz nach Kriegsende in Herzogenaurach ein Transportunternehmen gründete. Anfangs stellte die Firma Wormser die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und dringend benötigter Gebrauchsgüter sicher. Der Aufschwung in der Bauwirtschaft veranlasste Wormser, sich in diesem Marktsegment stärker zu engagieren. Anfangs zählten vor allem Zementsäcke, Dachziegel, Kalk und andere Baustoffe zum Transportgut der Wormserschen Flotte.

Anfang der 1950er-Jahre begann der Wirtschaftsaufschwung, und Arbeitskräfte waren Mangelware. Der Transport von staubförmigen Gütern wie Zement, Kalk oder Asche musste effizienter werden und rief die Entwicklung technisch völlig neuer Behälterfahrzeuge auf den Plan. Das war die Geburtsstunde der ersten Silo-Lastwagen. 1953 schaffte Konrad Wormser seinen ersten Silozug an und firmiert seither im Handelsregister als "Erstes Fränkisches Silo-Transport-Unternehmen Konrad Wormser".

1970 starb Konrad Wormser überraschend, und Sohn Hans übernahm das Ruder der Spedition Wormser KG, um es in gleicher Tradition weiterzuführen und auszubauen. Immer leichtere Schüttgüter forderten zu Beginn der 1970er-Jahre mehr Ladevolumen. Wormser als Vorreiter in der Silo-Branche reagierte und stellte 1975 einen mit Spitzer Fahrzeugwerke entwickelten Silotransporter mit 72 Kubikmetern Ladevolumen vor - damals der größte Silozug der Welt.

Hans Wormser, der parallel zur Spedition das Autohaus Wormser für die Automarken BMW und Mini an mehreren Standorten betreibt, engagiert sich nicht nur in seinen Betrieben. Auch gesellschaftlich ist der 66-Jährige äußerst aktiv und bekleidet seit vielen Jahren in verschiedenen verbandspolitischen Gremien auf Landes- und Bundesebene diverse Vorstands- und Ehrenämter.

Unter anderem ist der gebürtige Franke Präsident des Landesverbandes Bayerischer Transportunternehmer (LBT) und Vizepräsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Für seinen herausragenden Einsatz um die Belange des bayerischen und deutschen Güterkraftverkehrsgewerbes und sein soziales Engagement ehrte ihn der damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. 2011 wurde Hans Wormser von Bayerns damaligem Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil mit der "Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayrische Wirtschaft" zusätzlich geehrt.
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