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Herzogenaurach
Aschermittwoch

Herzogenauracher Narren geben den Schlüssel ab

Die närrische Zeit ist vorüber, der Bürgermeister hat sein Rathaus zurückbekommen - So will es ein traditionielles Zeremoniell. Für die Aktiven indes geht's weiter: Am Samstag tanzt die Jugendgarde bei der "Fränkischen".
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Hereinspaziert: Bürgermeister German Hacker bittet die Aktiven des KCH ins Rathaus.
Hereinspaziert: Bürgermeister German Hacker bittet die Aktiven des KCH ins Rathaus.
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So unterschiedlich kann es sein, wenn die gleichen "Parteien" aufeinandertreffen. Wenn zum Faschingsauftakt am 11.11. die Narren des Karnevalsclubs Herzogenaurach (KCH) das Rathaus stürmen, gleicht dieses alle Jahre einem Hochsicherheitstrakt. Die Tore werden verrammelt und der Bürgermeister wehrt sich scheinbar vehement, die Macht übers Rathaus herzugeben. Jetzt ist der Fasching zu Ende, und am Aschermittwoch kehrten die Narren zurück. Jetzt standen die Türen unbewacht offen und nicht nur das: Bürgermeister German Hacker empfing jung und alt, klein und groß höchstpersönlich und bat die Gäste nach drinnen.

Freilich waren die Voraussetzungen andere: Die Narren wollten dem Stadtoberhaupt ja nichts entreißen, sondern brachten den Rathausschlüssel brav zurück. Symbolische Zeremonielle, die alle Jahre wieder für Abwechslung sorgen und von beiden Seiten gern wahrgenommen werden. So wie am heutigen Aschermittwoch um 11.11 Uhr, da der Bürgermeister außer ein paar "warmer Worte", wie Hacker es selbst bezeichnete, für den Verein auch noch eine kleine Dreingabe in Form eines gefüllten Kuverts parat hatte.

Am Samstag wird getanzt

Nach 110 Tagen Fasching erfüllte der neue KCH-Vorsitzende Stefan "Eddy" Herbig auch diese Aufgabe mit Bravour; viel Worte brauchte er nicht, außer der Feststellung, dass man mit dem Schlüssel eh nichts anfangen könne, weil der ja vom alten (inzwischen abgerissenen) Rathaus sei. Woraufhin Rathaus-Rex Hacker mit gewohnt schlagkräftiger Spontaneität zu bedenken gab, dass der Schlüssel gleichwohl noch gelte, da man die Schlösser ausgetauscht habe. Für das Jahr 2021 müsse man sich wieder was Neues einfallen lassen, um dem KCH die Schlüsselgewalt nicht allzu leicht zu ermöglichen.

Für die Sportler im Verein ist die aktive Zeit mit dem Aschermittwoch noch nicht beendet. Am Samstag tritt die Jugendgarde in Veitshöchheim bei der Fränkischen Meisterschaft an. Dem blickt der KCH mit Spannung entgegen, denn schon die Juniorengarde hatte bei ihrer Fränkischen Meisterschaft richtig gut abgeschnitten - als Dritter in Mittelfranken und Vierter in Franken.

Wenn man weiß, dass die Franken oft die besten Tänzer haben und unter anderem mit der Nürnberger Buchnesia und den Besenbindern aus Röttenbach stets Siegergruppen stellen, ist ein Platz im Spitzenfeld besonders hoch zu werten. "Vor uns waren oft nur Deutsche Meister platziert", sagt Gerd Engert, der frühere langjährige Vorsitzende. Und Ferdinand Petsch, Vater von erfolgreichen aktiven Jugendlichen, drückt es so aus: "Für uns ist der dritte Platz definitiv der erste Platz."

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