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Herzogenaurach
Schmiedekunst

Herzogenauracher Kinder am glühenden Eisen

Eigentlich dürfte das Handwerk künftig keine Nachwuchssorgen mehr haben. 20 Kinder des Ferienprogramms schauten mit ihrer Betreuerin Sara Schonath dem Schmiedemeister Walter Drebinger an der Hauptstraße über die Schulter.
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Christopher schmiedet eine Spitze, und der Hammer wird dabei immer schwerer. Schmiedemeister Walter Drebinger begutachtet die jungen Arbeiter.  Foto: Richard Sänger
Christopher schmiedet eine Spitze, und der Hammer wird dabei immer schwerer. Schmiedemeister Walter Drebinger begutachtet die jungen Arbeiter. Foto: Richard Sänger
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Aber es blieb nicht nur beim Schauen. Die Kinder konnten sich auch am Amboss mit glühenden Eisen versuchen. Der neunjährige Christopher war ganz heiß darauf, auf dem Amboss eine Spitze zu formen. "Das hab' ich im Freilandmuseum in Windsheim schon mal gesehen", erzählte Christopher. Ob er aber mal Schmied werden möchte, vermochten weder er, noch die anderen Kinder sagen. "Seitdem wir im Freilandmuseum waren, ist nichts mehr so richtig sicher. Es wird gebogen, geformt und gehämmert", erzählte seine vorbeikommende Mutter Christina Daßler.

Aber nicht nur die Jungs übten sich am Amboss, auch die Mädchen bearbeiteten das glühende Eisen und bekamen dafür ein Lob des Meisters. Walter Drebinger erklärte den Kindern die einzelnen Maschinen zum Schneiden, Formen, Bohren und Biegen des Metalls.
Die Kinder scheinen in der Schule, aber auch sonst gut aufgepasst zu haben, denn vielen waren Schweißen, Schneiden, Biegen oder Schmieden schon ein Begriff.

Auch dass auf der Esse Steinkohle verwendet werden muss, die aus dem Bergwerk kommt, wussten sie auf Befragen des Schmiedemeisters. So verflog die Zeit in der Schmiedewerkstatt wie im Fluge. Walter Drebinger freute sich über den wissbegierigen Besuch, ob sie auch den Beruf eines Kunstschmiedes anstreben, bezweifelte er dann aber doch. Dabei scheint das Handwerk, trotz Baumärkte und industrieller Fertigung, durchaus Zukunft zu haben.

"Wir sind bis Jahresende ausgelastet, viele Leute schätzen für ihr Haus oder ihren Garten eine individuelle Herstellung", erklärte Drebinger. Schließlich fertigen er und seine Mitarbeitet ganz nach Wunsch des Kunden und es entstehen Unikate, wie es sie im Baumarkt eben nicht zu kaufen gibt.
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