Herzogenaurach
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Herzogenauracher Fotofestival gibt Blick in ferne Welten

Fotofachhändler Stefan Müller veranstaltet im November ein zweitägiges Festival mit vier Multivisionen und Rahmenprogramm.
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Die Seele Indiens: Ein Foto aus der Multivisionsschau von Claudia Endres
Die Seele Indiens: Ein Foto aus der Multivisionsschau von Claudia Endres
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Da begibt sich eine Frau auf die Suche nach der Seele Indiens, da folgen skurrile Typen dem Ruf der Freiheit in den schottischen Highlands, da besteigt ein Abenteurer mit seinem E-Bike den Kilimandscharo und ein vierter Autor ist ein echtes Nordlicht und zeigt das größte Naturschauspiel am Nachthimmel. Das Fotofestival namens "Fernblick", das im Herbst erstmals in Herzogenaurach stattfindet, verspricht eine Fülle von bildgewaltigen Höhepunkten.

Stefan Müller, Fotograf und Geschäftsinhaber aus der Hauptstraße, kam auf die Idee, ein solches Festival zu wagen. An zwei Tagen im November dreht sich im Vereinshaus alles ums Fotografieren: Es gibt eine Messe und Workshops, und im Mittelpunkt stehen vier Multivisionen. Atemberaubend, wie Müller verspricht.

Claudia Endres ist eine der vier Autoren. Die Fürtherin hat sich in den vergangenen fünf Jahren zehnmal nach Indien aufgemacht, um sich dort auf die Suche nach der Seele des Landes zu begeben, wie sie selbst feststellt. So entstand ihre Reportage "Soul of India", mit der sie bei Fernblick den Auftakt macht. Es ist das erste Mal, dass sie ihre Schau öffentlich zeigt.

"Ich habe insgesamt ein Jahr meines Lebens in Indien verbracht", sagt Endres, die vor 20 Jahren der Faszination dieses Landes erlegen ist. Und so entstand die Idee, ihre Eindrücke professionell zusammenzustellen. Eindreiviertel Stunden Multivisionsschau sind daraus geworden, erzählte sie jüngst in Herzogenaurach, als sie Müller am Fernblick-Stand bei der Veranstaltung "Sommer in der Stadt" besuchte.

Entstanden ist ein Mix aus Musik und Bildern, den sie selbst zusammengeschnitten hat. Claudia Endres erfasst darin, wie sie berichtet, "all die Seiten von Indien, die man üblicherweise mit diesem Land verbindet - die Paläste, die Götter, die Farben und die beeindruckenden Kunstschätze." Doch sie zeigt auch ein Indien, das fernab der Touristenpfade existiert: "Das Indien der indigenen Stämme, der Zigeuner, der Unberührbaren und der Bettler."


Am 17. und 18. November

Die Idee für das zweitägige Spektakel sei ihm auf dem Fernweh-Festival in Erlangen gekommen, sagte Müller. Dort nimmt er als Chef von "Ringfoto Müller" in Herzogenaurach mit Infoständen teil. Dass der Erlanger Event heuer nicht stattfinde, komme ihm möglicherweise entgegen, habe aber nicht den Ausschlag geben. Er möchte das Festival, sofern die Premiere denn auch gut angenommen wird, jedes Jahr in Herzogenaurach durchführen.

Im Rahmenprogramm wird es am 17. und 18. November auch sieben Workshops geben, bei denen es um alle mögliche Fragen rund um die Fotografie geht. Mit Uwe Statz habe er einen profunden Kenner an Bord. Da geht es vom "einfachen Fotografieren von Menschen" bis zu den Grundlagen emotionaler Bilder, da wird über den Einsatz des Blitzlichts referiert und auf die Geheimnisse der Filterfotografie eingegangen.

Kostenlos besucht werden kann an beiden Tagen die Fotomesse mit 17 Ausstellern. Im Vereinshaus werden für die vier Live-Multivisionen 330 Plätze bestuhlt werden, die Workshops fassen jeweils maximal 20 Teilnehmer.



Die vier Live-Multivisionen im Herzogenauracher Vereinshaus


Indien
"Soul of India" von Claudia S. Endres am Samstag 17.11. 15 Uhr. Ein bildgewaltiger und emotionaler Vortrag, der zu den Highlights des zentralen Indien führt, aber auch ein Indien zeigt, das jenseits der Touristenpfade existiert (siehe Bericht).

Berge Volcanic Seven Summits von Adrian Rohnfelder am 17. 11. um 19 Uhr. Seit Jahren bereist der Fotograf und Autor Adrian Rohnfelder Jahrgang 1968, die Vulkane dieser Erde. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist er Ende 2015 auf die Volcanic Seven Summits, die jeweils höchsten Vulkane aller Kontinente gestoßen. In dieser neuen Multivision berichtet er, wie er sich als Fotograf an jedem Berg einer anderen neuen persönlichen Herausforderung gestellt hat: Mit dem E-Bike auf den Kilimandscharo, auf sich alleine gestellt
im größten Niemandsland der Erde - in der Antarktis. Bergsteigen extrem in Mexiko. Mit Ski und mit dem Auto unterwegs auf über 5000 Meter Höhe, wie auch eine Fahrt mit dem Kajak durch die Dschungel von Papua Neuguinea.

Schottland Ruf der Freiheit von Gereon Roemer am Sonntag, 18.11., um 15 Uhr. Der Autor aus Krefeld spürt Landschaften voller Dramatik und Wildheit genauso nach wie er Orte der Stille und Einsamkeit besucht. Heranrollende Wetterfronten verwandeln sich in Minuten in traumhafte Lichtspiele. Und das ist dann noch das großartige Gefühl der Freiheit, das der Wanderer in den endlosen Weiten der Highlands erlebt.

Lappland Nord-Licht von Klaus-Peter Kappest am 18.11. um 19 Uhr. Die Kultur der Sami zwischen Rentieren, Fluss und Meer, die Natur der Taiga und Tundra, das exzellente Fotolicht der tief stehenden Sonne, der klaren Luft und der intensiven Farben, das große Naturschauspiel des Polarlichts - das ist die Substanz dieser Live-Multivision. Diesmal widmet sich Kappest ganz dem, was ihm am meisten am Herzen liegt: der Welt der Sami. Eine enge Freundschaft verbindet ihn teilweise seit Jahrzehnten mit den Einheimischen des Nordens und erlaubt Einblicke, die den Touristen verborgen bleiben. red
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