Herzogenaurach

Herzogenauracher CSU träumt von Demenz-WG

Bürgermeisterkandidatin Sabine Hanisch setzt einen Schwerpunkt auf soziale Aspekte, unter anderem die Schaffung alternativer Wohnformen im Alter.
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Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke wie hier im "Haus Schlossberg" in Höchstadt könnte sich die CSU auch für Herzogenaurach gut vorstellen.     Foto: Theresa Schiffl
Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke wie hier im "Haus Schlossberg" in Höchstadt könnte sich die CSU auch für Herzogenaurach gut vorstellen. Foto: Theresa Schiffl
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Die Herzogenauracher CSU-Bürgermeisterkandidatin Sabine Hanisch hat einen Traum: "Ich wünsche mir eine Stadt, in der die Menschen aufmerksam sind im Umgang mit Demenzkranken. Um Menschen mit Demenz eine aktive Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen, ist es wichtig, den Lebensraum demenzkranker Menschen und deren Angehöriger als Teil eines gesamtgesellschaftlichen Umgangs in den Blick zu nehmen." Auch sei es der CSU sehr wichtig, besonders auf die Menschen zu achten, denen es finanziell nicht so gut geht und die auf verschiedene Hilfen angewiesen sind.

Deshalb hat sich die Bürgermeisterkandidatin gemeinsam mit den CSU­ Stadtratskandidaten im Wahlprogramm soziale Schwerpunkte gesetzt, die sie zusammen mit Kurt Zollhöfer bei einem Pressegespräch erläuterte. "Eine zunehmend zentrale Aufgabe unseres Gemeinwesens wird die Versorgung, Begleitung und Betreuung, aber auch die gesellschaftliche Teilhabe demenziell veränderter Menschen in unserer Mitte sein", erklärt dazu die Bürgermeisterkandidatin. "Denn schon heute leben bundesweit über 1,6 Millionen von einer Demenz Betroffene." Deswegen will die CSU auch eine Notfallinfobox einführen nach dem Vorbild des Landkreises Fürth, damit Rettungsdienst und Notarzt sich schnell vor Ort informieren können.

Einer Initiative anschließen

"Unsere Stadt soll eine demenzfreundliche Kommune werden. Wir wollen, dass sich unsere Stadt an der Initiative ,Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken‘ beteiligt", erklärte Hanisch. Dies sei eine Initiative zur Förderung der Integration und Inklusion von Menschen mit Demenz in die Gesellschaft. Die Vision der Initiative sei es, den Lebensraum für Menschen mit Demenz und deren Angehörige so zu gestalten, dass sie gut begleitet in ihren vertrauten Gemeinde leben können. Die Kommunen seien gefordert, sich gemeinsam mit den Akteuren vor Ort zu überlegen, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, damit Menschen mit Demenz weiterhin wie gewohnt dort leben können und ein Teil der Gemeinschaft bleiben. Ziel sei es, dem Wunsch der meisten Menschen nach einem Leben zu Hause bis zum Schluss zu entsprechen. Gemeinden wie Oberasbach, Langenzenn und Treuchtlingen würden die Initiative bereits mit Leben erfüllen.

Die CSU habe im September 2019 auf Initiative des Agenda-21-Arbeitskreises "Soziales und Kommunikation" das Projekt "Nah mit Herz(o)" mit der Caritas als Projektträger auf den Weg gebracht. In Notfallsituationen soll eine ehrenamtliche Hilfe für jeden, Familien, Alleinerziehende und Senioren angeboten werden. Dabei sei allerdings keine langfristige Hilfe vorgesehen.

Es sollen Entlastungsangebote für pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege von Senioren geschaffen werden. Das könne durch ehrenamtliche geschulte Personen gegen eine Aufwandsentschädigung geschehen und Angehörige können sich eine "Auszeit" nehmen, wie es beispielsweise in Erlangen bei der Demenzbetreuung Diakonie Aktiv GmbH praktiziert werde.

Vorbild in Höchstadt

Insbesondere sollen verschiedene Wohnformen im Alter wie generationenübergreifendes Wohnen, barrierearme Wohnformen für Senioren, Wohnformen mit einem Pflegestützpunkt im Wohnquartier für wohnortnahe Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Dienstleistungen gefördert werden. "Besonders wichtig ist uns für Herzogenaurach die Wohnform einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft (mit höchstens zwölf Mietern) wie zum Beispiel das ,Haus Schlossberg‘ in Höchstadt oder das ,Haus der Diakonie‘ in Cadolzburg, damit Herzogenaurach weiterhin die Heimat von pflegebedürftigen Menschen bleibt", stellte die Bürgermeisterkandidatin klar. Gemeinnützig betriebene Seniorenheime sollen durch günstige Konditionen beim Grunderwerb gefördert werden, damit die Pflegekosten finanzierbar bleiben. "Viele Menschen mit Pflegebedarf wünschen sich eine Wohnform, die Raum für ein weitgehend selbstbestimmtes Leben lässt. Ambulant betreute Wohngemeinschaften ermöglichen es pflegebedürftigen Menschen, in einem gemeinsamen Haushalt zu leben und nach Bedarf Pflege- und Betreuungsleistungen in Anspruch zu nehmen."

Wie Sabine Hanisch erklärte, habe sie die Wünsche für eine Wohnform und Pflege bei ihren vielen Gesprächen erfahren. Nun sei auch die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert, denn die Versorgung und Betreuung demenzkranker Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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