Herzogenaurach
Infoveranstaltung

Herzogenauracher Baugebiet nimmt Gestalt an

Die Stadt Herzogenaurach will die große Nachfrage nach Wohnraum mit Mehrfamilienhäusern in der Reuth befriedigen.
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Anhand einer 3-D-Darstellung des Baugebiets wurde gezeigt, dass die Häuser in der Nähe der bestehenden Bebauung durch ein Staffelgeschoss weniger massiv wirken sollen als ursprünglich geplant.     Foto: Richard Sänger
Anhand einer 3-D-Darstellung des Baugebiets wurde gezeigt, dass die Häuser in der Nähe der bestehenden Bebauung durch ein Staffelgeschoss weniger massiv wirken sollen als ursprünglich geplant. Foto: Richard Sänger
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Im neuen Baugebiet "In der Reuth" sollen einmal rund 800 Menschen leben. Vor allem soll dort Geschosswohnungsbau mit sozialen Preisen zum Tragen kommen. Nun stellten Bürgermeister German Hacker (SPD) und Kristina Vogelsang vom gleichnamigen Planungsbüro sowie Landschaftsplaner Sebastian Klebe und Anja Wettstein vom Planungsamt in einer Informationsveranstaltung den aktuellen Stand der Planung vor.

Eingangs wies der Bürgermeister auf die steigende Zahl der Einpendler und die große Nachfrage nach Wohnraum hin. "Wir fangen nicht bei Null an", erklärte der Bürgermeister, so könnten im November die ersten Wohnungen im Bauabschnitt III der Herzo Base bezogen werden, "aber das Leben geht weiter", so das Stadtoberhaupt, und der Wohnraum sei immer noch knapp.

Zum neuen Baugebiet habe die erste öffentliche Auslegung und frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden bereits stattgefunden. "Das Projekt ist ein langwieriger Prozess, denn es muss am Ende rechtlich sauber funktionieren", erklärte Planerin Vogelsang bei der Vorstellung des Entwurfes. Die Stellungnahmen seien in den städtebaulichen Entwurf eingeflossen, viele Fachgutachten waren notwendig und Verkehrsguten, Immissionsschutz sowie Naturschutz wurden eingearbeitet.

Gegenüber den ersten Planungen wurde die bauliche Dichte zurückgenommen, mit der Folge, dass eben weniger Bewohner in Kauf genommen werden müssen. Die an die bestehenden Anwohnerstraßen angrenzende Bebauung wird durch Doppelhäuser anstelle von Mehrfamilienhäusern weniger massiv ausfallen. Damit soll auch soll die Verkehrsbelastung im Süden begrenzt werden.

Gegenüber dem ersten Entwurf wurde der Grünstreifen zwischen den Bestandsbauten und den geplanten Wohngebäuden vergrößert, Gebäude wurden gedreht, Mehrfamilienhäuser verschoben und zum Teil mit einem Staffelgeschoss versehen. Das Gebiet erhält eine eigene Straßenerschließung und vier Gebäude am Rande müssen über die Lessingstraße erschlossen werden. Insgesamt wird der Grünbereich größer werden, betonte Landschaftsplaner Sebastian Klebe. Bei den vorgesehenen Stellplätzen orientierten sich die Planer an dem Stellplatzschlüssel der Stadt, zudem sind zwei Parkhäuser und eine Kindertagesstätte geplant. Das Gebiet wird auch mit dem Herzo-Bus erschlossen.

Stadt will alle Flächen kaufen

Die Frage, warum man schon plant, wenn noch nicht alle Flächen zur Verfügung stehen, konnte der Bürgermeister damit beantworten, dass eine Planung nötig sei, auch um den Grundstückspreis berechnen zu können. Die Stadt möchte nach Möglichkeit alle Flächen in die Hand bekommen, bietet dazu auch Tauschflächen an und verhandelt derzeit mit den Grundstückseigentümern, denn der Stadt gehört nur etwa ein Viertel des Gebietes. Auf Nachfrage erklärte Hacker, dass ein Eigentümer sein Grundstück selbstverständlich an einen Investor verkaufen kann, denn es sei ein freies Land. Allerdings gebe es noch kein Baurecht und kein Investor würde einen Acker kaufen.

"Wir wollen keine Gewinne erzielen, sondern Wohnraum schaffen", erklärte Hacker, deswegen werden die Grundstücke zum Selbstkostenpreis mit einem minimalen Puffer verkauft. Dies könne aber erst dann passieren, wenn die Planung fertig und die Wertermittlung abgeschlossen ist. Denn alle Grundstückseigentümer werden den gleichen Preis bekommen und es werde niemand benachteiligt oder bevorteilt.

"Ich habe Bauchschmerzen bei den Ausgleichsflächen, die Erde wird nicht größer", platzte ein Versammlungsteilnehmer heraus und kritisierte die damit fehlenden landwirtschaftlichen Flächen. Der Bürgermeister versuchte, den Fragesteller zu beruhigen, aber die Stadt stehe unter Druck und aktuell würden über 700 Anfragen nach Einzelhausgrundstücken vorliegen. "Dass diese Häuser nicht gebaut werden können, ist klar, denn die Zeiten sind vorbei", erklärte der Bürgermeister.

Aber die Flächen sind nicht verloren, werden aufgewertet und bleiben für immer geschützt und der Natur sowie dem Artenschutz erhalten, machte der Bürgermeister deutlich. So werde der größte Teil der Ausgleichsflächen am Rande und wegen der Nähe zur Nordumgehung auf Dauer geschützt, nur ein kleiner Teil werde bei Oberscheinfeld geschaffen.

Keine Verschattung

Die Fragen einer Anwohnergemeinschaft zu den Abständen und zur Verschattung versuchte Kristina Vogelsang zu beantworten. So wurden am Rande des Baugebietes nicht nur die Geschossflächen reduziert, sondern auch die Häuser neu angeordnet, die Baugrenzen zurückgesetzt und zum benachbarten Bestand werden es mindestens 17 Meter sein. "Und durch das Staffelgeschoss wird es keine Verschattung geben, das hat die Berechnung ergeben", erklärte die Planerin dazu.

Darauf zielt auch ein Antrag der CSU-Fraktion an den Stadtrat, die das geplante Gebäude gegenüber der Bestandsbebauung Gerhart-Hauptmann-Straße Nr. 19 ebenfalls auf zwei Geschosse reduziert haben will. Damit werde die Gleichbehandlung aller Anwohner der Gerhart-Hauptmann-Straße entlang des neuen Baugebiets gewahrt, wünscht sich die CSU-Fraktion. Was sich aber mit dem geplanten Staffelgeschoss erübrigen wird.

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