Laden...
Herzogenaurach
Zensus

Herzogenaurach zweifelt Einwohner-Statistik an

Die Stadt Herzogenaurach zweifelt Zahlen des Statistischen Landesamts an. Angeblich ist die Einwohnerzahl erst um fast 800, dann fast 600 gesunken. Hacker: "Das ist unmöglich." Die Herzo-Base-Gemeinschaft hat unterdessen eigene Zweifel.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch im Winter wird im Stadtteil Herzo Base gebaut. Für den angeblichen Rückgang der Einwohnerzahl gibt es eine einfache Erklärung.  Foto: bp
Auch im Winter wird im Stadtteil Herzo Base gebaut. Für den angeblichen Rückgang der Einwohnerzahl gibt es eine einfache Erklärung. Foto: bp
In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend klang Bürgermeister German Hacker (SPD) beschwichtigend und gleichzeitig entschlossen. Die Zahlen, die das Statistische Landesamt über Herzogenaurach ermittelt hat, könnten nicht wahr sein, sagte er. Deshalb reagiere er auch gelassen. Er werde weiterhin die von der Stadt selbst ermittelten Einwohnerzahlen publizieren.

Im Verlauf der Sitzung war angesprochen worden, dass das Zählverfahren im Jahr 2011 rund 700 Einwohner für Herzogenaurach weniger ermittelt habe als angenommen. Der Grüne Maximilian Maydt hatte diese Feststellung pointiert in den Ring geworfen. "Ist da über Nacht ein ganzer Ortsteil verschwunden?", fragte er nach.
Hacker klärte auf. Herzogenaurach sei nicht die einzige Stadt, die durch den sogenannten Zensus mit den im Jahr 2011 ermittelten Zahlen nicht einverstanden sei.
Auf Anregung des Bayerischen Städtetags habe die Stadt Amberg nun eine Musterklage erhoben, der sich auch Herzogenaurach wie viele andere Kommunen anschließen wolle. Die vom Statistischen Landesamt genannten Zahlen können laut Hacker nicht stimmen, "es ist unmöglich, dass die richtig sind".

Zum Jahresende 2011 war der Zensus davon ausgegangen, dass Herzogenaurach 22 346 Einwohner hat. Die Stadt selber hatte in ihrer eigenen Statistik aber 744 Menschen mehr angegeben. Als man protestiert habe, sei es zu einer Anhörung gekommen. Deren Ergebnis hatte bei Hacker ein Schmunzeln verursacht, denn plötzlich waren der Stadt rund 150 Bürger "geschenkt" worden, die Zahlen also leicht nach oben korrigiert worden.

Hacker geht davon aus, dass die eigenen Zahlen, also die vom Einwohnermeldeamt der Stadt, stimmen. Immerhin habe man in den vergangenen Jahren bei drei großen Verfahren umfangreiche Daten ermittelt. Es standen die Umstellung auf die kaufmännische Buchführung an, die gesplittete Abwassergebühr und zuletzt die Umstellung auf das Sepa-Verfahren. In all diesen Verfahren seien genaue Daten ermittelt worden. Wenn es Bürger gäbe, die es in der Stadt nicht mehr gibt, dann hätte man sie da gefunden.

Der Zensus 2011 sei sicherlich in den Kommunen unter 10.000 Einwohnern sehr genau verlaufen, meinte Hacker. Denn da sei alles erfasst worden, fast wie bei einer Volkszählung. Bei größeren Gemeinden aber habe es nur Stichproben gegeben. Da aber gebe es halt immer auch Schwankungen.

Unterdessen hat die Bürger-Gemeinschaft auf der Herzo Base ganz andere Sorgen. Denn sie zweifelte jetzt Zahlen an, die von der Stadt Herzogenaurach selbst aktuell veröffentlicht wurden. Denn nur der neue Stadtteil hatte in den Einwohnerzahlen zum Jahresbeginn gegenüber denen vom Juli 2013 einen Rückgang zu verzeichnen, und zwar von 27 Personen. Alle anderen Ortsteile legten zu.

"Sind Familien der großen Herzogenauracher Firmen woandershin versetzt worden?", lautete eine Frage auf der Facebook-Gemeinschaft.

Doch auch hier sieht Bürgermeister German Hacker keinen Grund zur Aufregung. Das liege schlicht daran, dass eine größere Zahl an Bauarbeitern wieder abgemeldet worden sei. Die Zahl der Bewohner sei also stabil.

Zum 1. Januar waren die stärksten Ortsteile Niederndorf (3020 Personen, +12), Hauptendorf (1029, +5), Hammerbach (819, +12), Herzo Base (612, -27) und Welkenbach (338, +1). Die Stadt Herzogenaurach hat laut Hacker derzeit insgesamt rund 24 600 Einwohner, inklusive der Zweitwohnsitze.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren