Herzogenaurach
Kundgebung

Herzogenaurach steht für ein friedliches Europa

Am 11. Mai setzt die Stadt ein Zeichen gegen den Populismus und für ein Miteinander der Menschen. Die Aktion lautet "Herzogenaurach für Europa" .
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Sie stehen für ein friedliches Europa (von links): Wolfgang Seitz, Franz-Josef Lang, Hans Schmid, German Hacker, Herta Lang, Judith Jochmann und Christian Hoyer Foto: Bernhard Panzer
Sie stehen für ein friedliches Europa (von links): Wolfgang Seitz, Franz-Josef Lang, Hans Schmid, German Hacker, Herta Lang, Judith Jochmann und Christian Hoyer Foto: Bernhard Panzer
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Die Idee entstand mitten in der Stadt, beim Gespräch auf der Straße. Herta Lang und Wolfgang Seitz tauschten ihre Sorgen aus, was die Zukunft eines friedlichen Europas angeht. Weitere Freunde griffen das auf und so entstand ein Brief, den sechs Herzogenauracher an den Bürgermeister schrieben. Sie wollten damit der Stadtverwaltung einen Impuls geben, im Vorfeld der Europawahl ein positives Zeichen zu setzen. Die Menschen müssen am 26. Mai wählen gehen, lautete der Kernsatz.

Das Ansinnen fiel auf fruchtbaren Boden. Es gab zwei Gespräche im Rathaus, erläuterte Bürgermeister German Hacker (SPD) beim Pressegespräch am Dienstag. Und so entschied man sich, diesen Aufruf in Form einer gemeinsamen Kundgebung umzusetzen, die von Seiten der Stadt Herzogenaurach durchgeführt wird. Stattfinden wird sie am Samstag, 11. Mai, um 11 Uhr auf dem Herzogenauracher Marktplatz.

Kurze Wortbeiträge werden vom Bürgermeister sowie aller im Stadtrat vertretenen Parteien geleistet, auch die Schülersprecher von Mittelschule, Realschule und Gymnasium sind dabei, ebenso wie die Pfarrer der beiden christlichen Konfessionen. Das zehnminütige Hauptreferat wird der Historiker Christian Hoyer halten, stellvertretender Leiter des Stadtmuseums. Musikalische Beiträge leisten die Stadtjugendkapelle und der Jugendchor der Kantorei St. Magdalena.

"Unser Ziel ist es, eine große Wahlbeteiligung zu schaffen", sagte Hacker. Und: "Von unserer Stadt mit ihrer kulturellen Vielfalt, ihren international tätigen Unternehmen und ihren Städtepartnerschaften soll von allen Generationen ein starkes Signal für Europa und seine Werte, sowie für die Europawahl ausgehen".

Die Initiatoren der Aktion haben vor allem zwei Sorgen um Europa. Einmal geht es ihnen um Frieden und Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Die Ausbreitung von Nationalismus und Populismus fast überall in Europa sei mit einem Abbau demokratischer Grundwerte verbunden, wie Wolfgang Seitz ausführte. Er nahm seitens der Ideengeber zusammen mit dem Ehepaar Herta und Franz-Josef Lang sowie Hans Schmid am Pressegespräch teil. Weitere Mitstreiter sind Hans Meister und Gotthard Lohmaier.

Die zweite Sorge dreht sich um ein "Europa der sozialen und ökologischen Werte". Es dürfe nicht nur um die Wirtschaft gehen und um Marktmechanismen. Es gehe stattdessen um das Gemeinwohl und um Chancengleichheit. Man betrachte die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa mit Sorge, ebenso wie die Flüchtlingspolitik, die die Menschenwürde achten sollte. Und es gehe um die Vorreiterrolle Europas im Bereich von Klimaschutz und der Bewahrung der Schöpfung. In über einhundert deutschen Städten, berichtete Franz-Josef Lang, gebe es bereits von Bürgern initiierte Kundgebungen, getragen von der europaweiten Initiative Puls. Lang verdeutlichte die Notwendigkeit, zur Wahl zu gehen: "Was immer du wählst, wähle Europa." Man wolle einen Beitrag leisten, "dass es auch in Zukunft ein vereintes, demokratisches Europa gibt", fassten die vier Teilnehmer zusammen. Ihnen gehe es um ein Europa, "in dem die Achtung der Menschenwürde, die Rechtsstaatlichkeit, freiheitliches Denken und Handeln, Toleranz und Respekt Grundlagen des Gemeinwesens sind."

Christian Hoyer sagte, er habe die Einladung zur Rede sehr gern angenommen, auch wenn es sicherlich schwer werde, diese komplexe Thematik in einen knappen Zeitrahmen zu bringen. "Für uns in Deutschland sollte klar sein, dass Europa wichtig und richtig ist", sagte er. "Es ist unsere Zukunft." Er sei persönlich beunruhigt, dass es da gegenläufige Tendenzen gebe und die Stammtischparolen zunähmen. Er wolle, so Hoyer, versuchen,vor allem auch bei den jungen Menschen anzukommen.

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