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Herzogenaurach: Stadt-Umland-Bahn rollt im Zehn-Minuten-Takt

Die aktuelle Prognose für die Stadt-Umland-Bahn sieht doppelt so viele Fahrgäste vor als noch 2015 errechnet. So soll die Bahn alle zehn Minuten fahren.
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Bei einer Begehung im März sind die beiden möglichen Trassen abgeschritten worden. Die Variante Flughafenstraße scheidet nach Aussage von Bürgermeister German Hacker jetzt aber aus, da ein Zehn-Minuten-Takt dort nicht möglich wäre.  Foto: Bernhard Panzer
Bei einer Begehung im März sind die beiden möglichen Trassen abgeschritten worden. Die Variante Flughafenstraße scheidet nach Aussage von Bürgermeister German Hacker jetzt aber aus, da ein Zehn-Minuten-Takt dort nicht möglich wäre. Foto: Bernhard Panzer

Die Zahlen sprechen für sich: In allen Abschnitten des geplanten Netzes der Stadt-Umland Bahn (StUB) erhöhen sich die Fahrgastzahlen gegenüber den ersten Berechnungen. Und zwar deutlich: Zwischen Erlangen und Herzogenaurach wird sogar von mehr als doppelt so vielen Fahrten ausgegangen als bisher.

Das ergab die aktuelle Fahrgastprognose, die am Mittwochabend im vierten Dialogforum in Nürnberg bekanntgegeben wurde. Besonders der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD) freut sich über diese "sagenhafte" Entwicklung und ebenso über einen "irren Rückenwind" für die StUB.

Das heißt auch, dass der Takt von 20 auf zehn Minuten verringert werden kann. Für die Alternative Flughafenstraße bedeute das aber schon jetzt das definitive Aus. Diese Zeiten seien dort nicht zu machen, vor allem wegen der Engstelle, sagte Hacker im FT-Gespräch. Da müsste dann bei einem Begegnungsverkehr alle fünf Minuten der Straßenverkehr durch eine rote Ampel ausgebremst werden - also ein Ding der Unmöglichkeit.

Es bleibe somit nur der Weg durch die Rathgeberstraße. Über die Vorzugsvariante sei der Bahnverkehr problemlos zweispurig abwickelbar. Auch eine etwaige Wiederbelegung der Aurachtaltrasse von Herzogenaurach nach Bruck anstelle der L-Trasse über Büchenbach und die Herzo Base als dritte Variante erfährt laut Hacker damit erneut eine Abfuhr.

Über 10 000 Fahrgäste

Im Jahr 2015 lag die Annahme noch bei knapp 5000 Personenfahrten pro Tag, heißt es in einer Pressemitteilung des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn. Die neuesten Berechnungen zeigen nun, "dass es über 10 000 sein werden". Florian Gräf, der technische Leiter des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach, stellt wörtlich fest: "Das bedeutet, dass wir statt des bisherigen 20-Minuten-Takts nun auch auf dem Abschnitt zwischen Büchenbach West und Herzogenaurach mit einem Zehn-Minuten-Takt tagsüber planen". Zusätzlich sollen Verstärkerfahrten zwischen Nürnberg und Büchenbach West in den Hauptverkehrszeiten vorgenommen werden.

German Hacker nimmt auf die positive Entwicklung der Firmen, vor allem auch am Standort Herzogenaurach Bezug. "Die Zahl an Pendlern und Einwohnern in und um die drei Städte wächst aufgrund der hervorragenden Entwicklung, insbesondere der großen Arbeitgeber, stetig an. Daher ist es wichtig, während der gesamten Planungsphase die Werte immer wieder neu zu ermitteln, um der Nachfrage bei Inbetriebnahme der StUB auch gerecht werden zu können", betonte er. Und: "Ein deutlicheres Statement für die StUB als die Notwendigkeit, auch in Richtung Herzogenaurach nun mit einem 10-Minuten-Takt planen zu müssen, kann es kaum geben."

Am Nutzen-Kosten-Verhältnis, das die Grundlage für eine Förderfähigkeit des Projekts bildet, ändert sich trotz der aktualisierten Prognose nichts. Dieses liegt weiterhin bei 1,1. "Das Verhältnis hat sich deshalb nicht positiver entwickelt, da durch den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge auch die Betriebskosten steigen", so Florian Gräf in der Pressemitteilung.

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