Herzogenaurach
SPD-Antrag

Herzogenaurach soll kostenloses Busfahren prüfen

Kann das Busfahren mit den Herzo-Bussen schon bald kostenfrei oder zumindest sehr billig werden?
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Herzobus am Busbahnhof: Die SPD will prüfen lassen, ob die Nutzung bald kostenfrei oder sehr billig werden könnte.  Foto: FT Archiv (sae)
Herzobus am Busbahnhof: Die SPD will prüfen lassen, ob die Nutzung bald kostenfrei oder sehr billig werden könnte. Foto: FT Archiv (sae)

Die SPD-Stadtratsfraktion richtet jetzt einen Antrag an den Stadtrat, genau das prüfen zu lassen. Alternativ zur Kostenfreiheit wäre ein deutlich verbilligtes Ticket zu überlegen. Das schreiben Zweite Bürgermeisterin Renate Schroff und Fraktionsvorsitzender Curd Blank.

"Die Stärkung des ÖPNV wird seit längerer Zeit in der breiten Öffentlichkeit intensiv diskutiert", beginnen die beiden Stadträte die Begründung ihres Antrags. Für die Akzeptanz des ÖPNV spielen ihrer Ansicht nach "vor allem die Preisgestaltung, die Kundenfreundlichkeit und die Qualität eine entscheidende Rolle".

Zielsetzung des Antrags sei es auszuloten, inwieweit ein kostenloser oder gegenüber heute nochmals hoch-subventionierter innerstädtischer ÖPNV finanzierbar wäre.

Den Schreibern ist bewusst, "dass es sich allerdings um eine ausgesprochen komplexe Thematik handelt". Deshalb solle zunächst ein umfassender Prüfauftrag erfolgen, um dann auf Basis des Ergebnisses eine weitergehende Entscheidung treffen zu können.

Beitrag zur Verkehrswende

Falls die finanziellen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt in verantwortungsvoller Weise tragbar wären, so heißt es weiter, könne durch die zu erwartende Fahrgaststeigerung und die damit verbundene Verringerung des Individualverkehrs vor Ort ein wertvoller Beitrag zur Verkehrswende und somit auch zum Klimaschutz geleistet werden.

Die Antragsteller wollen die Auswirkungen auf eine ganze Reihe von Bereichen prüfen lassen. Dazu zählen unter anderem Auswirkungen auf die VGN-Einnahmezuscheidung der Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH und der betroffenen Regionalbus-Betreiber. Aber auch die Auswirkung auf die Ausgleichszahlungen im Ausbildungsverkehr müssten untersucht werden, ebenso wie auf die Erstattung von Fahrgeldausfällen für die unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen.

Des Weiteren sei das sich derzeit noch in der Diskussion befindliche "1-Euro-Ticket" ein Bereich, der da laut SPD-Antrag mit geprüft werden müsste. Und natürlich geht es um Auswirkungen auf die VGN-Assoziierung, insbesondere in Bezug auf die innerorts teils parallel verlaufenden Regionalbuslinien (aktuell die Linien 123, 134, 199, 200, 201, 241, 242, 246).

Die Ergebnisse sollen dem Stadtrat möglichst rechtzeitig vor den Beratungen für das Haushaltsjahr 2020 vorgelegt werden.

Antrag im Wortlaut: Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Auswirkungen die kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Herzo Bus (und ab dem Jahr 2021 zuzüglich der Linie 204) innerhalb des Stadtgebietes von Herzogenaurach inklusive aller Ortsteile hat.

Eine analoge Prüfung soll auch für den alternativen Fall (statt völliger Kostenfreiheit) einer hohen städtischen Subvention von Monats- und Jahrestickets, gültig innerhalb des Tarifgebietes des Stadtgebiets Herzogenaurach, zum Beispiel fünf Euro pro Monat oder 50 Euro pro Jahr stattfinden.



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