Herzogenaurach
Planungsausschuss

Herzogenaurach möchte ein Pfandbecher-System einführen

Die Stadtverwaltung arbeitet an der Einführung eines Pfandbechersystems. Das soll gemeinsam mit ortsansässigen Gewerbetreibenden geschehen.
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Herzogenaurach denkt über ein Pfandbechersystem nach.  Foto: dpa
Herzogenaurach denkt über ein Pfandbechersystem nach. Foto: dpa

Die Klimaschutzbeauftragte im Rathaus, Mignon Ramsbeck-Ullmann, stellte dem Planungsausschuss die Überlegungen vor. Eine Vorabfrage habe durchaus eine positive Haltung ergeben, sagte sie. Diese Maßnahme könne die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und privater Wirtschaft vertiefen. Man verspricht sich dadurch außerdem mehr Müllvermeidung und auch eine Imagewerbung.

Die Stadt denkt dabei an das Modell der Firma Recup, das schon recht verbreitet sei. Eine Insellösung wäre abzulehnen, die Becher müssten an jedem beliebigen Ort wieder abgegeben werden können. Viele Teilnehmer wären deshalb von Nutzen.

In größeren Städten gibt es das Modell bereits erfolgreich. In Augsburg beispielsweise gibt es 67 Stellen, die diese Pfandbecher annehmen. Und in München seien fast alle Cafés und Bäckereien angeschlossen, berichtete Ramsbeck-Ullmann. Auch Erlangen und Nürnberg seien schon im Boot.

Grünes Bauchweh

In Herzogenaurach hätten sich auch die Outlets schon interessiert geäußert, ergänzte sie. Zuvor hatte Curd Blank (SPD) nach weiteren Teilnehmern gefragt und damit gezielt die "amerikanische Botschaft mit dem großen M" gemeint, wie es sein Fraktionskollege Wolfgang Mehler übersetzte. In Augsburg nimmt dieses große Fast-Food-Restaurant schon teil.

Retta Müller-Schimmel (Grüne) wollte nicht verhehlen, dass sie das Prinzip gut findet, aber doch "ein bisschen Bauchweh" wegen des Materials habe. Es sei zwar "das tollste Plastik", sagte sie, "aber es bleibt Plastik." Das müsse man nach den zugesagten 500 bis 1000 Nutzungen dann entweder verbrennen oder schreddern. Auch vermisste die grüne Stadträtin Auswertungen, ob und wie stark die Pfandbecher zur Müllvermeidung beitragen. Ihr wäre es lieber, wenn man noch andere Angebote hätte. Es gäbe ja auch Becher aus Bambus oder Mais, also "total kompostierbar".

In Bayern werden die Becher recycelt, also "nicht thermisch verwertet", erklärte Ramsbeck-Ullmann. Im Gegensatz zu alternativen, abbaubaren Materialien sei das Pfand mit einem Euro überschaubar. Sonst würde es wohl kaum angenommen.

Das konnte Christian Polster bestätigen. Der CSU-Stadtrat und Bäckermeister hat eigene Pfandbecher aus Bambus in Betrieb und muss hierfür fünf Euro verlangen. Die Nachfrage sei gering. Das Recup-System hält er für gut, auch wenn es wichtig wäre, dass man große Mengen erziele. Polster würde da einen Imagebecher der Stadt befürworten. Dagegen allerdings hatte sich zuvor Bürgermeister German Hacker (SPD) ausgesprochen. Dazu bräuchte es eine zu hohe Anzahl, das käme zu teuer.

Auch Konrad Körner (CSU) meinte, man müsste in die Masse gehen. Es wäre wichtig, in der Region ein einheitliches Angebot zu haben. Wer in Herzogenaurach einen Kaffee kauft, müsse den Becher in Erlangen abgeben können, sagte er. Gegen das Material hatte Körner nichts einzuwenden: "Es ist nicht aller Kunststoff böse und Holz immer gut."



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