Herzogenaurach
Klimaschutz

Herzogenaurach arbeitet schon am erneuten Gold im Jahr 2021

In zwei Jahren steht die Re-Zertifizierung für den European Energy-Award an. Intern wird bereits 2020 geprüft.
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Mignon Ramsbeck-Ullmann  Foto: bp
Mignon Ramsbeck-Ullmann Foto: bp

Den Klimanotstand wollte der Stadtrat im Juni mit großer Mehrheit für Herzogenaurach nicht ausrufen. Nichtsdestotrotz laufen in der Stadt zahlreiche Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen. Und auch 2020 sind neue Schritte geplant.

Darüber erstattete Mignon Ramsbeck-Ullmann, die Klimabeauftragte im Herzogenauracher Rathaus, am Dienstagabend im Planungsausschuss Bericht. Die vorgeschlagenen und teils auch schon in den Gremien besprochenen Vorhaben betreffen nicht nur die Stadt als Auftraggeber selbst, sondern sollen auch die Bürger angehen.

Ein Beispiel: In der Solarsatzung soll geprüft werden, ob eine Photovoltaikanlage nicht auch bei jedem privaten Neubau verpflichtend verlangt werden könnte. Dazu drückte in der Diskussion der CSU-Stadtrat Konrad Körner seine Verwunderung aus, ob man solche Vorgaben wirklich geben sollte. Bürgermeister German Hacker (SPD) relativierte. Da gehe es lediglich um die Prüfung, ob man bestimmte Regeln aufstellen sollte. Der Beschluss bleibe freilich ein politischer und werde im Stadtrat getroffen.

Die Klimabeauftragte hat einen Maßnahmenkatalog zusammengetragen, der einstimmig angenommen wurde und dem Stadtrat als Empfehlung gegeben wird. Der Blick richtet sich dabei bereits auf die 2021 anstehende, externe externe Re-Zertifizierung für den European Energy Award. Herzogenaurach will damit das "Gold" verteidigen. Für Bürgermeister German Hacker (SPD) ist klar, dass diese externe Prüfung streng ausfallen werde. Deshalb müsse man auch schon für die interne Re-Zertifizierung, die 2020 stattfindet, gut gerüstet sein.

Brennstoffzelle

Retta Müller-Schimmel von den Grünen merkte in der Sitzung gewohnt kritisch an, dass "ziemlich viel" aus dem Katalog selbstverständlich sei und noch nicht wirklich zukunftsweisend.

Unter den einzelnen Maßnahmen sind auch Experimente hinsichtlich der Nutzung von Brennstoffzellen im Baugebiet in Niederndorf. Wie Dietmar Klenk von Herzo Werken ausführte, wolle man damit die Bauherren sensibilisieren. Denn dort habe man eine Versorgung mit Erdgas, und daraus könne man Wasserstoff herausfiltern. Damit wiederum ließen sich Brennstoffzellen betreiben, wofür es sogar zwei Anbieter auf dem Markt gebe. Freilich sei das noch sehr teuer, aber es gebe auch hohe Zuschüsse, sagte Klenk.

Er nahm auch Stellung zu einer Anfrage von Konrad Körner bezüglich der Auslastung des Car-Sharing-Modells. Dieses habe sich nach den Anlaufschwierigkeiten deutlich verbessert, sagte Klenk: "Das Auto ist oft unterwegs." Offenbar ist das Car-Sharing auch in Herzogenaurach aus den Startlöchern gekommen. Bis zum Jahresende soll überdies ein Plan vorgestellt werden, wie und wo man sich im Stadtgebiet weitere Ladesäulen für Elektroautos vorstellen kann, sagte Klenk. Mehrere Stellflächen seien bereits neu hinzugekommen oder vorgesehen. Auch hierzu hatte Konrad Körner angefragt.

2020 soll auch ein gesamtstädtisches Grünflächenkonzept zum Zuge kommen.

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