Herzogenaurach
Jahresabschlüsse

Herzo-Werke investieren sechs Millionen Euro

Die Bäder und Busse machen ein Minus von gut drei Millionen Euro. Dem gegenüber steht ein positiver Abschluss der Herzo Werke, der den Verlust reduziert.
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Der Neubau des Technikzentrums der Herzo Werke neben dem Heizkraftwerk liegt im Zeitplan. Die Fertigstellung ist bis April 2020 vorgesehen.  Foto: Bernhard Panzer
Der Neubau des Technikzentrums der Herzo Werke neben dem Heizkraftwerk liegt im Zeitplan. Die Fertigstellung ist bis April 2020 vorgesehen. Foto: Bernhard Panzer

Es gab keinerlei Anlass zu Diskussionen oder gar Gegenstimmen, als dem Stadtrat am Donnerstagabend die Zahlen der städtischen Gesellschaften für das Jahr 2018 vorgelegt wurden. So wurden die insgesamt erforderlichen 22 Beschlüsse auch jeweils einstimmig abgehakt. Jürgen Bauer, der Geschäftsführer der Herzo Werke, hatte die Stadträte zuvor über die aktuellen Zahlen informiert und einen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben.

Freilich schließt die Holding der Stadtwerke insgesamt mit einem Minus ab. Dieses liegt mit 923 000 Euro diesmal unterhalb der laut Bauer "traditionellen" Million. Der Verlust ist auf die Herzo Bäder und Verkehr GmbH zurückzuführen. Wer ein Freizeitbad, ein Freibad und einen städtischen Busverkehr anbietet, kann das nicht ohne Verlust tun. Das Gesamtminus dieser Einrichtungen in Höhe von 3,17 Millionen Euro wird durch das gute Ergebnisse der Herzo Werke gedämpft. Sie erwirtschafteten ein Plus von 2,61 Millionen. Ihr bestes Jahresergebnis hat darüber hinaus die Herzo Media erzielt, die nicht der Holding angehört. Ihr Plus in Höhe von 427 000 Euro geht komplett in die Gewinnrücklage.

Mit 5,97 Millionen Euro haben die Herzo Werke den bisher zweithöchsten Betrag an Investitionen getätigt. Dieser Trend werde sich in den kommenden Jahren so fortsetzen, sagte Bauer. 1,7 Mio. Euro betreffen den Ausbau des Leerrohrnetzes und 1,3 Mio. fließen in die Wasserversorgung.

Weniger Gäste in Bad und Sauna

Bauer nannte die Trinkwassermischanlage, die zurzeit getestet wird und am 1. August in Betrieb gehen soll. Durch den Bezug von mehr Fernwasser wird ein Engpass bei den eigenen Brunnen vermieden und der Nitratgehalt sinkt. Letzteres freute besonders die Grünen. Der Neubau des Logistikzentrums der Werke verlaufe planmäßig, der Bezug sei im April 2020 vorgesehen.

Bauer berichtet weiter, dass die Besucherzahlen im Freizeitbad Atlantis und in der Sauna zurückgehen. Das sei der steigenden Konkurrenz in der Region zuzuschreiben, wie zum Beispiel in Bad Staffelstein. Auch in Neumarkt entstehe ein neues Bad mit Sauna. "Das sind alles keine Entfernungen", sagte Bauer und merkte an, dass die Sauna in Herzogenaurach in die Jahre gekommen sei. Sandra Wüstner (SPD) griff das auf. In der Sauna seien Investitionen erforderlich. Nichtsdestotrotz wirft sie noch einen Gewinn ab, wenn auch einen kleinen (61 000 Euro). Das Freizeitbad schloss mit einem Minus von 1,7 Millionen Euro, für die Stadtbusse muss die Stadt eine gute Million draufzahlen. Spürbar geringer ist der Verlust im Freibad ausgefallen (412 000). Der heiße Sommer hat 81 920 Besucher in das Bad gelockt, und damit über zwanzigtausend mehr als im Vorjahr. Für heuer zeichne sich schon jetzt eine nochmalige Steigerung der Badegastzahlen ab. Insgesamt ist der Jahresverlust dieser Gesellschaft um 120 000 Euro angestiegen und dürfte sich 2019 noch einmal erhöhen, vermutete Bauer.

895 000 Euro hat die Herzo Media in ihrem bisher besten Jahr investiert, berichtete Bauer weiter. Die Investitionen werden heuer weiter steigen, was vor allem den Glasfaserausbau betrifft. Das Ziel ist es laut Bauer, zum Jahresende 2019 in Herzogenaurach 2500 Haushalte erschlossen zu haben.

Bürgermeister German Hacker (SPD) freute sich, dass die vorgestellten Jahresabschlüsse der drei Kerngesellschaften Herzo Werke, Herzo Bäder- und Verkehr und der Herzo Media durchweg besser seien als die Planansätze. Der Defizitausgleich sei damit 1,3 Millionen Euro geringer als erwartet. Auch lobte Hacker das hohe Investitionsniveau. Wie auch Geschäftsführer Bauer geht der Bürgermeister davon aus, dass diese Ansätze auch in den kommenden Jahren so hoch bleiben dürften. Das liege am weiteren Wachstum der Stadt. Als "erhebliche Weichenstellung für die Zukunft" bezeichnete das Stadtoberhaupt die Investition in die neue Technik-Zentrale.

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