Herzogenaurach
Ortstermin

Herzo Base soll sicher für Fußgänger werden

Wegen fehlender Gehsteige sorgen sich Anwohner der Herzo Base um Fußgänger und spielende Kinder. Der Planungsausschuss arbeitet an einer Verbesserung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Grünstreifen rechts neben Bürgermeister German Hacker soll gepflastert werden.   Foto: Richard Sänger
Der Grünstreifen rechts neben Bürgermeister German Hacker soll gepflastert werden. Foto: Richard Sänger

Die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses des Herzogenauracher Stadtrats begann diesmal nicht im Sitzungssaal des Interimsrathauses, sondern an der Nürnberger Straße auf der Hero Base. Anwohner einiger Straßen befürchten, dass die Mischverkehrsfläche ohne Gehsteige in Kombination mit zu schnellem Fahren trotz Tempo-30-Zone für spielende Kinder und Fußgänger eine Gefahr darstelle. Dazu gab es auch einen Antrag der CSU-Fraktion, in dem die Situation mehr als unbefriedigend, ja sogar gefährlich genannt und eine Ortsbegehung gefordert wurde.

Bürgermeister German Hacker (SPD) wies vor Ort noch einmal darauf hin, dass die Gestaltung des Verkehrsraums in den Seitenstraßen des Bauabschnittes 2 und 3 der Beschlusslage des Stadtrats aus dem Jahr 2013 entspricht. Auch seitens der Verwaltung und nach Rücksprache mit der Polizei werde die Gestaltung in Kombination mit Tempo 30 nach wie vor für unproblematisch erachtet. Natürlich stelle sich die Situation derzeit völlig anders dar, denn aufgrund der laufenden Baustellen seien Lastwagen und Transporter unterwegs.

"Wenn der Geschosswohnbau zum Bauabschnitt 3 hin bezogen ist, wird sich der Verkehr beruhigen, aber durch die anhaltende Bautätigkeit kann das noch zwei Jahre dauern", erklärte der Bürgermeister. Um den Anwohnern entgegenzukommen, gab es den Vorschlag, dass der vorhandene Grünstreifen längs neben den Parkplätzen gepflastert und damit begehbar wird.

"Wenn bei der Planung ersichtlich gewesen wäre, wie das am Ende wird, hätte ich niemals zugestimmt", erklärte CSU-Stadtrat Walter Drebinger vor Ort. So sei der gepflasterte, etwa 80 Zentimeter breite Streifen zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber ein Kompromissvorschlag, mit dem er leben könne. Sein Fraktionskollege Franz-Josef Lang wies mit Nachdruck darauf hin, dass insbesondere die Eltern für ihre Kinder eine Verantwortung haben, denn nicht alle Gefahren könnten baulich beseitigt werden. Der CSU-Stadtrat wurde vom Bürgermeister unterstützt, denn alle Verkehrsteilnehmer, ob Auto- und Zweiradfahrer oder auch die Fußgänger hätten eine Verantwortung, wenn sie in einer Wohn- oder Anliegerstraße unterwegs sind.

Hinweise auf die Geschwindigkeit

Vor Ort entschieden sich die Stadträte, den vorhandenen Grünstreifen an der Nordseite der Carl-von-Ossietzky-Straße und der Aristide-Briand-Straße zu pflastern. "Die Mitarbeiter des Bauhofes werden das begrüßen, denn dann entfällt die Pflege des Streifens durch die Stadt und auch für die Anwohner", erklärte der Bürgermeister. Auch werden auf Wunsch der Anwohner Geschwindigkeits-Messtafeln und Warnschilder aufgestellt werden.

In der anschließenden Sitzung forderte Retta Müller-Schimmel (Grüne) einen Umbau der betroffenen Straßen zu "Spielstraßen", fand allerdings mit ihrem Vorschlag keine Befürworter. Sie kritisierte auch, dass den Autos zu sehr der Vorrang eingeräumt und jetzt eine Sicherheit vorgegaukelt werde, die im Grunde nicht gegeben sei. Dazu wies Bürgermeister Hacker darauf hin, dass in einer Spielstraße völlig andere Verkehrsregeln gelten, es eine absolute Sicherheit nie geben werde und die bestehenden Straßen dann für viel Geld wieder umgebaut werden müssten. Peter Maier (Grüne) bezeichnete den Beschlussvorschlag als kontraproduktiv, denn es werde das Gegenteil erreicht. Wenn Kinder mit dem Tretroller unterwegs seien, würden sie, wenn der gepflasterte Streifen unterbrochen ist, auf die Straße einbiegen.

Konrad Körner (CSU) wollte auch in den übrigen Seitenstraßen den Randstreifen gepflastert haben und der Bürgermeister ließ darüber abstimmen, dazu gab es drei Befürworter und neun Gegenstimmen. Der Beschlussvorschlag, den vorhandenen Grünstreifen an der Nordseite der Carl-von-Ossietzky-Straße und der Aristide-Briand-Straße nachträglich zu pflastern, wurde mit zehn gegen zwei Stimmen befürwortet.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren