Herzo Base

Herzo Base: Lebensgefahr durch Unvernunft

Die Verantwortlichen auf der Großbaustelle der Herzo Base in Herzogenaurach klagen über Probleme mit Radfahrern, die sich trotz Verbot an den Baggern vorbeischmuggeln. Die Passanten wollen die Umwege offenbar meiden und gehen ein hohes Risiko ein.
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Noch deutlicher kann man das Durchfahrtsverbot auf der Herzo Base nicht ausschildern, und dennoch werden immer wieder Verstöße beklagt.  Foto: Bernhard Panzer
Noch deutlicher kann man das Durchfahrtsverbot auf der Herzo Base nicht ausschildern, und dennoch werden immer wieder Verstöße beklagt. Foto: Bernhard Panzer
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Bauamtsleiter Gerhard Merkel greift während einer Besprechung mit Bauleiter Daniel Wendl auf der Herzo Base plötzlich zum Telefon. Er wählt die Nummer der Zweiten Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD), die auf dem Weg zu einem Pressetermin ist, und bittet sie, die Journalisten über ein Problem zu informieren. Ein Problem, das die Baufirma droben im neu entstehenden Stadtteil mit unvernünftigen Radfahrern hat, die sich in Lebensgefahr bringen. Weil sie die gesperrten früheren Radwege benutzen, die jetzt für die Baustellenfahrzeuge da sind.
"Vielleicht wissen die Leute gar nicht, was sie riskieren", sagte Merkel und bat darum, doch erneut auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Denn dass die früheren Radwege auf dem ehemaligen Grünland der Herzo Base seit Beginn der Bauarbeiten gesperrt sind, das ist bekannt. Darauf hatte auch der FT am 14. November 2013 ausführlich hingewiesen.


Und dennoch wird dieses Verbot laut Aussagen der Bauarbeiter dauernd umgangen. "Im Minutentakt", so drückt es Bauleiter Wendl aus, "fahren die da durch". Und begeben sich damit in große Gefahr. Wendl findet drastische Worte: "Wenn Radler mit einer Baumaschine kollidieren, dann gibt's meistens Tote."

Noch habe es auf einer seiner Baustellen keinen solch schweren Unfall gegeben, ergänzt er. Auch auf der Herzo Base nicht. Und dennoch werde er von seinem Polier immer wieder darauf angesprochen, wie unvernünftig sich doch manche Leute verhalten würden. Und: "Wenn das so weiter geht, ist ein Unfall absehbar". Aber das wolle man um jeden Preis vermeiden. Deshalb habe er sich nun an Bauamtsleiter Merkel gewandt. Denn Verbotsschilder stehen ja schon lange, jeder wisse, dass er dort nicht durch darf.

Für Merkel ist diese Sorge nicht neu. Das habe man auf fast jeder Baustelle, sagte er. Besonders beim Kanalbau in der westlichen Hauptstraße und Würzburger Straße habe es unvernünftige Passanten gegeben. Die dort agierende Baufirma Raab habe ihre Erfahrungen mit Bauarbeiten in engen Straßen und wohl auch deshalb sei es zu keinem Unfall gekommen.

Auf freiem Feld

Auf der Herzo Base sei das etwas anderes. Da werde ein Gelände draußen auf freiem Feld erschlossen. "Da rechnet keiner mit so viel Individualverkehr", merkte Merkel an und wies darauf hin, dass Fremde dort nichts verloren hätten. Außer den Bauarbeitern, die die Wege für ihre Fahrzeuge nutzen, dürfe sich dort niemand aufhalten. Die Umleitungsstrecke sei deutlich ausgeschildert.

Bauleiter Wendl bestätigt, dass es sich mit der Herzo Base um eine besondere Baustelle für seine Firma handelt. Oftmals arbeite man auf freier Flur, wo bislang keine Wege gewesen sind. Auf der jetzigen Baustelle aber gebe es die Radwege ja. Die Bürger nutzen diese vielleicht noch aus Gewohnheit. Was die Sache aber nicht erleichtert, das Risiko werde nicht kleiner. "Es ist wohl vielen nicht bewusst, dass sie sich in Lebensgefahr begeben", sagt Wendl. Und: Die bisherigen Radwege "sind jetzt unsere Baustraßen".

Schlimm genug, dass sich die Menschen in Gefahr begeben. Sie verstoßen darüber hinaus aber auch noch gegen die Straßenverkehrsordnung. Wenn die Polizei jemand dabei beobachtet, der gegen das Verbot der Durchfahrt verstößt, dann ist eine Verwarnung von zehn Euro fällig.

Bei Streifenfahrten wolle man da ein Auge darauf werfen, sagte Polizeichef Norbert Hacker. Bisher seien der Polizei gegenüber aber noch keine Klagen geäußert worden.

Auf dem Plan sehen Sie, welche Wege verboten und welche erlaubt sind.

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