Hemhofen
Projekt

Hemhofener Mittagsbetreuung wird ins Grüne erweitert

In Hemhofen wollen immer mehr Kinder die Mittagsbetreuung der Grundschule in Anspruch nehmen. Ein Naturgarten soll Abhilfe schaffen.
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Ludwig Nagel zeigt den Plan. Hinter dem roten Spielfeld soll die naturnahe Mittagsbetreuung entstehen.    Foto: Johanna Blum
Ludwig Nagel zeigt den Plan. Hinter dem roten Spielfeld soll die naturnahe Mittagsbetreuung entstehen. Foto: Johanna Blum

Die Plätze in der Mittagsbetreuung der Hemhofener Grundschule allmählich knapp. Bei einer früheren Befragung wollten 90 Prozent der Schülereltern keine offene oder gebundene Ganztagsschule. Sie sprachen sich für eine Regelschule plus Mittagsbetreuung aus. Da aber dort im Moment nur Platz für etwa 90 Kinder ist, fehlen in naher Zukunft noch Plätze für 50 bis 60 Kinder.

50 Prozent aus den Jahrgangsstufen 1 bis 4 brauchen Betreuung von 13 Uhr bis 14 Uhr und 50 Prozent bleiben bis 15 Uhr in der Mittagsbetreuung, die gesamt von 11.30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet ist. Das bedeutet, dass von 13 bis 14 Uhr alle Mittagskinder zu betreuen sind. "Wegen einer Stunde muss man nicht noch einen gesonderten Raum zur Verfügung stellen", sagt Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU). "Das kann sich Hemhofen nicht leisten", fährt er fort.

Nach intensivem Überlegen setzte er sich vor einiger Zeit mit Arnd Käding, einem Landschaftsgärtner aus Röttenbach zusammen. Dieser hat sich auf das Planen und Anlegen von Naturgärten spezialisiert und bereits besondere Projekte in Kindergärten durchgezogen. Nagel fragte an, ob Käding sich vorstellen könne, ein Freigelände in einen Naturgarten umzugestalten. Die Idee der naturnahen Mittagsbetreuung - ähnlich einem Waldkindergarten - war geboren.

2400 Quadratmeter stehen für die Umgestaltung zur Verfügung. Zwar können im kommenden Schuljahr die 135 angemeldeten Schüler noch einigermaßen betreut werden, aber ab dem Schuljahr 2020/2021 gäbe es massive Unterbringungsprobleme. Also sollte das Projekt bis dahin umgesetzt sein. Im Außenbereich könnte man dann etwa 40 Kinder naturnah betreuen. Nagel befürchtet allerdings jetzt schon, dass es mehr Anmeldungen für diese gesunde, alternative Betreuung geben wird als Plätze vorhanden sind.

In der Hälfte des Sportplatzes hinter der Sporthalle soll ein Kleinfeld entstehen und in der anderen Hälfte ist eine Landschaft geplant, welche die Kinder selber gestalten dürfen. Zwei Schäferwagen für schlechteres Wetter sind vorgesehen und so lange es noch keine eigenen Toiletten gibt, werden die in der Turnhalle genutzt.

Schüler dürfen mitplanen

Natürlich weiß der Gemeinderat, der sich am kommenden Dienstag auch mit diesem Thema befassen wird, um die Idee des Bürgermeisters, und die Mitglieder haben bereits ihre Zustimmung zu erkennen gegeben. In einer Konferenz dürfen im kommenden Schuljahr die Schüler ihre Ideen einbringen und später auch mit Hand anlegen. Im Herbst wird bereits mit den Arbeiten an einem "grünen Klassenzimmer" begonnen.

Die Weiden im Weidentunnel sollen zu einem Dach geflochten werden, steinerne Sitze werden aufgestellt und so entsteht ein Klassenzimmer im Freien für etwa 30 Kinder. "Das hätten wir letzthin in der großen Hitzeperiode schon gut gebrauchen können", so der Bürgermeister. Alle Außenanlagen dürfen aber auch von den Kindern während des Unterrichts und natürlich auch von den "Indoor-Mittagskindern" genutzt werden.

Natürlich sollen die örtlichen Leichtathletikgruppen durch die Verkleinerung des großen Feldes nicht eingeschränkt werden. "Erste Priorität hat die Schule, dann kommt die Mittagsbetreuung und dann die Leichtathleten", erklärt Nagel, der fest daran glaubt, dass seine Idee in die Tat umgesetzt werden kann und auch erfolgreich sein wird.

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