Höchstadt a. d. Aisch
Geschichte

Heiße Shows und heiße Suppe

Die Höchstadter Musketiere lassen im Schlosshof die schöneren Seiten des Mittelalters wieder aufleben.
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Das Spiel mit dem Feuer: Künstlerin Daniela Gärtner zeigt,was sie drauf hat.  Fotos: Yannick Hupfer
Das Spiel mit dem Feuer: Künstlerin Daniela Gärtner zeigt,was sie drauf hat. Fotos: Yannick Hupfer
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Es war im März 1633, als die Schweden vor den Toren Höchstadts standen und angriffen. Was folgte war ein Gemetzel, das die meisten Bürger nicht überlebten.

Ein Verein, der das Gedenken daran stets hochhält, sind die Höchstadter Musketiere. Seit 2015 veranstalten sie unter anderem einen Weihnachtsabend im Schlosshof. "Wir wollen die Geschichte rüberbringen", erklärt Vorsitzender Hans Schubert. Kurz vor Weihnachten fand auch am Samstag das Fest statt, das wieder etwa 800 Interessierte lockte.

Denn der Weihnachtsabend ist stets historisch angehaucht: Die Musketiere verkleiden sich mittelalterlich, Zelte werden aufgebaut, Felle ausgebreitet. Auch einige Handwerker stellten ihr Können zur Schau. Thomas Geisler ist gelernter Schmied, ein aussterbender Beruf, wie er meint. Durch solche Mittelalter-Märkte könne er sein Handwerk aber am Leben halten.

Tradition trifft Moderne

Eben jenes Stichwort, mit dem sich auch die Höchstadter Musketiere befassen: die Höchstadter Tradition am Leben halten, an die Bluttaten erinnern. Der Verein möchte den Höchstadtern aber auch etwas bieten, so Schubert. Deshalb: "Wir kochen, was schmeckt und gut aussieht." Am Samstag war das neben Bratwürsten auch eine Gemüsesuppe, die über offenem Feuer köchelte. Nach mehreren Anfragen gab e heuer erstmals - ganz modern und gar nicht mittelalterlich - heißen Hugo.

Highlight des Abends war aber die akrobatische Feuershow von Daniela Gärtner und der erst 17-jährigen Gina Schubert. Sie zeigten sie keine Scheu vor den Flammen und begeisterten so ihr Publikum. Früher, so Gina, habe sie mit LEDs angefangen. Vor einem Jahr allerdings stieg sie auf Feuer um, denn da "kriegt man mehr Aufmerksamkeit". Ihr mache es einfach Spaß, mit dem Feuer umzugehen. So geht das auch ihrer Partnerin Daniela Gärtner: "In dem Moment, in dem ich mit dem Feuer spiele, bin ich in meiner eigenen Welt." Sie ist schon seit zehn Jahren dabei, musste vor allem am Anfang zahlreiche blaue Flecken hinnehmen, doch sie habe diese "Feuertänze" gesehen und sich in die Schönheit verliebt.

Kalt wurde es aber auch den Gästen am Samstag im Schlosshof nicht. Denn neben warmen Getränken und heißen Feuershows konnten sie sich auch im beheizten Schlossgewölbe aufwärmen - oder ganz traditionell am Lagerfeuer mit Fellen.

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