Oberreichenbach
Unterstützung

Heiße Nudelsuppe bei acht Grad minus

Gefordert war beim Dachstuhlbrand in Oberreichenbach auch das BRK. Eingesetzt wurden insgesamt 18 Helferinnen und Helfer und ein Notarzt.
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Vom BRK wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet.  Foto: Heideloff
Vom BRK wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet. Foto: Heideloff
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Wie der Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff aus Herzogenaurach weiter berichtet, wurde von der Integrierten Leitstelle Nürnberg die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst der Bereitschaft Herzogenaurach alarmiert. Mit ihr rückte der diensthabende Notarzt aus Herzogenaurach aus.. Denn der normalerweise vorgehaltene Rettungstransportwagen der Rettungswache Herzogenaurach war bei einem anderen Einsatz gebunden.

Binnen zwei Minuten war außerdem die Schnelleinsatzgruppe des BRK aus Herzogenaurach einsatzbereit. Als "Glück im Unglück" bezeichnete es Heideloff, dass just am gleichen Abend bei der Bereitschaft Herzogenaurach eine Fortbildung stattfand und man umgehend ausrücken konnte.
Schon aus 800 Meter Entfernung sei der im Vollbrand befindliche Dachstuhl zu erkennen gewesen, aus dem hohe Flammen schlugen, berichtet der Rettungsdienstleiter. Er begab sich zur Erkundung der medizinischen Lage, die Feuerwehren hatten bereits mit dem Löschangriff begonnen.

Zur Absicherung der Löscharbeiten wurde in unmittelbarer Nähe zum Einsatzleitwagen der Feuerwehr ein Sanitätsposten errichtet, mit zwei Rettungstrupps und einem Gruppenführer. Auf Grund der extremen Kälte von minus acht Grad gefror das Löschwasser beim Auftreffen auf die Straßen und Wege sofort, so dass "eine hohe Gefährdung für die eingesetzten Helfer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes bestand auszurutschen", schreibt Heideloff. Tatsächlich wurde ein Feuerwehrmann bei einem Sturz wegen Glätte leicht verletzt, konnte aber nach kurzer Untersuchung entlassen werden.

Die räumlichen Verhältnisse in Oberreichenbach ließen ein direktes Anfahren der Rotkreuzfahrzeuge an die Einsatzstelle nicht zu, die Fahrzeuge mussten in 300 Meter Entfernung abgestellt werden. Da laut Pressebericht eine analoge Funkverbindung zur Leitstelle mit Handfunkgeräten nicht möglich gewesen sei, wurde wurde eine digitale Funkbrücke erstellt.

Nach einer ersten Besprechung mit Kreisbrandrat Matthias Rocca war schnell klar, dass sich der Einsatz längere Zeit hinziehen werde. Deshalb wurde Unterstützung aus Erlangen angefordert. Diese Helfer übernahmen die Zubereitung von heißem Tee und Kaffee.

In 20 Meter Entfernung wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet, bei der die Ausgabe der Heißgetränke für Feuerwehr und Rettungsdienst erfolgte. Des Weiteren gab es heiße Nudelsuppe. Auch ein Wärmezelt wurde aufgebaut.

Der Dank des Einsatzleiters gilt allen Einsatzkräften, die trotz der widrigen Bedingungen hervorragend gearbeitet hätten. Beispielsweise gefror der Löschwasser-Nebel auf den Schutzjacken sofort. Ein Dank gilt aber auch den Bewohner von Oberreichenbach, "die uns mit heißem Wasser unterstützt haben und auch für eine Streuung der Einsatzfläche sorgten", berichtet der Rotkreuzler.
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